Basics Referendariat

Und alle schauen mich an … der Referendar im Fokus

Du bist neu im Referendariat – oder auch schon ein Profi? Dann weißt du, dass du von der ersten Stunde an im Blickpunkt von nahezu jedem stehst, egal ob Kollegen, Schüler oder Eltern. Und dazu kommen noch die Seminarlehrkräfte und die anderen Lehrer im Vorbereitungsdienst. Stress pur? Das muss nicht sein. Der folgende Beitrag nennt dir in Grundzügen, wie du mit dieser (neuen) Situation umgehst.
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Wer also richtet seine Blicke auf dich? Gehe einmal Schritt für Schritt durch, wem du in welcher Situation begegnest …

Im Klassenraum

Hier stehst du im Blickfeld deiner Schülerinnen und Schüler, und für dich zählt, dass du deiner Sache sicher bist. Sprich: Eine gut durchdachte Stundenplanung mit Möglichkeiten zur Individualisierung und Differenzierung ist das A & O, um erfolgreich zu sein.

Außerdem solltest du dich ausführlich mit deiner eigenen Haltung und deinen Werten auseinandergesetzt haben. Nur so kannst du dich authentisch vor deiner Klasse präsentieren. Was ist dir also wichtig im Umgang mit deinen Schülern und welche Dinge sind dir im Unterricht bedeutsam?

Tipp: Notiere dir deine Gedanken zu den beiden Fragen und halte die Antworten stichwortartig fest. Formuliere die Top 3, die du in deinem Unterricht unabdingbar berücksichtigen möchtest. Lerne diese Top 3 auswendig, damit du sie jederzeit für dich aufrufen kannst.

Bei den Kollegen und Kolleginnen

Es gehört schon ein wenig Mut dazu, zum ersten Mal das Lehrerzimmer zu betreten und dort als „der bzw. die Neue“ vorgestellt zu werden. Nun sind wirklich alle Augen auf dich gerichtet. Hier gilt: Der erste Moment zählt. Achte auf deine Körperhaltung und darauf, Kommunikationsangebote anzunehmen. Hab keine Scheu davor, nachzufragen, wenn dir etwas unklar ist.

Einige der Kolleginnen und Kollegen werden dich durch dein Referendariat begleiten. Sie werden dich bestimmt loben, aber auch ab und an Kritik üben. Damit gilt es, im Referendariat konstruktiv umzugehen.

Tipp: Nimm diese Kritik sachlich auf. Reflektiere, welche Dinge für dich wesentlich sind – und welche eher nicht. Versuche, die Inhalte in einem Gespräch mit den entsprechenden Lehrkräften zielführend zu klären. Dabei hilft dir die Methode des „Aktiven Zuhörens“, die auch im Umgang mit Eltern nützlich ist.

Die Schulleitung

Sie richtet ihr Augenmerk immer mal wieder auf dich. Mach dich deshalb fit in den folgenden Punkten: Wo möchtest du dich engagieren und kannst dich mit deinen Kompetenzen einbringen? Welche Formalitäten gilt es, einzuhalten? Was musst du beachten, wenn etwa ein Besuch aus dem Seminar an deiner Schule ansteht? Bemühe dich darum, die Dienstwege einzuhalten und deine Schulleitung über alle aktuellen Geschehnisse in angemessener Form zu informieren.

Im Seminar

Auch hier solltest du auf die Gepflogenheiten im Seminar achten. Welche Regeln gelten, welche Wege sind einzuhalten – all diese Dinge solltest du kennen.

In Prüfungssituationen richtet sich der Blick deiner Seminarlehrkräfte und der Mitreferendare auf dich. Denke an eine gute Vorbereitung, achte auf deine eigene Haltung – körperlich und mental – und darauf, wie du mit möglicher Kritik umgehen möchtest.

Solltest du dich unsicher fühlen, sprich mit Freundinnen oder Freunden darüber oder auch mit Seminarkollegen. Diese haben bestimmt den einen oder anderen Tipp parat. Achte immer wieder bewusst auf deine Körperhaltung und auf deine Präsenz im Klassenraum. Solltest du Schwierigkeiten mit deiner Stimme haben, so hat sich ein Training bei einer Stimmbildnerin oftmals bezahlt gemacht.

Wenn du all diese Tipps beachtest, sollte es dir leichter fallen, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen.

Alexandra von Plüskow arbeitet seit 1998 als Grundschullehrerin im Landkreis Lüneburg. Sie ist derzeit vom Land Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis in die Stabsstelle Schulverwaltung, Bildung und ÖPNV in Soltau abgeordnet. Die zweifache Mutter verfasst als Fachjournalistin Texte und Materialien für verschiedene Verlage und Magazine.

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