Basics Referendariat

Der erste Tag an der Ausbildungsschule: Hilfestellungen zur Orientierung

Neu an der Schule. Verwirrt und verunsichert? Kein Wunder – es ist ja kaum fünf Jahre her, dass Sie selbst die Schulbank gedrückt haben. Und jetzt im Vorbereitungsdienst stehen Sie auf der anderen Seite des  Lehrerpults – auch wenn Sie noch keine „richtige“ Lehrkraft sind. Aber Sie sind nicht allein!
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In der ersten Zeit ist es wichtig, dass Sie die Schülerinnen und Schüler, das Kollegium und die typischen Abläufe in der neuen Schule kennenlernen. Bis Sie alles in Erfahrung gebracht haben, kann das schon etwas dauern. Aber keine Sorge! Die Schulleitung, Ihre Mentoren und Ausbildungskoordinatoren kümmern sich darum, dass Sie sich zurechtfinden.

Mentoren und Ausbildungskoordinatoren sind Ihre Berater vor Ort

Wenn es um Fragen der Organisation Ihrer Ausbildung geht, steht Ihnen an der Schule eine Ausbildungskoordinatorin bzw. ein Ausbildungskoordinator zur Seite. Sie oder er ist dafür zuständig, Ihnen einen reibungslosen Start in die Ausbildung zu ermöglichen.

Zur Unterstützung im Vorbereitungsdienst stehen Ihnen außerdem an der Ausbildungsschule entsprechend der Anzahl Ihrer Ausbildungsfächer Mentoren (Ausbildungslehrkräfte) zur Seite. Diese sind speziell für diese Aufgabe ausgebildet und mit der Referendarausbildung beauftragt. Die Aufgaben einer Mentorin bzw. eines Mentors sind vielfältig. Im Referendariat ist Ihre Mentorin bzw. Ihr Mentor Ansprechpartner und Beurteiler zugleich. Sie bzw. er informiert Sie über Formalitäten wie Regelungen und Erwartungen an Sie als Referendarin bzw. Referendar.

SchulleiterIn, Kollegium und Personal kennenlernen

Die Schulleitung trägt die Gesamtverantwortung für die Arbeit an der Schule. In einem ersten Orientierungsgespräch klärt Sie die Schulleitung über die Arbeitsweise und rechtliche Vorschriften an der Ausbildungsschule auf.

Jede Schule hat ihre eigene Organisation und Spielregeln. Dabei ist die Zusammenarbeit untereinander meist bis ins Detail organisiert. So sind Lehrkräfte für spezielle Arbeits- und Fachbereiche zuständig. Diese Arbeits- und Fachbereiche können u.a. sein:

  • Beratungslehrkraft (z.B. Schullaufbahnberatung oder Unterstützung von Lehrkräften)
  • Verbindungslehrkraft
  • Fachbetreuerin bzw. Fachbetreuer
  • beauftragte Lehrkraft für Themen wie Sicherheit, Medien oder Pressearbeit
  • betreuende Lehrkraft für Schülerprojekte (Zeitung, Chor, Theater etc.)

Die Arbeit des Personals fernab des Unterrichtens ist auch eigens organisiert. Für Sie ist es wichtig, wann und wie z.B. der Hausmeister für Sie erreichbar ist und welche Arbeiten er in der Schule übernimmt. Sie erhalten Informationen über die Aufgaben des Sekretariats und über die Sprechzeiten. In jeder Schule gibt es Reinigungspersonal, das sich um die Sauberkeit der Klassenräume kümmert. Die Reinigungszeiten für die Klassenzimmer sind festgelegt und auch Sie als Lehrkraft und Ihre Schülerinnen und Schüler haben in der Schule gewisse Reinigungsaufgaben zu erledigen. 

Formalitäten müssen geklärt werden

In der Schulordnung jeder Schule ist festgehalten, wie Sie der Aufsichtspflicht im Schulalltag nachgehen müssen. So gelten spezielle Regeln für die Aufsicht im Klassenzimmer, in der Pause oder bei Schulausflügen. Die Unterrichts- und Erziehungsarbeit wird an jeder Schule in regelmäßigen Abständen evaluiert. Auch über dieses Verfahren werden Sie informiert. In der Regel übernimmt die Schulleitung die Aufgabe, Sie über die Formalitäten aufzuklären. Scheuen Sie sich nicht, sich bei offenen Fragen, auch an die Ausbildungskoordinatoren oder Mentoren zu wenden. 

Sich orientieren – Gebäude, Räume und Medien

Damit Sie sich in der Schule orientieren können, ist es notwendig, dass Sie über die Räumlichkeiten  Bescheid wissen. Dazu gehören Fachräume (für bspw. Chemie, Biologie, Physik und Kunst) und deren Sicherheitsbestimmungen. Lassen Sie sich auch die Technik- und Computerräume zeigen. Damit Sie das Schulnetzwerk nutzen können, benötigen Sie eine kleine Einführung.

Schulen verfügen meist über eine Vielzahl von Material und Medien (technische Geräte, Landkarten, Lehrbücher, Zeichengeräte etc.). Das Medienausleihsystem organisiert die Vergabe des Materials.

Fragen Sie auch nach den Kopiermöglichkeiten an der Schule.

Regelung bei Notfällen

Die meisten Bundesländer haben offizielle Regelungen für den Umgang mit Notfällen. In der Schulordnung ist festgehalten, wie Sie beispielsweise mit einem Schülerunfall umgehen und diesen melden müssen. Sie sollten wissen, wo Sie in der Schule die Erste-Hilfe-Koffer finden. Vielleicht verfügt Ihre Schule auch über ein Krankenzimmer.

In regelmäßigen Abständen findet ein Probealarm statt, der auf den Ernstfall vorbereiten soll. Für jedes Klassenzimmer ist dabei ein Fluchtplan vorgesehen, der auf dem schnellsten Weg auf den Sammelplatz führt.

Wer viel fragt, bleibt nicht dumm

Sie sind neu an der Schule. Sie können nicht vom ersten Tag an alles wissen. Also fragen Sie nach, auch wenn es um eine Kleinigkeit geht. So sind Sie auf dem neusten Stand und zeigen gleichzeitig Interesse an Ihrer Ausbildungsschule.  MK

Der Autor Matthias Kley arbeitet seit über 15 Jahren als Texter und Autor für verschiedene Schulbuchverlage.

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