Basics Referendariat

Hauen und Stechen – der tägliche Konkurrenzkampf im Referendariat

Wie du aus der Konkurrenzfalle kommst

Der Referendariats-Kollege hat eine tolle PowerPoint-Präsentation für euer Seminar ausgearbeitet? Deine Kollegin schwärmt von ihren super Unterrichtsideen und möchte diese sogar veröffentlichen? Du bist mit mehreren Referendarinnen und Referendaren an einer Ausbildungsschule und hast das Gefühl, mit den anderen nicht mithalten zu können? Konkurrenzdenken im Referendariat sorgt in der Regel für zusätzlichen Stress in dieser ohnehin schon anspruchsvollen Zeit. Wie du dich aus der Konkurrenzfalle befreist, nennt der folgende Beitrag.
Fotolia 158649999 XS Peppenster ©photoPepp - stock.adobe.com

Konkurrenzkampf im Referendariat

Der Begriff „concurre“ bedeutet so viel wie „zusammenlaufen, aufeinanderlaufen“. In privaten und beruflichen Situationen steht man in Konkurrenz, wenn man Rivalität und Wettbewerb lebt. Grundsätzlich ist es zunächst einmal nicht schlecht, wenn man sich z. B. im Rahmen des Referendariats in einen Konkurrenzkampf begibt. Dies ist allein durch die Struktur dieser Ausbildung nicht gänzlich zu vermeiden. Was du aber umgehen solltest, ist ein alltägliches Hauen und Stechen darum, wer die besten Ideen hat und wer wohl am besten abschneidet.

Weg von der Konkurrenz, die den individuellen Mangel betont, hin zur kooperativen Arbeit, die den gemeinschaftlichen Nutzen fördert. Doch – wie lässt sich das erreichen?

Bei sich selbst beginnen

Überlege dir zuerst, welche Ziele du dir persönlich im Rahmen deiner Ausbildung setzt. Das können fachliche oder auch didaktisch-methodische Ziele sein. Und auch persönliche Ziele dürfen auf deiner Agenda stehen. Schreibe zunächst erst einmal alles auf, was dir einfällt. Lass deine Liste eine Weile liegen. Von Zeit zu Zeit ergänzt du neue Ziele oder streichst welche, die dir doch nicht so wichtig erscheinen. Nach etwa einer Woche priorisierst du diese Ziele. Lege etwa drei bis fünf Ziele fest, die dir besonders wichtig sind.

Überlege auch, welche Stärken du hast und woran du noch arbeiten könntest. Sich seiner eigenen Stärken, Schwächen und Ziele bewusst zu sein, ist ein wichtiger Faktor, um erfolgreich im Team zu arbeiten.

Suche dir Mitstreiter

Betrachte deine Mitstreiter etwa im Seminar oder in der Schule. Mit wem könntest du dir vorstellen, zusammenzuarbeiten? Mit wem könnten gute Synergie-Effekte entstehen?

Sprich diese Kolleginnen und Kollegen gezielt an und frage, ob ihr euch zu einem Gespräch treffen könnt, in dem es um die zielgerichtete Zusammenarbeit gehen sollte. In welcher Form könnt ihr Gedanken austauschen, Unterricht gemeinsam vorbereiten und kollegial reflektieren, Materialien entwickeln und evaluieren – und dies ggf. gemeinsam veröffentlichen? In welcher Form ist es denkbar, gemeinsam Referate zu konzipieren und zu halten? Außer, dass ihr euch an formale Vorgaben innerhalb des Referendariates halten müsst, sind euren Planungen keine Grenzen gesetzt.

Wenn es mit dem Miteinander nicht klappt …

Nicht mit allen Kolleginnen und Kollegen klappt die Zusammenarbeit reibungslos. Dies solltest du allerdings als normales Miteinander im Team betrachten. Auch in der späteren Lehrtätigkeit wirst du mit manchen Kolleginnen und Kollegen besser zusammenarbeiten können als mit anderen. Behalte deine eigenen Ziele und Werte für ein kollegiales Miteinander im Blick und versuche, Konkurrenzkämpfe möglichst zu vermeiden.

Und – in manchen Fällen spornt ein wenig Wettbewerb ja auch an, die eigenen Leistungen zu optimieren. Nicht umsonst gibt es den alten Spruch: Konkurrenz belebt das Geschäft. Wenn sie in Maßen stattfindet, mag dies stimmen.

 

Alexandra von Plüskow-Kaminski arbeitet seit 1998 als Grundschullehrerin im Landkreis Lüneburg. Sie ist derzeit vom Land Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis in die Stabsstelle Schulverwaltung, Bildung und ÖPNV in Soltau abgeordnet. Die zweifache Mutter verfasst als Fachjournalistin Texte und Materialien für verschiedene Verlage und Magazine.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: