Basics Referendariat

Wenn ein Baby kommt … Schwangerschaft im Referendariat

Sie sind schwanger? Dies ist eine erfreuliche Nachricht – doch gibt es das eine oder andere hinsichtlich Ihres Referendariats zu beachten. Genau geregelt werden Ihre Rechte durch die jeweiligen Verordnungen zum Mutterschutz Ihres Bundeslandes. Welche generellen Regelungen es im Bereich des Mutterschutzes gibt, möchte Ihnen der folgende Beitrag ansatzweise veranschaulichen.

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Schwangerschaft

Sie haben die gute Nachricht erhalten, dass Sie Nachwuchs erwarten? Doch Sie stecken mitten im Referendariat? Dann gilt es, sich über bestimmte Dinge zu informieren und Informationen an Ihre Vorgesetzten weiterzuleiten.

Sobald Sie von der Schwangerschaft wissen, sollten Sie in der Regel Ihre Schulleitung und Ihr Ausbildungsseminar darüber informieren. Teilen Sie den voraussichtlichen Entbindungstermin mit. Hierzu reicht in den meisten Fällen eine Kopie des Mutterpasses. In manchen Fällen wird Ihre Schulleitung eine gesonderte Bescheinigung über die Schwangerschaft verlangen.

Klären Sie bei Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin ab, ob Sie Ihrer Tätigkeit im Schuldienst weiter nachgehen können. Dies ist beispielsweise dann auszuschließen, wenn Sie selbst keinen Schutz etwa im Fall von Ringelröteln haben. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin muss Ihren aktuellen Immunstatus feststellen – bis dahin haben Sie ein Beschäftigungsverbot im Kontakt mit Kindern.

Aufgaben der Schulleitung

Ihre Schulleitung muss, nachdem Sie ihr die Schwangerschaft mitgeteilt haben, ein mögliches Gefährdungsrisiko innerhalb der Schule begutachten. Hierzu zählen etwa Situationen mit einer erhöhten Unfallgefahr, wie beispielsweise, dass Sie ausrutschen oder fallen bzw. angegriffen werden könnten. Pausenaufsichten müssen Sie in dieser Zeit nicht ausführen. Auch in gefährdenden Fächern wie etwa Physik, Chemie oder im Sportunterricht sollten Sie in dieser Zeit nur eingesetzt werden, wenn ein Risiko, dass Ihnen etwas zustößt, möglichst ausgeschlossen werden kann.

Auch sollte Ihnen die Möglichkeit gegeben werden, dass Sie Pausen einrichten und sich zum Beispiel in einem Ruheraum ausruhen können.

Zu Mehrarbeit dürfen Sie während Ihrer Schwangerschaft nicht hinzugezogen werden.

Die Zeit vor der Geburt

Sechs Wochen vor der errechneten Geburt Ihres Kindes sollten Sie nicht beschäftigt werden. Es gibt die Ausnahme, dass Sie beispielsweise auf eigenen schriftlichen Wunsch und auf Vorlage einer ärztlichen Unbedenklichkeitserklärung tätig werden dürfen, etwa um Prüfungen abzulegen. Diese Erklärung können Sie allerdings jederzeit widerrufen. Auch acht Wochen nach dem tatsächlichen Geburtstermin dürfen Sie nicht beschäftigt werden. Bei Mehrlingsgeburten ist dies sogar zwölf Wochen lang der Fall, ebenso wie bei Frühgeburten. Bei Frühgeburten wird die Zeit, die bis zum errechneten Geburtstermin fehlt, im Anschluss an die Geburt auf diese zwölf Wochen angerechnet.

Nach Ablauf der Acht-bzw. Zwölf-Wochen-Frist

Nach Ablauf der acht bis zwölf Wochen nach der Geburt, können Sie wieder in den Schuldienst einsteigen. Dies sollten Sie in der Regel bis spätestens vier Wochen vor Ablauf dieser Frist Ihrer Schulleitung und Ihrem Ausbildungsseminar mitteilen. Erklären Sie, mit wie vielen Unterrichtsstunden Sie wieder tätig werden können – und klären Sie, wie Ihr Referendariat von nun an organisiert werden kann.

Als Mutter in der Schule

Nicht nur die erste Zeit als frischgebackene Mutter erfordert sehr viel Planung und genaue Absprachen von Ihrer Seite: mit den Betreuern und Betreuerinnen Ihres Kindes – aber auch mit der Schulleitung, Ihren betreuenden Lehrkräften und mit dem Ausbildungsseminar. Sprechen Sie Termine detailliert ab und seien Sie ehrlich, wenn Ihnen alles zu viel wird. Gewiss gibt es Möglichkeiten, wo Sie und Ihre Schule aufeinander zu gehen können. Stillende Mütter sollten darauf achten, dass die Stillzeiten eingehalten werden. Weiterhin sollte in der Schule ein Ruheraum für Sie zur Verfügung stehen, in den sie sich bei Bedarf zurückziehen können.

Es gibt viel zu beachten, wenn Sie Mutter während Ihres Referendariats werden. Achten Sie darauf, alle Formalia korrekt einzuhalten. Erkundigen Sie sich an Ihrer Schule sowie am Ausbildungsseminar, wie Sie vorgehen müssen, und schreiben Sie sich eine Checkliste, die Sie nach und nach abarbeiten. Hilfreich ist es auch, die Mutterschutzregelungen Ihres Bundeslandes zu kennen und beispielsweise die geltenden Richtlinien hierzu bei der jeweiligen Schulbehörde zu erfragen.

Alexandra von Plüskow ist Grundschullehrerin und war mehrere Jahre lang als Fachberaterin und Lehrbeauftragte tätig. Sie ist Fachjournalistin und arbeitet frei für verschiedene Verlage und Magazine.

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