Unterricht

Medienkompetenz bei Schülern fördern

Im multimedialen Zeitalter ist eine gewisse Kompetenz im Umgang mit den digitalen Medien unerlässlich, heißt: Der Medienerziehung in der Schule kommt ein immer größerer Stellenwert zu, dem jeder Lehrer Rechnung tragen muss. Da dieses Thema nahezu allumfassend präsent ist, bietet der folgende Artikel einen knappen Überblick über die Medienerziehung und ihre Aufgabenfelder. Anschließend folgen Tipps zur Umsetzung in der Schule, wobei die Neuen Medien im Fokus stehen.
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Grundsätzlich muss man sich heutzutage als Lehrer klar darüber sein, dass die digitalen, interaktiven Medien unsere Wirklichkeit gestalten. Egal wie medienaffin man selbst ist, für die Schüler sind Fernseher, Smartphone und Laptop, und in diesem Zusammenhang soziale Medien wie Facebook, WhatsApp und Twitter, aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Es wäre aber zu kurz gedacht, überall nur die Gefahren zu sehen und vor dem zu warnen, was durchaus Chancen bietet hinsichtlich Informationsaufnahme, persönlicher Lebensgestaltung, sozialer Interaktion und Kommunikation. So muss die Medienerziehung Kindern und Jugendlichen einerseits die Möglichkeiten der Mediennutzung eröffnen, sie andererseits aber auch den Umgang mit den Gefahren dieser Medien lehren.

Konkret bedeutet dies, dass Sie den Schülern beibringen müssen, wie sie

  • Medien sinnvoll auswählen und nutzen,
  • Medien gestalten und verbreiten,
  • Mediengestaltung analysieren und bewerten und
  • Medieneinflüsse (er)kennen und wahrnehmen.

Ziel ist, dass die Schüler zum einen die technische Handhabung lernen, sich aber auch der Wirkung der Medien auf den Einzelnen und auf die Gesellschaft bewusst werden, die kreativen Möglichkeiten erkennen und für sich selbst nutzen und das eigene Medienverhalten reflektiert wahrnehmen. Nur dann ist man mündig in der mediatisierten Welt.

Geht es um die konkrete Umsetzung der Medienerziehung im Schulalltag, dann bietet Ihnen zunächst der Lehrplan eine hilfreiche Orientierung. In den Jahrgangsstufenprofilen finden Sie Hinweise auf medienpädagogisches Arbeiten ebenso wie fächerverknüpfende und fächerübergreifende Unterrichtsvorhaben, an denen Sie sich orientieren können.

Verdeutlichen Sie Ihren Schülern die Vielfalt des heutigen Medienangebots und differenzieren Sie die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten bzw. Funktionen, indem die Schüler nicht nur Informationen sammeln sollen, sondern auch spielen dürfen. Hierzu eignen sich natürlich die vielen, auch im Internet zu findenden, Angebote, die Unterrichtsinhalte aller Fächer und Jahrgangsstufen zum Thema haben.

Mittels eines Selbstbeobachtungsbogens können auch schon die Jüngsten ihr Medienverhalten analysieren, was einen schülernahen Ansatz bietet, die (negativen) Auswirkungen des (übermäßigen) Medienkonsums zu thematisieren und – je nach Altersstufe – auch in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext zu bringen. Neben der kritischen Reflexion des Medienkonsums und der Allgegenwärtigkeit des medialen Angebots ist es unerlässlich, den Schülern die aktive Mediennutzung beizubringen. Sie sollen

  • Kriterien für die mediale Präsentation von Arbeitsergebnissen an die Hand bekommen,
  • lernen, die Kommunikationsmöglichkeiten der Medien zu nutzen und
  • das kreative Potenzial auszuschöpfen.

Vielleicht hat Ihre Schule die technische Ausstattung, mit der Sie und Ihre Schüler bspw. einen Film drehen oder einen Comic animieren können. Es finden sich in den meisten Klassen ein oder mehrere Schüler, die technisch so versiert sind, dass ein Projekt dieser Art gemeinsam verwirklicht werden kann.

Wer selbst schon einmal Medien gestaltet und verbreitet hat, der hat Bewertungskriterien präsent, mit deren Hilfe eine kritische Analyse und Beurteilung möglich ist. Vielleicht können Sie eine Klassenhomepage erstellen oder an der Schulhomepage mitarbeiten. In diesem Zusammenhang lassen sich bspw. der Zusammenhang von Inhalt und Form analysieren, ethische, aber auch rechtliche und medienkritische Fragen stellen und auch versteckt transportierte Botschaften erkennen und thematisieren.

Die Neuen Medien beeinflussen die Schüler in vielen Bereichen ihres Alltags extrem. Damit sie dies (er)kennen und wahrnehmen, ist es wichtig, mediale Trends, übermittelte Wertvorstellungen, Wirkung der Medien auf die Gefühle, ihre Macht hinsichtlich der Meinungsbildung und hinsichtlich bestimmter Verhaltensweisen immer wieder zu thematisieren, zu hinterfragen und so zum Inhalt des Schulalltags zu machen.

Reflektieren Sie den eigenen Medieneinsatz im Unterricht mit Ihren Schülern und lassen Sie ihnen den Freiraum – z. B. bei den Hausaufgaben – Medien selbstständig auszuwählen. So machen sie ihre eigenen Erfahrungen, die dann wiederum Gegenstand der Medienerziehung im Unterricht sein können.

Die Autorin Patricia Mayer unterrichtet seit mehreren Jahren Deutsch und Geschichte. Sie war Mitarbeiterin an einem Forschungsprojekt über mittelalterliche Handschriften im Bereich „Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters“ an der Universität Augsburg. Frau Mayer befindet sich ab Ende August 2014 im Mutterschutz mit anschließender Elternzeit.

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