Basics Referendariat

Und ab in den zweiten Ausbildungsabschnitt – Aufbau und Ablauf des Referendariats

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Studiums endet die erste Phase der Lehrkräfteausbildung. In der zweiten Phase folgt nun der Vorbereitungsdienst, an dessen Ende das zweite Staatsexamen steht. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, der in Sachsen zwölf, in Hessen 21, in Bayern 24 und in den meisten anderen Bundesländern 18 Monate dauert.
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Die unterschiedliche Dauer deutet bereits darauf hin, dass sich die Vorbereitungsdienste in den einzelnen Bundesländern unterscheiden. Es ist deshalb auf jeden Fall zu empfehlen, sich rechtzeitig einen Überblick über Aufbau und Ablauf des Referendariats in dem, gewünschten Bundesland zu verschaffen. Auf dem deutschen Bildungsserver finden Sie unter www.bildungsserver.de/Vorbereitungsdienst-Referendariat-2521.html eine Linkliste zu Informationen der Kultusministerien der Länder zum jeweiligen Vorbereitungsdienst. Die folgenden Ausführungen geben Ihnen einen ersten orientierenden allgemeinen Überblick über das Referendariat.

Bewerben Sie sich rechtzeitig!

Für den Vorbereitungsdienst müssen Sie sich bewerben. In allen Bundesländern gibt es eine Bewerbungsfrist, bis zu der alle Unterlagen vorliegen müssen. Welche Unterlagen genau gemeint sind, ist wiederum von Bundesland zu Bundesland verschieden. Auch hier ist dringend zu empfehlen, sich rechtzeitig über die für die Bewerbung benötigten Unterlagen zu informieren. Dass es dennoch eng werden kann, zeigt der unterhaltsame und lesenswerte Erfahrungsbericht von Julia Kramer auf bildungsblog-dreden.de (http://bildungsblog-dresden.de/2013/07/hurdenlauf-zum-referendariat-ein-erfahrungsbericht/).

Hospitation, Studienseminare, eigenständiger Unterricht

Hospitation, Studienseminare, schulpraktische Ausbildung – das sind allgemeingefasst die wesentlichen Phasen des Vorbereitungsdienstes. Gestartet wird in der Regel mit einer unterschiedlich langen Hospitationsphase. In dieser Zeit besuchen Sie das Studienseminar und haben gleichzeitig die Möglichkeit, beobachtend am Unterricht Ihrer Ausbildungsschule teilzunehmen. So verschaffen Sie sich erste Eindrücke vom Umgang mit Schülerinnen und Schülern, der Vermittlung von Lehrstoff und von den weiteren Herausforderungen der täglichen Praxis. Die Hospitationsphase ist sowohl in Dauer als auch in Ausformung in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt.

Beim Hospitieren ist es sinnvoll, systematisch vorzugehen und gezielt auf bestimmte Dinge zu achten. Dabei kann ein Hospitationsbogen helfen. Einen Musterbogen finden Sie z. B. hier wordpress.nibis.de/stslgso/checkliste-hospitation/.

Im Studienseminar wird Ihnen das Handwerkszeug für Ihren Einsatz in der Schule vermittelt. Dies geschieht meistens in Form sog. Bausteine, wie z. B. Medienkompetenz oder Handlungsorientierung. Dabei werden in der Regel die Themenfelder Pädagogik und Psychologie, Fachdidaktik sowie Schulrecht und Schulkunde abgedeckt.

Eigenständiger Unterricht erklärt sich von selbst. Nach einer mehr oder minder langen „Eingewöhnungsphase“ beginnen Sie, eigenständig zu unterrichten. Dabei werden Sie von einem Mentor und/oder Ihrem Fachbildungsausleiter begleitet, die z. B. in Ihrem Unterricht hospitieren.

Der (vor)letzte Schritt

Den Abschluss des Vorbereitungsdienstes bilden die verschiedenen Prüfungsteile zum zweiten Staatsexamen. Dazu können – bundeslandabhängig – die schriftliche Hausarbeit, das Kolloquium, verschiedene Lehrproben, mündliche Prüfungen und die Beurteilung durch den Seminar-/Ausbildungs- oder Schulleiter gehören. Hie lohnt sich ein Blick in die Lehramtsprüfungsordnung (LPO) des Bundeslandes, in dem man seinen Vorbereitungsdienst leistet. Hat man das zweite Staatsexamen erfolgreich hinter sich gebracht, sind die Grundlagen gelegt. Im letzten Schritt heißt es nun, „nur noch“ eine Anstellung zu finden. Doch dazu ein andermal mehr. 

Der Autor Matthias Kley arbeitet seit über 15 Jahren als Texter und Autor für verschiedene Schulbuchverlage.

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