Basics Referendariat

Zeig mir, was du trägst und ich sage Dir, wer du bist: Kleiderordnung für Referendare

Stellen Sie sich ein Flughafengebäude vor. Auf einen Blick erkennen Sie, wer Pilot oder Flugbegleiter ist. Sie müssen dazu nicht ein einziges Wort mit dieser Person gewechselt haben. Die Kleidung hat Ihnen den Beruf verraten. Und genauso verhält es sich auch im Lehrerberuf. Unbewusst kommunizieren Sie über Ihre Kleidung

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Versetzen Sie sich einmal zurück in Ihre eigene Schulzeit. Was trugen Ihre Lehrerinnen und Lehrer? Renate Hendricks (Vorsitzende des Bundeselternverbandes) kommentiert: „Lehrer sind für Schüler keine Vorbilder, wenn sie im Unterricht Schlabberpullis, ausgewaschene Jeans oder Ökoschlappen tragen. [...] Einige Lehrer kleiden sich so schlecht, dass sie dafür in manch einer Firma entlassen würden." Nicht nur die Schülerinnen und Schüler stehen also im Fokus der Kritik. Auch Lehrkräften wird heutzutage vorgeworfen, dass sie sich nicht ihrem Beruf entsprechend kleiden.

Kleider machen Leute – nonverbale Signale durch die Kleiderwahl

Herr Becker ist Bio- und Sportlehrer. Er trägt am liebsten den ganzen Tag seine Sportkleidung, weil er keine Lust hat, sich dreimal am Tag umzuziehen. Frau Bauer ist ihr Aussehen eher unwichtig, denn ihrer Meinung nach kommt es auf die Persönlichkeit an. Was sie als bequem und locker ansieht, nehmen andere als „Schlabberlook“ wahr. Auch wenn Frau Bauer und Herr Becker kompetente Lehrkräfte sind – ihre Kleidung kommuniziert etwas anderes.

Die Auswahl der Kleidung ist wichtig

Im Schuldienst müssen Sie Ihre Klasse „bändigen“ und souverän führen. Natürlich sind Sie nicht weniger kompetent, nur weil Sie z. B. einen jugendlichen Kleidungsstil bevorzugen. Aber die Schülerinnen und Schüler bilden sich unter anderem auch auf Basis Ihrer Kleidung ein Urteil über Sie. So kann ein zu jugendliches Auftreten dazu führen, dass die Lernenden fälschlicherweise denken: „Sie ist eine von uns – mit ihr können wir machen, was wir wollen!“

Mit Ihrer Kleidung entscheiden Sie durchaus, wie Sie von Ihren Schülerinnen und Schülern angesehen werden. Dabei handelt es sich um eine Wahrnehmung, die Sie bewusst steuern können. Bei der Auswahl Ihrer Kleidung sollten Sie immer zwei Fragen beantworten: Wie wird mein Kleidungsstil wahrgenommen? Ziehe ich mit meinem Kleidungsstil vielleicht Probleme an, die nicht sein müssten?

Von Ihnen wird Seriosität und Professionalität verlangt

Ob im Klassenzimmer, bei Elterngesprächen oder im Lehrerzimmer – als Lehrkraft haben Sie gegenüber Ihren Schülerinnen und Schülern eine Vorbildfunktion. Wie wollen Sie beispielsweise einem 16-Jährigen das korrekte Auftreten bei einem Bewerbungsgespräch erklären, wenn Sie selbst dafür kein Vorbild sind?

Tipps zur Kleiderwahl

Was heißt das nun aber konkret? Wenn Sie folgende Grundsätze beachten, können Sie nichts verkehrt machen:

  • Grenzen Sie sich bewusst vom Kleidungsstil Ihrer Schülerinnen und Schüler ab. Man sollte im Schulhaus erkennen, dass Sie eine Lehrkraft sind und nicht zur Gruppe der Lernenden gehören.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Kleidung ordentlich und gepflegt ist.
  • Tragen Sie Kleidung, in der Sie sich wohlfühlen. So strahlen Sie mehr Sicherheit aus, als im feinsten Anzug oder Kostüm, in dem Sie sich unwohl fühlen.
  • Achten Sie auf Ihre Umgebung. Sie können an eine Schule kommen, in der Sie nie eine Lehrkraft in Jeans antreffen werden. Es kann aber genauso vorkommen, dass Sie in der nächsten Schule für Ihren Stil in Stoffhose und Hemd belächelt werden. Bleiben Sie sich treu. Wichtig: Werfen Sie auch mal einen Blick auf die Umwelt. 

 

 

Der Autor Matthias Kley arbeitet seit über 15 Jahren als Texter und Autor für verschiedene Schulbuchverlage.

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