Basics Referendariat

Die Besoldung: So viel verdienen Sie im Referendariat

Als Referendarin oder Referendar werden Sie nicht reich! Ihr Gehalt berechnet sich auf Basis der Anwärtergrundbeträge für Beamte. Die Höhe des Betrages richtet sich nach dem Bundesland, in dem Sie Ihren Vorbereitungsdienst leisten, und nach der Besoldungsgruppe des Eingangsamts. 
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Die Anwärtergrundbeträge gelten sowohl für Beamte auf Widerruf als auch für angestellte Referendarinnen und Referendare. In beiden Fällen müssen Sie das Gehalt versteuern. Vom Gehalt angestellter Referendare werden zusätzlich Sozialabgaben und Arbeitslosenversicherung abgezogen. Dafür haben angestellte Referendare nach dem Vorbereitungsdienst einen Anspruch auf Arbeitslosengeld, während Beamte auf Widerruf nur einen Anspruch auf ALG II (Hartz IV) haben. 

Faktoren, nach denen sich Ihr Gehalt richtet

A) Die Besoldungsgruppe

Beamte werden in sogenannte Besoldungsgruppen eingeteilt. Danach richtet sich die Höhe ihres jeweiligen Gehaltes. Lehrerinnen und Lehrer gehören zur Besoldungsgruppe A, die in Untergruppen von A2 bis A16 gegliedert ist. In der Regel werden Lehrerinnen und Lehrer, die in der Primarstufe oder in der Sekundarstufe I unterrichten in A12 eingestuft, Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufe II in A13. Genauere Auskünfte dazu geben Ihnen die jeweiligen Landesbesoldungsstellen. Als Referendarin bzw. Referendar richten sich Ihre Anwärterbezüge nach der Besoldungsgruppe des Eingangsamts. Konkret heißt das: Werden Sie Grundschullehrerin bzw. Grundschullehrer werden Sie in die Besoldungsgruppe eingruppiert, die Sie später auch beim Einstieg in das Lehramt erhalten (A12).

B) Das Bundesland, in dem Sie arbeiten

Im Zuge der Föderalismusreform I (2006) wurde die Regelungskompetenz für die Beamtenbesoldung auf die Bundesländer übertragen. Die meisten Länder haben inzwischen eigene Besoldungstabellen mit unterschiedlich hohen Anwärterbezügen eingeführt. Im Durchschnitt können Sie je nach Einstufung mit 1.000 – 1.200 € brutto pro Monat rechnen. Dabei gibt es durchaus deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. So bringt Ihnen aktuell (Stand: 1.10.2011) eine A13 Eingruppierung in Baden-Württemberg brutto ca. 135,00 €/Monat mehr als die gleiche Einstufung in Berlin.

Einen Überblick über die aktuellen Anwärterbezüge finden Sie für jedes Bundesland auf www.beamtenbesoldung.org/web-links/81-anwaerterbezuege.html

C) Der Familienstatus

Sind Sie verheiratet oder haben Sie Kinder, erhalten Sie den sogenannten Familienzuschlag. Dieser ist in Stufen gegliedert, die sich mit jedem weiteren Kind um eine Stufe erhöhen (Stufe 1 = verheiratet, Stufe 2 = verheiratet, 1 Kind; entsprechend Stufe n2 = nicht verheiratet, 1 Kind usw.). Sind Sie mit jemandem verheiratet, die oder der bereits verbeamtet ist, gelten wieder andere Stufen, in diesem Fall e1 usw.
Auch hier unterscheidet sich der Zuschlag von Bundesland zu Bundesland. Damit Sie eine Orientierung haben, sei hier nur der Zuschlag in Bayern genannt. In Stufe 1 erhalten Sie zusätzlich 113,04 € in Stufe 2 zusätzlich 209,72 €. Informationen zum Familienzuschlag finden Sie in der Regel auf den Internetseiten der jeweiligen Landesbesoldungsstelle.

Was bleibt konkret netto in der Tasche?

Was Ihnen vom Bruttogehalt am Ende bleibt, ist natürlich davon abhängig, was Sie brutto bekommen, in welcher Lohnsteuerklasse Sie sind und ob Sie Kirchensteuer zahlen müssen oder nicht. Besonders hilfreich sind hier die Besoldungsrechner, die Sie auf oeffentlicher-dienst.info/beamte/land/ für jedes einzelne Bundesland finden. Beispielhaft würden danach einem ledigen Grundschullehrer in Baden-Württemberg (A12) mit Steuerklasse II und Abzug von Kirchensteuer ein Monats-Brutto von 1.159,79 € zustehen, von denen netto 1,131,71 € bleiben. Davon müssen allerdings noch die Krankenversicherung und eventuelle weitere Versicherungen gezahlt werden.

Achtung: Dies ist ein Beamtenbesoldungsrechner. Bei angestellten Referendaren ergeben sich andere Abzüge. Zur Berechnung Ihres Gehaltes können Sie jeden normalen Brutto-Netto-Gehaltsrechner im Web verwenden.

Ein bisschen zusätzliches Geld: die einmalige jährliche Sonderzahlung

Seit 2003 ist die Gewährung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld in die Verantwortung der einzelnen Bundesländer übergegangen. Konkret bedeutet dies: In einigen Bundesländern gibt es Weihnachtsgeld, z. B. in Berlin und Hamburg, in anderen, wie Bremen, gibt es keines und in dritten, z. B. Thüringen, ist das Weihnachtsgeld in die monatlichen Bezüge eingerechnet worden. 

Für 2012 ist die Gewährung der einmaligen Sonderzahlung in einigen Bundesländern bereits verabschiedet, in anderen noch offen.

Ebenfalls wichtig ist in diesem Zusammenhang sicherlich auch die Wahl der richtigen Krankenversicherung.

Der Autor Matthias Kley arbeitet seit über 15 Jahren als Texter und Autor für verschiedene Schulbuchverlage.

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