Unterricht

Ein Theaterstück als Klassenprojekt

Wie man im Referendariat die Schüler auf die Bühne bringt …

Theaterstücke können die Klassengemeinschaft stärken und das Selbstbewusstsein jedes einzelnen Schülers fördern. Da Theaterstücke viele spielerische Elemente in der Vorbereitung enthalten, finden sie in allen Altersstufen regen Zuspruch und bieten auch im Referendariat eine wundervolle Möglichkeit, eine Klasse auf eine ganz andere Art und Weise kennenzulernen. Damit Schüler und Lehrer gleichermaßen Spaß an der Umsetzung des Stückes haben, ist eine gut strukturierte Vorbereitung erforderlich.
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Wie fange ich an?

Ein Theaterstück als Klassenprojekt ist vor allem für die Lehrkraft bereits vor Beginn der ersten Theaterstunde eine organisatorische Herausforderung. Wichtig ist eine gute Projektplanung, da der Zeitraum bis zur Aufführung begrenzt ist.

Beginne mit einem Zeitplan und dem Eintrag der letzten drei Übungsstunden. Diese sollten für Übungen gegen Aufregung und die Generalprobe gesichert sein. Bevor du mit deiner ersten Theaterstunde beginnst, solltest du ein für deine Klasse passendes Stück finden. Du kennst deine Klasse am besten und weißt, welches Stück zu deinen Schülern passt und woran die Kinder oder Jugendlichen Spaß haben.

Die erste Theaterstunde

In der ersten Theaterstunde geht es vor allem darum, den Schülern das Stück nahe zu bringen. Lies die Zusammenfassung des Stückes vor und lass Fragen zu. Auch eigene Ideen der Schüler sollten hier Platz finden. Sei offen für spontane Änderungs- oder Ergänzungsvorschläge, denn das Theaterstück ist ein Gemeinschaftsprojekt.

Bevor es an die Rollenverteilung geht, sind theaterpädagogische Spiele sinnvoll. Es gibt dazu eine große Anzahl an gut angeleiteten Spielen. Wenn du dir wegen der Rollenverteilung noch nicht sicher bist, solltest du bei diesen spielerischen Übungen genau hinsehen. Insbesondere bei Improvisationsübungen zeigt sich, wer selbstbewusst auftritt und wer noch unsicher ist. Dabei ist nicht gesagt, dass die Person mit dem größten Selbstvertrauen auch die Hauptrolle erhält. Bei schüchternen und verschlossenen Schülern kann eine Hauptrolle das Selbstvertrauen ganz besonders stärken.

Die weiteren Theaterstunden

Nicht jede Theaterstunde muss von dir bis ins kleinste Detail durchgeplant sein. Starte immer mit demselben Spiel zum Aufwärmen. Das macht den Schülern nicht nur Spaß, sondern gibt ihnen Sicherheit. Die darauffolgenden Übungen können abwechslungsreich sein. Wichtig: Gerate nicht in Panik, wenn eine Stunde mal nicht wie geplant verläuft. Improvisiere – schließlich bist du beim Theater.

Nicht jeder möchte schauspielern

Es ist völlig normal, dass nicht jeder Schüler schauspielern möchte. Das Theater bietet genügend andere wichtige Aufgaben. Es müssen Kostüme angefertigt, Plakate und Flyer erstellt und verteilt, ein Bühnenbild gestaltet werden – und schließlich muss sich auch jemand um die Technik kümmern.

Nicht selten haben Schüler Schwierigkeiten mit dem Auswendiglernen des Textes. Daher ist es schön, wenn sie von anderen Mitschülern Hilfe erhalten. So haben auch der „Techniker“ und die „Kostümbildnerin“ etwas Abwechslung und eine bedeutsame Zusatzaufgabe.

Eine gelungene Aufführung, und dann?

Es ist sinnvoll, wenn das gelungene Stück nach der Aufführung nochmals im Unterricht gefeiert und besprochen wird. Frag deine Schüler, was ihnen am besten gefallen hat und worauf sie besonders stolz sind.

Collagen mit Bildern der Vorstellung sind eine tolle Möglichkeit, das Projekt Revue passieren zu lassen und die Eindrücke zu verarbeiten. So haben die Schüler eine schöne Erinnerung an dieses besondere Schulereignis.

Hannah Thömmes-Bonart hat Germanistik, Multimedia und Deutsche Literatur in Karlsruhe und Berlin studiert und zeichnet sich durch mehrjährige Erfahrung in unterschiedlichen redaktionellen und multimedialen Arbeitsbereichen aus.

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