Vorbereitung auf die dritte Phase

Endspurt – das letzte Jahr im Referendariat

Der größter Teil der Lehramtsausbildung liegt bereits hinter Ihnen. Im letzten Jahr des Referendariats steht vor allem die Vorbereitung auf die letzte Prüfungsphase, das Zweite Staatsexamen bevor. Es gilt, in jeder Hinsicht eine gute Figur zu machen, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen. Schließlich hängt die Einstellung in den Staatsdienst von Ihrer Examensnote ab. Aber keine Panik – mit gezielter Vorbereitung meistern Sie die vor Ihnen liegenden Herausforderungen.
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Zahlreiche Herausforderungen

Egal für welches Lehramt Sie das Referendariat absolvieren, steht im letzten Jahr ein Wechsel an die Einsatzschule oder gar eine weitere Einsatzschule an. Die letzten Lehrproben, die schriftliche Examensarbeit und die mündlichen Prüfungen müssen Sie nun bewältigen. Dies alles ist natürlich eine echte Herausforderung, aber Sie gewinnen mit jedem Tag Unterrichtserfahrung auch an Professionalität und Souveränität.

Selbst wenn die Regelungen und die Dauer des Referendariats in den einzelnen Bundesländern erheblich voneinander abweichen, so ähneln sich doch die einzelnen Prüfungsteile und Anforderungen. Dies sollten Sie bei der Lektüre dieses Artikel nicht vergessen und im Zweifelsfall die Rechtsgrundlagen des jeweiligen Bundeslandes konsultieren.

Effektives Zeitmanagement

Entscheidend für Ihren Erfolg im Referendariat ist vor allem ein effektives Zeitmanagement. Konzentrieren Sie Ihre Energie auf die wesentlichen Dinge. Bereiten Sie vor allem Ihre Lehrprobenstunden und die Stunden, in denen Sie von Betreuungs- und/oder Seminarlehrer besucht werden, intensiv und gründlich vor. Behalten Sie dabei auch die Vorbereitung der Schüler im Blick: Diese müssen mit den eingesetzten Unterrichtsmethoden vertraut sein, damit wirklich alles klappt, wenn Besuch anwesend ist.

Nutzen Sie die Seminartage und -sitzungen, um Ihre Seminarlehrer von Ihrem Fachwissen zu überzeugen. Schließlich fließt auch Ihr Verhalten in die Seminarnote ein. Zeigen Sie, dass Sie kontinuierlich an Ihrer beruflichen Entwicklung arbeiten, indem Sie Tipps und Anregungen annehmen und umsetzen. Scheuen Sie sich nicht, auch einmal eine Sonderaufgabe zu übernehmen, wenn es Ihre Zeit zulässt.

Beginnen Sie rechtzeitig, sich ein Thema für Ihre schriftliche Examensarbeit zu überlegen und es mit dem Seminarlehrer abzusprechen, damit Sie genügend Zeit für die Realisierung der Arbeit haben, sofern Sie in Ihrem Bundesland eine solche Arbeit anfertigen müssen. Kombinieren Sie Ihre Examensarbeit mit zusätzlichen Aktivitäten, die auch einen Nutzen für Ihre Einsatzschule bieten, z. B. Exkursionen, Ausstellungen von Schülerergebnissen etc. Vergessen Sie bei allem Engagement aber nicht, sich unbedingt auch Phasen der Entspannung und Ruhe zu gönnen, um Ihre Kraftreserven aufzufüllen.

Die letzte Lehrprobe

Jetzt ist es an Ihnen, zu zeigen, was Sie im Referendariat gelernt haben. Die Prüfungskommission möchte sich von Ihrem Potenzial als Lehrer ein Bild machen. Unterrichtskonzepte, die Schwachstellen aufweisen, fallen unter dieser genauen Beobachtung sofort auf. Das heißt für Sie, dass Sie genügend Zeit in die Konzeption und Gestaltung Ihrer Lehrprobe investieren müssen. Wählen Sie ein Thema, das sowohl die Schüler als auch Sie selbst begeistert. Dann fällt es Ihnen auch nicht schwer, Spannung zu erzeugen und die geeigneten Unterrichtsmethoden einzusetzen. Formulieren Sie realistische, altersangemessene Lernziele, deren Erreichen Sie auch am Stundenende abprüfen bzw. die Schüler unter Beweis stellen. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Schüler durch eigenständiges Handeln den Lernzuwachs erreichen.

Im anschließenden Prüfungsgespräch dürfen Sie durchaus Ihre Stunde und die Entscheidungen, die Sie im Vorfeld für die Methode bzw. Variante getroffen haben, verteidigen. Hier bietet sich für Sie nochmals die Möglichkeit, zu zeigen, dass Sie Ihr berufliches Handeln reflektieren und über ein breites methodischen und fachliches Wissen verfügen. Selbstverständlich sind Ihnen Vorzüge und Nachteile der jeweiligen Unterrichtsmethode vertraut.

Die mündlichen Prüfungen

In der Regel stehen am Ende des Referendariats mündliche Prüfungen in den einzelnen von Ihnen unterrichteten Fächern, in Pädagogik und/oder Psychologie, Schulrecht bzw. politische Bildung an. Dies kann von Bundesland zu Bundesland variieren.

Auch in diesen Prüfungen kommt es darauf an, Ihr umfangreiches Wissen zu zeigen, und vor allem, dass Sie Theorie und Praxis miteinander verknüpfen können. Lassen Sie daher immer auch passende Beispiele aus Ihrer Unterrichtserfahrung einfließen.

Natürlich sollten Sie im Hinterkopf behalten, dass Sie immer auch ein sprachliches Vorbild für Ihre Schüler sind. Daher sollten Sie auf einen gewandten sprachlichen Ausdruck im Prüfungsgespräch achten.

Endlich geschafft!

Haben Sie alle Prüfungen hinter sich gebracht, haben Sie allen Grund zur Freude! Sie haben eine sehr anspruchsvolle Berufsausbildung absolviert und dürfen und müssen sich vom Stress erholen.

Sollte es nicht gleich mit einer staatlichen Planstelle klappen, ist das kein Grund zur Verzweiflung. Zahlreiche Alternativen stehen Ihnen offen: eine Anstellung bei einer privaten Schule oder einer Schule im Ausland, eine Tätigkeit in einem Verlag oder in der Personalabteilung eines Unternehmens etc.

Juliane Stubenrauch-Böhme, München; Lehrerin für die Fächer Deutsch, Französisch und Spanisch; Referentin in der Lehrerfortbildung; derzeit abgeordnet an die Staatliche Prüfungsstelle für Übersetzer und Dolmetscher sowie pädagogische Mitarbeiterin für Deutsch und Fremdsprachen in der Abteilung Berufliche Schulen im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst