Basics Referendariat

„Das sehe ich aber anders ...“ Konfliktgespräche im Referendariat erfolgreich führen

Sie stehen mitten im Referendariat und plötzlich tauchen Probleme mit einem Ihrer Schüler auf und Sie müssten dies mit den Eltern besprechen aber wie? Oder aber Sie haben einen Konflikt mit Ihrer Schulleitung, einem Mentor bzw. einer Mentorin oder mit einer Fachseminarlehrkraft? Wie können Sie diese Konflikte erfolgreich angehen? Erste Ansätze hierfür lesen Sie in folgendem Beitrag.
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Sich selbst sortieren

Sie empfinden einen Konflikt mit einer anderen Person? Überlegen Sie genau, in welcher Form Sie diesen Konflikt wahrnehmen.

Manchmal werden Sie aber auch auf einen möglichen Konflikt vonseiten einer Kollegin/eines Kollegen oder auch von Eltern angesprochen. Reagieren Sie in diesem Fall besonnen und erbitten Sie sich Bedenkzeit.

Versuchen Sie, für sich zu klären, welcher Art die Probleme sind, die Sie zzt. belasten. Wo liegen die Ursachen – und wie lassen sich diese in einem Gespräch in Worte fassen?

Notizen

Bitten Sie die betroffene Person um ein klärendes Gespräch. Vor diesem Gespräch sollten Sie sich notieren, welcher Art Ihr Problem ist und wie sich dieses für Sie klären ließe, d. h., was ist Ihr Ziel und wie lässt es sich umsetzen?

Notieren Sie sich auch Fragen an die betroffene Person, z. B. wie diese den Konflikt wahrnimmt und welche Lösungsmöglichkeiten sie sich vorstellen könnte.

Vor dem Gespräch

Klären Sie vor dem Gespräch, ob Sie externe Hilfe, bspw. die einer Beratungslehrkraft benötigen. Soll jemand während des Gesprächs Protokoll führen oder die Ergebnisse visualisieren – oder werden Sie dies selber tun? Wollen Sie einen Entwicklungsplan gestalten, der dann von den an dem Gespräch beteiligten Personen eingehalten werden sollte?

Von besonderer Bedeutung ist auch, wo das Gespräch stattfindet. Versuchen Sie, einen Raum zu erhalten, der für alle Beteiligten „neutraler Boden“ ist.

Klären Sie vor dem Gespräch auch den zeitlichen Rahmen, den Sie für Ihr Vorhaben benötigen.

Während des Gesprächs

Diesen Zeitrahmen sollten Sie vor dem Gespräch noch einmal gemeinsam vereinbaren – ebenso wie das Ziel des Gesprächs.

Bleiben Sie während des Gesprächs stets sachlich. Behalten Sie Ihre Ziele im Auge, hören Sie sich die Meinung der anderen an und versuchen Sie, diese in die Diskussion einzubeziehen. Hilfreich ist es, mit „Ich-Botschaften“ zu arbeiten. Verbalisieren Sie so Ihre Meinung und sehen Sie von „Du-Botschaften“ sowie Schuldzuweisungen und unsachlicher Kritik ab. Bemühen Sie sich darum, auch die Meinung Ihrer Konfliktpartner nachzuvollziehen.

Während des Gesprächs sollten Sie versuchen, einen gemeinsamen Nenner zu finden, der für alle Beteiligten akzeptabel ist. Halten Sie dieses Ziel fest und notieren Sie genau, auf welche Weise Sie es erreichen möchten.

Vereinbaren Sie dann eine Zeitraum, in dem Sie Ihr Vorhaben praktisch umsetzen, und sprechen Sie einen Termin ab, zu dem das Ergebnis kritisch reflektiert und ggf. modifiziert werden soll.

Persönliche Konflikte

Ab und an kommt es allerdings auch zu Konflikten, die man auf sachlicher Ebene nicht lösen kann. Überlegen Sie dann bspw., ob es die Art Ihres Kollegen/Ihrer Kollegin ist, die Sie auf die Palme bringt – oder ob der Konflikt evtl. aus Ihrer Person heraus rührt.

Suchen Sie Rat bei einer neutralen Stelle. An den Landesschulbehörden und deren Außenstellen werden häufig Coaching-Seminare angeboten, in deren Rahmen man sich mit Kollegen austauschen kann. Sie können sich aber auch an die Beratungslehrkraft Ihrer Schule wenden oder einen Schulpsychologen zurate ziehen.

Bei einem persönlichen Konflikt ist es auf jeden Fall ratsam, sich diesen bewusst zu machen und ihn gezielt anzugehen.

Fazit

Das A und O eines erfolgreichen Konfliktgesprächs während des Referendariates ist eine intensive Selbstklärung. Erst dann kann ein Gespräch in einem angemessenen Rahmen stattfinden und dessen Ergebnis von Zeit zu Zeit evaluiert werden.

Alexandra von Plüskow ist Grund-, Haupt- und Realschullehrerin. Als solche sowie als Fachberaterin für das Fremdsprachenlernen in der Grundschule war sie an der Landesschulbehörde tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin für verschiedene pädagogische Verlage sowie als Lehrbeauftragte.

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