Vorbereitung auf die dritte Phase

Nach dem Referendariat: Darauf müssen Sie bei der Lehrerfortbildung achten

Nach Ihrer theoretisch fundierten Ausbildung an der Universität oder einer anderen Bildungseinrichtung haben Sie nun den praktisch orientieren Vorbereitungsdienst am Ausbildungsseminar und in Ihrer Ausbildungsschule absolviert. Doch mit dem Berufseinstieg endet die Lehrerbildung nicht. Ganz getreu dem Motto des lebenslangen Lernens bilden Sie sich während Ihrer Tätigkeit als Lehrerin und Lehrer ständig fort. Worauf Sie hierbei achten sollten, lesen Sie hier.
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Lehrerfortbildungen – das müssen Sie beachten

Generell sind Sie als Lehrerin bzw. Lehrer dazu verpflichtet, sich berufsbezogen fortzubilden. Die Gesetze der einzelnen Bundesländer regeln dies jedoch unterschiedlich. So arbeitet man in Hessen etwa mit einem „credit point–System“, in Bayern besteht die Verpflichtung, dass eine Lehrkraft innerhalb von vier Jahren zwölf Fortbildungstage à fünf Zeitstunden zu absolvieren hat. Erfragen Sie also rechtzeitig bei Ihrer Schulleitung oder bei der für Sie zuständigen Schulbehörde, welche Regelungen für Sie gelten.

Aufgeteilt werden Fortbildungsangebote auf:

  • zentrale Fortbildungsmöglichkeiten etwa in sogenannten Landesinstituten
  • regionale Fortbildungsmöglichkeiten beispielsweise vonseiten des zuständigen Ministeriums
  • lokale Fortbildungsmöglichkeiten, die in vielen Fällen das für Sie zuständige Schulamt anbietet
  • schulinterne Lehrerfortbildungen, die Ihr Lehrerkollegium gemeinsam absolviert

Zudem gibt es zahlreiche private Anbieter von Lehrerfortbildungen. So zum Beispiel Schulbuchverlage, die solche Veranstaltungen in erster Linie zu Lehrwerken, aber auch zu übergeordneten Themen offerieren.

So finden Sie die zu Ihnen passenden Veranstaltungen

Nicht nur während Ihrer Anfangszeit als Lehrkraft ist es von besonderer Bedeutung, dass Sie sich fortbilden. Gerade diese Phase ist geprägt durch zahlreiche Eindrücke. Es sind einerseits neue Fächer und neue Jahrgänge, aber auch neue fachliche bzw. pädagogische Herausforderungen, die Ihnen einiges abverlangen.

Klären Sie zunächst mit Ihrer Schulleitung ab, welche Möglichkeiten Ihnen zur Fortbildung zur Verfügung stehen. Wo genau sieht diese Ihren Fortbildungsbedarf, der auf Ihre Schule und Ihren Unterricht Bezug nimmt?

Erkunden Sie dann bei Ihrer Schulbehörde, dem Landesinstitut oder bei einem privaten Anbieter, wo und zu welchem Zeitpunkt passende Veranstaltungen angeboten werden. Ist Ihre Teilnahme an Fortbildungen an eine Anerkennung bzw. an ein „credit point-System“ gebunden, dann sollten Sie sich erkundigen, ob die jeweilige Veranstaltung diese Voraussetzungen auch erfüllt. Sollte die eine oder andere Fortbildung zu Ihrem Profil passen, dann schlagen Sie Ihrer Schulleitung Ihre Teilnahme daran vor. Diese wird klären, ob dies organisatorisch möglich ist, und Ihre Beteiligung ggf. bewilligen.

Lehrerfortbildung – Ihre Chance für ein erfolgreiches, lebenslanges Lernen

Häufig bildet sich ein gesamtes Lehrerkollegium im Rahmen einer sogenannten „Schulinternen Lehrerfortbildung“ fort. Diese Veranstaltungen sind individuell auf den Bedarf des einzelnen Kollegiums zugeschnitten. Auch wenn Sie in Teilzeit arbeiten sollten, gehört Ihre Teilnahme daran zu Ihrer pädagogischen Arbeit.

Lebenslanges Lernen als Lehrerin oder Lehrer

Ihr Beruf ist geprägt durch den gesellschaftlichen Wandel und durch eine ständige pädagogische und fachliche Entwicklung. Fortbildungsveranstaltungen ermöglichen es Ihnen, in Ihrem Unterrichtsalltag eine kurze Pause einzulegen und Ihre Arbeit einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Ferner erhalten Sie hier zahlreiche Impulse für Ihre weitere erfolgreiche Arbeit. Und genau diese Impulse brauchen Sie, um als motivierte und motivierende Lehrerpersönlichkeit interessanten Unterricht zu gestalten.

Nutzen Sie aber auch Fortbildungsangebote, die Sie in Ihrer Persönlichkeit professionalisieren. Insbesondere Lehrberufe bergen die Gefahr eines Burn-outs. Mittlerweile gibt es zahlreiche Fortbildungsangebote, die helfen, dieses Risiko durch entsprechendes Verhalten zu minimieren – auch dies gehört zur Fortbildung dazu.  AvP

Einige Beispiele zu Fort- und Weiterbildung:

Die Autorin Alexandra von Plüskow ist Grund- und Hauptschullehrerin. Sie war mehrere Jahre als Lehrerin und Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg und als Lehrbeauftragte für die Universität Koblenz-Landau tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin und Referentin für verschiedene Verlage.