Basics Referendariat

So gehen Sie mit Problemen mit Mentor oder Schule im Referendariat um

Immer dann, wenn Menschen zusammenarbeiten, kann es zu Differenzen kommen. Das ist normal und gehört auch dazu. Solange sich diese auf unterschiedliche Auffassungen beschränken, was den Beruf betrifft, ist das auch in Ordnung. Im Gegenteil – es entstehen so vielleicht sogar neue Perspektiven und diese bieten auch im schulischen Umfeld die Möglichkeit der Weiterentwicklung. Doch sollten Ihre Probleme darüber hinausgehen und im zwischenmenschlichen Bereich liegen, müssen Sie handeln, damit Sie für sich eine bessere Arbeitssituation schaffen können.
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Große Probleme

Wenn bei Ihnen schwerwiegende Probleme auftreten, zum Beispiel mangelnde Unterstützung, schlechte Beurteilungen, keine Aufgaben für Sie in der Klasse, dann müssen Sie etwas unternehmen. Das Erste sollte immer ein Gespräch mit Ihrem Mentor sein. Kommen Sie hier nicht weiter, wenden Sie sich an die Schulleitung und bitten um ein vertrauliches Gespräch. Erklären Sie, was Sie bisher getan haben und warum eine weitere Zusammenarbeit auf dieser Basis aus Ihrer Sicht nicht förderlich ist.

Es gibt nun drei Möglichkeiten:

  • Wechsel des Mentors: Vielleicht haben Sie im Vorfeld schon zu einer anderen Person mit passenden Fächern Kontakt aufgebaut und wissen, dass diese Zusammenarbeit förderlich sein würde.
  • Gemeinsames Gespräch in Gegenwart der Schulleitung: Machen Sie sich vorher Notizen und erklären Sie, welche Anforderungen an sie gestellt werden und wie diese besser umgesetzt werden können. Gehen Sie behutsam vor und passen Sie auf, dass das Gespräch auf einer sachlichen Ebene bleibt. Manchmal sind sich Personen gar nicht bewusst, dass sie falsch gehandelt haben, und sind durch ein nettes Gespräch eher bereit, ihr Verhalten zu ändern.
  • Gespräch zwischen der Schulleitung und dem Mentor: Wählen Sie diese Form, wenn Sie selbst nicht mehr weiterwissen, aber bedenken Sie, dass Sie es selbst wahrscheinlich als unangenehm empfinden würden, wenn man nicht mit Ihnen persönlich spricht. Es ist meist sehr schwierig, danach zu einem wirklich vertrauensvollen Verhältnis zu finden.

Unüberwindbare Schwierigkeiten

Stellen Sie fest, dass die Schule Sie nicht unterstützt, Sie vielleicht sogar abgelehnt werden und man Ihnen Steine in den Weg legt, dann sprechen Sie mit Ihrer Seminarleitung. Es gibt manchmal einfach Konstellationen, die nicht zueinander passen und die man ändern muss, aber das darf wirklich nur das allerletzte Mittel sein.

Fangen Sie danach an einer neuen Schule an, machen Sie sich Gedanken, was Sie eventuell besser machen können, und tragen Sie auf keinen Fall die alten Probleme in die neue Schule hinein.

Konflikte vermeiden, angehen, aber niemals verschweigen

Natürlich ist es gut, wenn Konflikte erst gar nicht entstehen. Vermeiden Sie daher im Vorfeld alles, was zu Missverständnissen und Verstimmungen führen kann. Fragen Sie nach, wenn Sie sich unsicher sind, und nehmen Sie Ratschläge der Mentoren an.

Passen Sie sich an Gegebenheiten an. Gibt es eine gemeinsame Kaffeekasse, beteiligen Sie sich daran. Achten Sie auf die Umgangsformen im Kollegium, auf Sitzordnungen. Auch persönliches Geschirr kann zu Missverständnissen führen.

Seien Sie nicht zu empfindlich. Bewertungen zu Ihren Unterrichtsstunden können manchmal schmerzhaft sein, da Sie Ihr Verhalten kritisieren. Bleiben Sie offen, denn oft ist Kritik nicht so gemeint, wie Sie sie auffassen, sondern nur als Empfehlung zu verstehen.

Gibt es einen Konflikt, arbeiten Sie daran, ihn zu lösen und ihn nicht zu verschärfen. Reden Sie niemals mit Schülern darüber oder öffentlich im Lehrerzimmer. Ziehen Sie sich nicht zurück, sondern bleiben Sie freundlich und bereit, gemeinsame Lösungen zu suchen. 

Manon Sander hat als Lehrerin an Grund-, Haupt- und Realschulen unterrichtet. Sie ist Lehrbeauftragte an der Universität in Bielefeld und betreut dort die Lehramtsstudierenden im Praktikum. Die Mutter von sechs Kindern ist außerdem als Autorin für verschiedene Verlage und Magazine tätig.

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