Unterricht

Gelenkstellen im Unterricht

Die Gelenkstellen zwischen einzelnen Unterrichtsphasen sind oftmals als Knackpunkte Ihres Unterrichts zu betrachten. Deshalb gilt es, diese besonders sorgfältig zu durchleuchten und zu planen. Was Sie hierbei beachten sollten, nennt der folgende Beitrag in Ansätzen.
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Gelenkstellen als wesentliche Elemente Ihres Unterrichts

Die einzelnen Unterrichtsphasen werden durch sog. Gelenkstellen in Ihrem Unterricht zusammengehalten. Diese erfordern besondere Beachtung. Möglichst en passant gleiten Ihre Schülerinnen und Schüler so von einer Unterrichtsphase in die nächste. Etwa von der Einführung in die Erarbeitungsphase – oder auch von dieser Phase in den Abschnitt der Ergebnissicherung.

Wesentlich für die Gelenkstellen des Unterrichts sind die Momente, in denen Sie Ihre Klasse etwa in Gruppen einteilen oder Material ausgeben. Planen Sie diese Phasen in den Unterrichtsablauf mit ein und überlegen Sie sich auch dafür Handlungsmuster, damit die Organisation Ihres Unterrichts rund läuft. Eine mögliche Form, eine neue Phase einzuläuten, ist etwa, eine räumliche Veränderung herbeizuführen, z. B. in Form eines Sitzkreises. Die Ergebnissicherung kann auch durch ritualisierte Handlungen begonnen werden.

Gut geplant …

Um die Gelenkstellen Ihres Unterrichts zu erkennen, bedarf es einer äußerst gründlichen Planung der Stunde. Was möchten Sie in der gesamten Stunde vermitteln, welche Phasen benötigen Sie hierzu – und was werden die Inhalte dieser Phasen sein? Legen Sie die Methoden, Sozialformen und Materialien fest, mit deren Hilfe sie diese Ziele erreichen möchten.

Planen Sie für sich, wie Sie dies in den Gelenkstellen der Unterrichtsstunde umsetzen können. Beziehen Sie an dieser Stelle Ihre Unterrichtsbeobachtungen und -erfahrungen ein. Möchten Sie etwa eine Stationsarbeit durchführen oder aber die Lerngruppe in Kleingruppen einteilen? Soll das Material bereitliegen oder auch verteilt werden? Welche Organisationsform erscheint Ihnen für die nächste Unterrichtsphase als besonders sinnvoll – so etwa ein Stuhlkreis, ein Kinositz oder auch das Arbeiten einer Kleingruppe im dafür vorgesehenen Gruppenraum? Wägen Sie Ihre Möglichkeiten gut ab und entscheiden Sie sich für eine Variante, die Sie gut begründen können.

Seien Sie sich der Gelenkstellen also durchaus gegenwärtig und antizipieren Sie diese mithilfe Ihrer detaillierten Planung. Von Bedeutung ist an dieser Stelle auch Ihre Rolle als Lehrkraft. Denn Sie gestalten die Knackpunkte Ihrer Stunde geflissentlich.

… und abgestimmt!

Stimmen Sie sich ferner mit Ihren Ausbildungslehrerinnen und -lehrern ab. Stellen Sie mögliche Gestaltungsvarianten vor und diskutieren Sie diese gemeinsam. Welche Erfahrungen hat Ihre Mentorin bzw. Ihr Mentor mit der Lerngruppe gesammelt? Wie steht sie bzw. er zu bestimmten Methoden, Sozialformen, Organisationsformen oder auch Materialien?

Beziehen Sie diese Überlegungen in Ihre Planungsarbeit ein und überlegen Sie, wie diese zu Ihnen und Ihrem Unterricht sowie zu Ihrer Lerngruppe passen. Wie genau können Sie diese Anregungen umsetzen? Arbeitsanweisungen sollten Sie exemplarisch ausformulieren.

Gehen Sie die fertige Unterrichtsplanung – auch mit einem besonderen Blick auf die Gelenkstellen – abschließend mit Ihrer betreuenden Lehrkraft durch.

Wenn es anders verläuft …

Bleiben Sie während des Unterrichts souverän, wenn Ihre Gelenkstellen doch anders verlaufen. Dies geschieht ab und an wie von selbst. Analysieren Sie dies in Ihrer Reflexion und legen Sie Ziele fest, wie Sie damit in den kommenden Unterrichtsstunden umgehen möchten.

Wenn Sie Gelenkstellen bewusst erkennen und versuchen, diese so geschmeidig wie möglich zu gestalten, wirkt sich das vorwiegend auf Ihren Unterricht und die Motivation Ihrer Schülerinnen und Schüler aus. Und genau das ist ein wichtiges Element für eine lebenslange Lernfreude.

Alexandra von Plüskow ist Grund-, Haupt- und Realschullehrerin. Als solche sowie als Fachberaterin für das Fremdsprachenlernen in der Grundschule war sie an der Landesschulbehörde tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin für verschiedene pädagogische Verlage sowie als Lehrbeauftragte.

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