Unterricht

Goldene Regeln zum effizienten Korrigieren von Klassenarbeiten

Das Korrigieren von Klassenarbeiten ist für viele Lehrer einer der unbeliebtesten Aspekte am Lehrberuf. Bis zu 35 Mal muss das gleiche Thema gelesen und bewertet werden. Nicht selten staut sich bei den Fehlern auch ein gewisses Maß an Frust auf, weil die Schüler schon wieder nicht aufgenommen haben, was ihnen so mühsam eingetrichtert wurde. Doch mit ein paar kleinen Regeln wird die Erledigung der ungeliebten Aufgabe nur noch halb so schlimm.
Fotolia 49116590 XS alho007 - Fotolia

Gelangweilt oder hochkonzentriert: nicht ablenken lassen!

Natürlich gibt es nicht den einen richtigen Weg, wie ein Stapel von Arbeiten am besten abgearbeitet werden sollte. Dies hängt nicht nur vom jeweiligen Fach, sondern auch von der aktuellen Aufgabenstellung ab. Die Rechtschreibung in einem Diktat oder die Ergebnisse in einfachen Rechenaufgaben und Vokabeltests zu korrigieren ist eine vergleichsweise stumpfsinnige Aufgabe. Hier besteht die größte Gefahr darin, dass Sie sich langweilen und Ihre Gedanken soweit abschweifen lassen, dass Sie Fehler übersehen. Eine ganz andere Kategorie bilden dagegen Aufsätze, in denen vor allem die inhaltliche Qualität beachtet werden muss. Hier müssen Sie sich jedes Mal erneut auf die Gedankengänge des einzelnen Schülers einlassen und verstehen, was er ausdrücken wollte. Auch hier müssen Sie sich konzentrieren, doch die Ablenkungsgefahren liegen hier eher darin, dass Sie den Text nicht in seiner Gesamtheit beurteilen können, wenn Sie sich zu häufig unterbrechen lassen.

Die Effizienz bei der Korrektur steigern

 

  • Richten Sie sich Ihren Arbeitsplatz so ein, dass Sie sich wohlfühlen können. Bei einfachen Korrekturen kann Ihre Lieblingsmusik Sie vor Langeweile schützen. Bei komplexen Aufgaben helfen einfache Klänge dabei, dass Sie geistig bei Ihrer Arbeit bleiben.
  • Die erste Vorarbeit treffen Sie jedoch schon im Klassenraum. Notieren Sie sich auf den abgegebenen Arbeiten den Zeitpunkt der Abgabe. So können Sie besser beurteilen, ob Fehler durch Flüchtigkeit, Stress oder Wissenslücken ausgelöst wurden.
  • Sortieren Sie dann die Arbeiten so, dass die erwartungsgemäß besseren Arbeiten gleichmäßig verteilt sind. Positive Ergebnisse geben Ihnen neuen Schwung und Sie vermeiden Frustgefühle, die im schlimmsten Fall zu ungerechten Bewertungen der letzten Arbeiten führen können.

 

Mögliche Vorgehensweisen


Die eigentliche Korrektur der Arbeiten kann dann auf verschiedene Weise angegangen werden.

1. Eine Arbeit nach der anderen.

Dies ist wohl die klassische Vorgehensweise. Eine Arbeit wird vom Anfang bis zum Ende gelesen, korrigiert, mit Bemerkungen versehen und benotet. Bei komplexen Aufsatzthemen ist dies eine sinnvolle Herangehensweise, da Sie sich hier jeweils auf die individuellen Gedankengänge Ihrer Schüler einstellen können.

2. Eine Aufgabe nach der anderen.

Wenn Ihre Arbeit aus vielen verschiedenen Fragestellungen besteht, können Sie auch sehr effizient arbeiten, wenn Sie jede Frage für sich bei allen Arbeiten korrigieren, bevor Sie sich auf die nächste Fragestellung konzentrieren.

3. Korrekturschlüssel nutzen.

Ein solcher Korrekturschlüssel ist vor allem für einfachste Überprüfungen nutzbar, in dem einzelne Worte oder Zahlen als Antwort genügen. Hier müssen Sie sich nicht jeweils auf die Richtigkeit der Antwort konzentrieren, sondern bloß die Ähnlichkeit zum Schlüssel bewerten. Aber Vorsicht: Manchmal finden Ihre Schüler auch richtige Lösungen, die Sie nicht vorgesehen haben.


4. Kleine Motivationshilfen.

Konzentrieren Sie sich nicht zu stark auf das Ende des Stapels. Am besten legen Sie sogar einen Stapel leerer Hefte unter den Stapel der noch nicht korrigierten Arbeiten, sodass Sie während der Korrektur nicht darüber nachdenken, wie viel noch vor Ihnen liegt. Dies lenkt ab und lässt den Weg länger erscheinen, als er ist. Umso erfreulicher ist es, wenn das erste leere Heft den Feierabend anzeigt.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: