Gespräche

Ratschläge und Kritik der Seminarlehrkräfte im Referendariat optimal nutzen

Ihre Ausbilderinnen und Ausbilder vom Seminar begleiten Sie – je nach Ihrem Bundesland – über einen längeren Zeitraum.  Sie besuchen Ihren Unterricht und lernen Sie als Teilnehmerin oder Teilnehmer in Ihrem Seminar kennen. Damit Sie Ihren Weg zum zukünftigen Beruf erfolgreich meistern, wird Ihnen vonseiten der Ausbilderinnen und Ausbilder Hilfe und auch Beratung zuteil. Lesen Sie, wie Sie diese konstruktiv in Ihre Arbeit einbeziehen.
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Punktuelle Einsichten

Ihre Seminarlehrkräfte sehen Sie während Ihres Referendariates zwar regelmäßig in den Seminaren und während der Unterrichtsbesuche, dennoch sind beides jeweils nur punktuelle Einblicke – sowohl in Ihren Unterricht als auch zu Ihrer Person. Im Rahmen dieser Begegnungen kommt es immer wieder zu Gesprächen, in der auch Kritik geäußert werden wird. Hier liegt es an Ihnen, wie Sie mit dieser umgehen und diese für Ihre weitere Arbeit zu nutzen wissen.

So gehen Sie mit Ratschlägen und Kritik um

Machen Sie sich bewusst, dass die Ausbildung für Sie eine große Chance ist, den Weg in den Beruf der Lehrerin und des Lehrers aus mehreren Sichtweisen zu betrachten. Hören Sie sich Ratschläge oder auch Kritik Ihrer Seminarlehrkraft deshalb zunächst einmal möglichst unvoreingenommen an. Versuchen Sie, die genannten Aspekte nachzuvollziehen. Überlegen Sie dann, welche dieser Ratschläge bzw. Kritikpunkte Sie verstehen und akzeptieren – und welche Möglichkeiten Sie haben, diese in Ihrem Unterricht oder auch im Seminar umzusetzen. Besprechen Sie das weitere Vorgehen gemeinsam mit der Seminarlehrkraft und bitten Sie diese abschließend um eine Rückmeldung zu Ihren Gedanken.

Bei einem erneuten Zusammentreffen sollten Sie gemeinsam mit der Seminarlehrkraft diese Umsetzung reflektieren.

So reagieren Sie, wenn Sie die Ratschläge nicht nachvollziehen können

In manchen Fällen wird es Ihnen aber  auch nicht möglich sein, Kritik nachzuvollziehen. Das kann beispielsweise daran liegen, dass Sie eine andere Meinung haben oder auch, dass Ihnen der Ratschlag einfach zu pauschal ist. Sollten Sie und Ihre Seminarlehrkraft unterschiedlicher Meinung sein, so hören Sie sich die Sichtweise und Argumente Ihrer Seminarlehrkraft an und versuchen Sie, diesen zu folgen. Legen Sie anschließend sachlich Ihren Standpunkt dar und zeigen Sie Ihre Kompromissbereitschaft. Überlegen Sie gemeinsam, wie Sie genannte Aspekte in den Unterricht einbeziehen können und bitten Sie um ein erneutes Gespräch, in dem Sie den Erfolg dieser Entwicklung  reflektieren.

An mancher Stelle ist ein gut gemeinter Ratschlag bzw. eine Kritik schlichtweg zu pauschal oder aber für Sie unverständlich formuliert. In diesem Fall sollten Sie die Seminarlehrkraft darum bitten, Ihre Meinung zu konkretisieren. Fragen Sie einfach nach, wie der Ratschlag genau zu verstehen ist. Führt die Seminarlehrkraft dieses dann aus, so scheuen Sie sich nicht, das von Ihnen Aufgenommene noch einmal in eigenen Worten zusammenzufassen und um ein Feedback hierzu zu bitten.

Ratschläge und Kritik – Ihre Chance, Ihren Ausbildungsweg konstruktiv zu gestalten

Die Seminarlehrkräfte haben die Aufgabe, Sie auf dem Weg in Ihren Beruf zu begleiten und Sie dabei hinsichtlich Ihrer Arbeitsschwerpunkte zu beraten und zu unterstützen. So wird es unumgänglich, dass diese Ihnen Ratschläge sowie Hilfestellung erteilen, die sich auch schon einmal in Form von Kritik äußern.

Versuchen Sie, diese sachlich und neutral aufzunehmen, indem Sie sich in die Situation der Seminarlehrkraft hineinversetzen. Nehmen Sie grundsätzlich Ratschläge und Kritik nicht persönlich, sondern bemühen Sie sich darum, sie als Chance zu Ihrer eigenen Weiterentwicklung zu sehen. Achten Sie darauf, der Seminarlehrkraft gegenüber angemessen aufzutreten und Ihre eigene Meinung moderat darzulegen. Zeigen Sie sich zudem lernwillig und kompromissbereit – und achten Sie darauf, Ihren eigenen Lernweg im konstruktiven Dialog mit der Seminarlehrkraft beständig zu reflektieren. AvP

Die Autorin Alexandra von Plüskow ist Grund- und Hauptschullehrerin. Sie war mehrere Jahre als Lehrerin und Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg und als Lehrbeauftragte für die Universität Koblenz-Landau tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin und Referentin für verschiedene Verlage.

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