Unterricht

Intrinsische Motivation im Unterricht

Laut Duden ist Motivation die „Gesamtheit der Beweggründe, Einflüsse, die eine Entscheidung, Handlung o. Ä. beeinflussen, zu einer Handlungsweise anregen“. Demnach ist der Lehrer derjenige, der seine Schüler zu einer Handlungsweise anregt, also Maßnahmen ergreift, um eine Motivation herbeizuführen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Ihnen das erfolgreich gelingt.
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Die Pädagogik unterscheidet zwischen extrinsischer Motivation, d. h. der Handlungsbereitschaft, die von außen unterstützt und erleichtert wird, und der intrinsischen Motivation, d. h. der Handlungsbereitschaft aus eigenem Antrieb. Wünschenswert für ein fruchtbares Unterrichtsklima ist die intrinsische Motivation, und der Traum eines jeden Lehrers ist es, dass seine Schüler aus Neugier, Interesse, Freude an der Kompetenz und der Selbstbestimmung heraus lernen.

Damit dies kein Traum bleibt, gibt es eine Reihe motivationsfördernder Faktoren, die im Folgenden kurz erläutert werden.

Wecken Sie Neugier

Natürlich muss eine gewisse Bereitschaft, sich motivieren zu lassen, bei den Schülern vorhanden sein. Für ihre Neugier, ihren Ehrgeiz, ihre Bestätigung durch andere oder ihr Selbstwertgefühl sind sie jedoch (meistens) bereit, zu arbeiten, Leistung zu bringen, zu lernen.

Gesunde Neugier ist der entscheidende Antrieb, mehr wissen zu wollen, und damit wesentliche Voraussetzung für effektiven Unterricht. Neugier entsteht dann, wenn man nicht weiß, was einen erwartet, wie sich eine Situation entwickeln wird. Nutzen Sie dies für Ihren Unterrichtseinstieg und gestalten Sie die sog. „Motivationsphase“ entsprechend, indem Sie die Klasse mit Sachverhalten überraschen, die sich nicht auf Anhieb erschließen.

Sie können z. B.:

  • das Stundenthema verrätseln
  • ein Geheimnis aus dem Stundeninhalt machen
  • ein undurchsichtiges Problem darstellen
  • mit einem provokanten Gedanken beginnen

Entwickeln Sie Interesse

Ausgelöst durch Neugier führt Interesse dazu, sich weitere Kenntnisse anzueignen. Dies wiederum ist mit ein grundlegender Bestandteil für erfolgreichen Unterricht. Verschiedene Unterrichtsmethoden können Interesse entwickeln:

  • Realitätsnähe des Unterrichtsstoffs
  • handlungsorientierte, verständliche Aufgabenstellung
  • engagiertes Vermitteln der Inhalte
  • entspannte, freundliche Lernatmosphäre
  • ansprechende, klar strukturierte Arbeitsmaterialien
  • kooperatives Arbeiten von Lehrenden und Lernenden, aber auch Schülern untereinander
  • informierende, ermutigende Rückmeldungen

Bilden Sie Freude an Kompetenz aus

Aussicht auf Erfolg ist eine wesentliche Komponente der Motivation, was nicht heißt, dass die Aufgabenstellung nicht als Herausforderung gesehen werden darf. Im Gegenteil: Wird sie nicht als unterfordernd eingeschätzt, entwickelt sich ein Leistungsanreiz, der sich wiederum gewinnbringend auf das Lernen auswirkt. Hierbei ist Folgendes zu beachten:

  • durch Struktur das Thema überschaubar machen
  • mit Teilaufgaben Chancen zu kleinen Erfolgen geben
  • Erfolgserlebnisse durch Differenzierung und Individualisierung schaffen
  • auf schüler- und altersgerechten Unterricht achten
  • Definitionen, Regeln, Prinzipien gemeinsam erarbeiten

Gewähren Sie Selbstbestimmung

Durch einen schülerzentrierten und -aktivierenden Unterricht erhalten die Lernenden die Möglichkeit, Erfahrungen damit zu machen, eigene Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen. Die eigene Arbeit und die damit verbundene Anerkennung heben das Selbstwertgefühl und motivieren zur nächsten Aufgabe. Damit die Realisierung dieses Prinzips nicht zu schnell an die durch die Lehr-Lern-Situation gesetzten Grenzen stößt, sollten Sie einige Hinweise beachten:

  • Nehmen Sie sich aus dem Focus, behalten Sie das Ruder (inhaltlich/methodisch) aber immer in der Hand.
  • Geben Sie klare Arbeitsanweisungen, die dennoch genügend Freiraum für eigene Entscheidungen lassen.
  • Lassen Sie auch unkonventionelle Gedankengänge, Ideen, Lösungen zu.
  • Gestehen Sie den Schülern Fehler zu.
  • Beziehen Sie die Schüler in Planung und Gestaltung des Unterrichts mit ein.
  • Schenken Sie Ihren Schülern Vertrauen.

Die Autorin Patricia Mayer unterrichtet seit mehreren Jahren Deutsch und Geschichte am Gymnasium. Sie war Mitarbeiterin an einem Forschungsprojekt über mittelalterliche Hand-schriften im Bereich „Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters“ an der Universität Augsburg. Frau Mayer befindet sich ab Ende August 2014 im Mutterschutz mit anschließen-der Elternzeit.

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