Schule mitgestalten

Der Klassenblog

Wie du im Referendariat mit deiner Klasse einen Blog gestalten kannst

Blogs sind eine Kommunikationsform, die aus dem medialen Zeitalter nicht mehr wegzudenken ist. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Ausprägungen und mit den verschiedensten Inhalten. Blogs haben aber einige gemeinsame Merkmale: Es sind chronologische Aufzeichnungen, die für die Öffentlichkeit aufbereitet sind und die von den Lesern direkt kommentiert werden können bzw. sollen. Dies gilt auch für Klassenblogs. Wie du dieses Medium nutzen kannst, wird in folgendem Eintrag kurz umrissen.
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Klassenblogs gibt es mittlerweile viele, und die Suchmaschinen spucken Seiten aus, die die einzelnen Blogs auflisten und kommentieren. Solltest du im Begriff sein, solch ein Projekt zu starten, ist sicherlich ein erster hilfreicher Schritt, sich im Internet Inspirationen zu holen. Anschließend müssen einige Fragen geklärt werden, um einen Rahmen im Meer der unzähligen Möglichkeiten zu finden:

Fragen zur Einrichtung

  • Wer kennt sich mit den Blogsystemen aus?
  • Wer kann einen übersichtlichen, ansprechenden Internetauftritt gestalten?
  • Wer stellt die neuen Inhalte ein und hält die Seite am Laufen?
  • Wer moderiert den Klassenblog, kümmert sich um eingehende Kommentare, Fragen etc.?
  • Hast du im Schulalltag dauerhaften, unkomplizierten Zugang zu einem oder mehreren Rechnern mit Internetzugang?
  • Wo erscheint der Klassenblog und wer hat Zugang zu den Informationen?
  • Wird er Teil der Schulhomepage oder auf diese verlinkt?
  • Bekommt er eine eigene Internetadresse?
  • Ist er öffentlich, passwortgeschützt oder gibt es zwei Bereiche?

Fragen zum Inhalt

Wer schreibt?
  • Schreibst nur du als Lehrkraft, oder schreiben auch deine Schüler?
  • Wenn auch die Schüler Beiträge verfassen, geschieht das im Unterricht oder zu Hause?
  • Wer korrigiert die Beiträge?
  • Gibt es auch Beiträge von Eltern oder anderen Personen, die in Bezug zur Klasse stehen?
Für wen wird geschrieben?
  • Verfasst du Inhalte, die nur die Schüler und Eltern deiner Klasse interessieren, oder sind diese allgemeiner Natur?
  • Gibt es auch für die Kollegen an deiner Schule oder anderen Schulen Interessantes zu lesen?
  • Enthält dein Klassenblog auch Hilfreiches für andere Referendare?
Was wird gepostet?
  • ein Schultagebuch, das Berichte und Fotos aus dem Klassenleben und dem Schulalltag deiner Schüler enthält (Datenschutz beachten!)
  • Wochenend- und Ferienberichte
  • Elterninformationen
  • Schülerarbeiten, die im Rahmen bestimmter Projekte entstanden sind
  • Materialien, mit denen deiner Schüler üben und ihre Kenntnisse vertiefen können
  • Materialien, die für Kollegen hilfreich sind
  • Ideen, Tipps, Tricks und Ratschläge für alle, die unterrichten

Ein Klassenblog beinhaltet für Blogger und Leser die unterschiedlichsten Chancen. Hier eine kleine Auswahl dazu:

Medienerziehung
  • Kennenlernen der Chancen und Risiken des digitalen Zeitalters
  • interaktive Gestaltung von Inhalten
  • Schulung der digitalen Kommunikationsfähigkeit
  • technische, kreative, aber auch zweckmäßige Gestaltung eines Internetauftritts
  • Einüben des Umgangs mit Tastatur, Hardware und Software
Dokumentationstechniken
  • nachlesbare Chronik des eigenen Lernens
  • Reflexion des eigenen Tuns
  • Verfassen verschiedener Textsorten mit Blick auf unterschiedliche Leser
Leseförderung
  • Anreize zum Lesen
  • Verständnis individueller Texte/Kommentare
Blick in fremde Klassenzimmer
  • Inspiration
  • Materialien
  • Hilfe

Denk bei einem derartig persönlichen Projekt bitte unbedingt an den Datenschutz. Es empfiehlt sich, im Vorfeld eine Informationsveranstaltung einzuberufen, bei der du die Eltern nicht nur umfassend informierst, sondern auch deren Wünschen und Bedenken Raum gibst. Möglicherweise lassen sich auch Kompromisse wie Fantasienamen und Ähnliches finden, um eine gewisse Anonymität zu wahren. Lass dir das Einverständnis schriftlich bestätigen und denk unbedingt daran, das Projekt mit der Schulleitung abzusprechen.

Die Autorin Patricia Mayer unterrichtet seit mehreren Jahren Deutsch und Geschichte. Sie war Mitarbeiterin an einem Forschungsprojekt über mittelalterliche Handschriften im Bereich „Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters“ an der Universität Augsburg.