Basics Referendariat

Fettnäpfchen vermeiden: Der erste Tag im Referendariat

Es ist Ihr erster Tag in Ihrer neuen Schule und Sie versuchen, alles richtig zu machen. Im Lehrerzimmer setzen Sie sich erleichtert auf einen Platz, nachdem Sie sich eine Tasse Kaffee genommen haben. Kurz danach kommt eine Kollegin herein und schaut irritiert auf Ihre Tasse. Ein anderer Kollege macht Sie darauf aufmerksam, dass das eigentlich sein Platz sei. Gleich ist die Stimmung gedrückt, noch ehe Sie sich vorzustellen konnten. Wie Sie Situationen wie diese vermeiden können, lesen Sie hier.
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Vorsichtiges Herantasten

Sie kommen in eine neue Schule, in ein Kollegium, das schon längere Zeit zusammenarbeitet. In jedem Kollegium haben sich bestimmte Verhaltensmuster etabliert, denen Sie sich erst einmal anpassen müssen. Da Sie diese jedoch nicht kennen, müssen Sie sich zunächst vorsichtig mit den Bedingungen vertraut machen.

Vorstellen

Zunächst einmal ist es wichtig, dass Sie sich so vielen Personen wie möglich vorstellen. Im Idealfall werden Sie auf einer Konferenz eingeführt. Das muss aber nicht zwingend so sein. Sollten Sie tatsächlich in einer großen Runde vorgestellt werden, können Sie dies mit ein paar Worten bewältigen. Nennen Sie nach der Begrüßung Ihren Namen, wiederholgen Sie ihn ggf., wenn er ungewöhnlich ist, und bitten Sie Ihre künftigen Kollegen darum, sich bei Ihnen Hilfe und Anregungen holen zu dürfen.

Ansprechpersonen

Sie werden schon die ersten Stunden gemeinsam mit anderen Personen verbringen. Fragen Sie so viel wie möglich von Anfang an, natürlich auch, was den Umgang mit Schülern betrifft, wann der Unterricht beginnt und wer die Klassenräume aufschließen darf, wenn sie denn abgeschlossen sind – vor allem aber, was das Miteinander der Kollegen angeht.

Stolperfallen

  • Fragen Sie nach bestimmten Sitzordnungen im Lehrerzimmer. Haben Sie keine Möglichkeit zu fragen, warten Sie einfach erst einmal ab und setzen sich dann, nachdem Sie einen Überblick gewonnen haben.
  • Beobachten Sie, wie man sich begrüßt. Wird allgemein ein „Guten Morgen“ in den Raum gewünscht oder begrüßt man sich per Handschlag?
  • Duzen sich generell alle oder spricht man sich eher mit dem Nachnamen an? Oft ist das gemischt. Stellen Sie sich einfach mit Vor- und Nachnamen vor, dann kann jeder das handhaben, wie er möchte.
  • Wie wird das mit den Getränken gehandhabt? In manchen Schulen werden die Getränke vom Kollegium selber gekauft. Fragen Sie nach, ob es eine Gemeinschaftskasse gibt oder ob reihum eingekauft wird. Eventuell gibt es auch Tee oder Kaffee, der nur einzelnen Personen gehört – greifen Sie nicht einfach zu, sondern warten Sie, bis man Ihnen etwas anbietet bzw. Ihnen erklärt, wie es gehandhabt wird.
  • Welche Tasse sollen Sie nehmen? Wenn es neutrales Geschirr gibt, können Sie davon ausgehen, dass sie sich einfach bedienen können. Sind die Tassen bunt durcheinander, dann sollten Sie fragen, welche Sie nehmen dürfen.
  • Was machen Sie mit dem benutzten Geschirr? Auch das Reinigen des Geschirrs im Lehrerzimmer ist von Schule zu Schule anders geregelt. Manchmal gibt es Spülwochen, an anderen Schulen räumt jeder mal das Geschirr weg, der gerade Zeit hat, oder jeder ist für sein eigenes Geschirr verantwortlich. Erkundigen Sie sich auch hier, bevor Sie Ihre Tasse einfach in die Spüle stellen.

Wenn Sie diese Fallen geschickt umgangen haben, dann wenden Sie sich denen des täglichen Arbeitens zu.

  • Erkundigen Sie sich, wie mit dem Kopierer gearbeitet wird, welches Passwort Sie dafür verwenden dürfen und wie viele Kopien Ihnen zustehen. Was machen Sie, wenn Sie Ihr Kontingent verbraucht haben?
  • Wie sieht es aus mit dem Schulbeginn – wie lange vorher trifft man sich im Lehrerzimmer?
  • Welche Schlüssel brauchen Sie für die tägliche Arbeit, woher bekommen Sie diese? Fragen Sie auch, ob Ihre Kollegen den Abschluss einer Schlüsselversicherung (gibt es in Kombination mit einer Haftpflichtversicherung) anraten.
  • Wo können Sie Bücher ausleihen und wo tragen Sie sich dazu ein?
  • Welche Aufsichten können Sie übernehmen, und wo müssen Sie sich dazu jeweils einfinden?

Es werden sich noch viele weitere Fragen ergeben, doch wenn Sie erst einmal einen gelungenen Einstieg geschafft haben, werden Sie den Rest auch meistern. 

Manon Sander hat als Lehrerin an Grund-, Haupt- und Realschulen unterrichtet. Sie ist Lehrbeauftragte an der Universität in Bielefeld und betreut dort die Lehramtsstudierenden im Praktikum. Die Mutter von sechs Kindern ist außerdem als Autorin für verschiedene Verlage und Magazine tätig.

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