Diagnose und Förderung

Kindergarten - Grundschule - weiterführende Schule: leichte Übergänge durch Kooperation

Egal an welcher Bildungseinrichtung Sie arbeiten, die Schüler, die zu Ihnen kommen und für Sie neu sind, haben schon Vorerfahrungen. Vorerfahrungen, auf die Sie zurückgreifen und auf denen Sie aufbauen können. Eine Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bildungseinrichtungen kann für alle – auf jeden Fall jedoch für die Schüler – sehr viele positive Erfahrungen bringen.

Fotolia 47622022 XS copyright Marina Lohrbach - Fotolia

Vorteile

Am meisten profitieren Ihre zukünftigen Schüler von einer Zusammenarbeit. Sie als ihre zukünftigen Lehrer wissen schon im Vorfeld, was Ihre Schüler können, wo Stärken und Schwächen liegen und vor allem, was vorausgesetzt werden kann.

Wer kann kooperieren?

Kooperationen sind zwischen Grundschulen und Kindergärten, zwischen weiterführenden Schulen und Grundschulen, zwischen verschiedenen Schulformen und zwischen Berufsschulen möglich. Kooperationen finden auf Schulebene statt, aber auch im Kleinen, als persönliche Kontakte zwischen einzelnen Personen.

So können Sie als Grundschullehrer mit einem Kindergarten zusammenarbeiten und sich so bereits ein Bild von Ihren neuen Erstklässlern machen. Oder Sie kooperieren mit einer weiterführenden Schule und ebnen auf diese Weise Ihren Schülern den Weg in die neue Schulform.

Große Kooperationen

Wenn Kooperationen zwischen den Bildungseinrichtungen ganz offiziell durchgeführt werden, dann hat das viele Vorteile. Einladungen zu Veranstaltungen werden weitergeleitet und gemeinsame Unternehmungen geplant. Eine solche Kooperation hat den Vorteil, dass alle gemeinsam daran arbeiten und wissen, was zu tun ist. Wichtig ist es in einer solchen Kooperation, seinen eigenen Weg zu finden und aktiv mitzuarbeiten. Jeder muss etwas dafür tun, damit es funktioniert.

Selbstständig eine Kooperation anbahnen

Für den Fall, dass es keine Möglichkeiten in Ihrer Grundschule gibt, dann schaffen Sie sich selbst welche. Das ist in manchen Bereichen ganz einfach.

  • Stellen Sie über Ihr Seminar eine Anfrage an eine Kindertageseinrichtung oder an ein Seminar einer anderen Schulform. Hier wird das Interesse ebenso groß sein wie bei Ihnen, und Sie werden mit Sicherheit einen Kooperationspartner finden.
  • Fragen Sie an einer Bildungseinrichtung an Ihrem Schulort nach. Stellen Sie sich vor und erklären Sie, dass Sie gern kennen lernen möchten, was Ihre zukünftigen Schüler bereits können bzw. was von Ihren jetzigen Schülern auf der kommenden Schule erwartet wird.

Ablauf einer Kooperation

Es gibt mehrere Ebenen, auf denen Sie arbeiten können. Reden Sie mit den Erziehern und fragen Sie nach Entwicklungsschritten, was wird erwartet, was vorausgesetzt und was klappt noch nicht so gut. Sprechen Sie auch Kinder an. Was meinen die? Sie können die Eltern ansprechen und diese fragen, wie Sie bestimmte Entwicklungen sehen. Erleben Sie den Tagesablauf mit. Nur so können Sie sich ein konkretes Bild von dem machen, wo die Stärken und Schwächen liegen. Wo wird der Übergang reibungslos funktionieren und wo nicht? Machen Sie sich Notizen und bearbeiten Sie diese. Achten Sie besonders auf Kleinigkeiten. Was für Stifte nutzen die Kinder, wie halten Sie diese?

Übernehmen von Sequenzen

Übernehmen Sie kurze Sequenzen aus der Kindertageseinrichtung. So merken Sie an Ihrem Handeln und den Reaktionen der Kinder, wo die wirklichen Unterschiede liegen, wo der Leistungsstand liegt und was an sozialen Kompetenzen wichtig ist.

Wiederholungen

Viel wichtiger als eine ganze Woche jeden Tag einen Besuch durchzuführen ist eine gewisse Regelmäßigkeit. Eine Stunde pro Monat (also jährlich 12 Stunden) bringt mehr als 20 Stunden an zwei Tagen, da Sie auch Entwicklungen beobachten können.

Direkter Draht

Genauso wichtig wie eine Einschätzung der Kinder ist direkter Kontakt zu den Erziehern und Lehrer. Wenn Sie Fragen haben, dann können Sie diese direkt stellen und müssen dies nicht erst über Umwege tun. Sie haben einen direkten Ansprechpartner, der Ihnen Fragen beantworten kann.

Gemeinsame Unternehmungen

Wenn Sie möchten, dann können Sie gemeinsame Unternehmungen starten. Wenn Sie eine Aufführung oder eine Ausstellung mit Ihren Schülern vorbereitet haben, dann brauchen Sie Publikum. Oder sie planen gemeinsame Ausflüge. Es gibt unzählige Möglichkeiten. Versuchen Sie es!

Manon Sander hat als Lehrerin an Grund-, Haupt- und Realschulen unterrichtet. Sie ist Lehrbeauftragte an der Universität in Bielefeld und betreut dort die Lehramtsstudierenden im Praktikum. Die Mutter von sechs Kindern ist außerdem als Autorin für verschiedene Verlage und Magazine tätig.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: