Basics Referendariat

Von der Schulküche bis zum Lehrerzimmer – Schulpersonal und Kollegen

Die Schule ist der Ort, an dem Schülerinnen und Schüler zu mündigen und selbstständigen Menschen heranreifen sollen. Nicht nur die Lehrkräfte tragen dazu bei. Das Personal fernab des Unterrichtens und Erziehens liefert einen erheblichen Beitrag, eine lernförderliche Atmosphäre zu schaffen.
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Die Schulgemeinschaft – das „Personal“ an einer Schule

Die Organisation einer Schule beruht auf einer Schulgemeinschaft. Je nach Schulart, Schulgröße und Ausstattung setzt sich das Personal folgendermaßen zusammen:

  • Schulleitung (mit Stellvertretung)
  • Lehrpersonal (Beamte oder Tarifbeschäftigte)
  • Schularzt
  • Sozialpädagogen/Sozialarbeiter
  • Schulpsychologe
  • Personal im Sekretariat
  • Hausmeister
  • Reinigungspersonal, Schulgärtner, Personal in der Schulspeisung
  • Mitbestimmungsgremien: Lehrerrat, Elternvertretung und Schülervertretung

Die Aufgaben als Lehrkraft in der Schulgemeinschaft

Jedes Bundesland hält im Schulgesetz fest, welche Rechte und Pflichten mit dem Lehrberuf einhergehen. Die Aufgabe der Lehrkräfte besteht generell darin, zur persönlichen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler beizutragen. Im Zentrum steht, die Lernenden zum eigenständigen Lernen und eigenverantwortlichen Handeln anzuleiten. Um dies zu gewährleisten, unterrichten, erziehen, beurteilen, bewerten, beraten und betreuen Sie die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der vorgegebenen Bildungs- und Erziehungsziele. Bei Ihrer Lehrtätigkeit müssen Sie die freie Meinungsäußerung Ihrer Schützlinge sicherstellen. Eine einseitige Beeinflussung der Schülerinnen und Schüler ist nicht zulässig. Zu Ihren weiteren Pflichten gehört, dass Sie sich regelmäßig fortbilden.

Das Kollegium

Die Zusammenarbeit unter den Kolleginnen und Kollegen ist an Schulen meist bis ins Detail organisiert. In der Regel gibt es unter den Lehrkräften klar definierte Zuständigkeiten für spezielle Arbeits- und Fachbereiche. Dies können u.a. sein:

  • Beratungslehrkraft (z.B. Schullaufbahnberatung oder Unterstützung von Lehrkräften)
  • Verbindungslehrkraft
  • Fachbetreuerin bzw. Fachbetreuer
  • beauftragte Lehrkraft für Bereiche wie Sicherheit, Medien oder Pressearbeit
  • betreuende Lehrkraft für Schülerprojekte (Zeitung, Chor, Theater etc.)
  • Personalratsvorsitzende oder -mitglied

Die schülerfreie Zone – das Lehrerzimmer

Das Lehrerzimmer ist der Treffpunkt des Kollegiums. In den meisten Schulen ist Schülerinnen und Schülern der Zutritt in dieses Zimmer verboten. Nur hier ist das Kollegium unter sich und kann sich austauschen. Im Lehrerzimmer kann man seine Konflikte mit einzelnen Schülerinnen bzw. Schülern oder Klassen, seine Enttäuschungen, seine Theorien und Pläne loswerden  – und ist idealerweise im Gegenzug bereit, dem anderen auch zuzuhören. Besonders der Austausch mit einem Mit-Referendar oder  einer „Junglehrkraft“ erleichtert häufig den Schulalltag.

Eine Atmosphäre der Offenheit und Akzeptanz im Lehrerzimmer ist eine Kraftquelle für alle Lehrkräfte. Leider ist dies nicht an allen Schulen der Fall. Auch im Umgang mit Referendaren ist das Verhalten nicht immer so, wie Sie es sich vielleicht wünschen. Lassen Sie sich davon nicht beeinflussen und pflegen Sie einen konstruktiven Austausch mit Ihren Kolleginnen und Kollegen.

Die Stellung und Aufgaben des Schulleiters

Die Schulleiterin oder der Schulleiter trägt die Gesamtverantwortung für die Arbeit der Schule. Um ein geregeltes Schulleben zu ermöglichen, sorgt sie oder er für die Einhaltung der Vorschriften und des Hausrechts. Des Weiteren laufen Entscheidungen über die Verteilung der Finanzen für Personal- und Sachmittel über ihren bzw. seinen Tisch. Auch die Entscheidung über Einstellung, Umsetzung und Unterrichtseinsatz der Lehrkräfte liegt in ihrer bzw. seiner Hand. Die Schulleiterin oder der Schulleiter kontrolliert die Unterrichts- und Erziehungsarbeit an der Schule und sorgt für eine Verbesserung, wenn dies nötig sein sollte. Sie oder er steht in Kontakt mit Behörden und Einrichtungen. Die Schulleiterin oder der Schulleiter ist weisungsbefugt – d.h., sie oder er kontrolliert Ihre Unterrichts- und Erziehungsarbeit und weist Sie auf evtl. Verbesserungen hin, die Sie als Arbeitnehmer umsetzen sollten. Sie oder er kümmert sich um die Einhaltung der Fortbildungsverpflichtung. Im Rahmen des Vorbereitungsdienstes fördert sie oder er die Ausbildung und kontrolliert deren Qualität.

Wenn es um Überstunden, Dienstbefreiung, Sonderurlaub, Dienstreisen oder Fortbildungsanträge geht, ist die Schulleiterin bzw. der Schulleiter Ihr Ansprechpartner.

Wer kann Schulleiter werden?

In der Regel wird vorausgesetzt, dass eine Schulleiterin oder ein Schulleiter Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt, die die klassische Lehrerausbildung überragen. Fähigkeiten in der Führung und Organisation und die Kompetenz zur Beurteilung von Unterricht und Erziehung sind dabei gefragt. Team- und Konfliktfähigkeit gelten als Grundvoraussetzung, die Schulgemeinschaft zu organisieren. Bewerberinnen und Bewerber, die bereits über Erfahrungen an Schulen, an anderen Bildungseinrichtungen, in der Verwaltung oder Wirtschaft verfügen, sind bei der Besetzung dieser Position in der Schulgemeinschaft gern gesehen.

Die guten Geister

Zu den guten Geistern des Hauses gehört jenes Personal, ohne das Abseits vom Unterricht ein geregeltes Schulleben nicht möglich wäre. So leisten das Reinigungspersonal, die Hausmeisterin oder der Hausmeister, das Personal im Sekretariat aber auch die Schulärztin bzw. Schularzt oder die Schulpsychologin bzw. der Schulpsychologe einen essenziellen Beitrag zur Schulgemeinschaft, der nicht unterschätzt werden sollte.  

Die Schule basiert auf einer Gemeinschaft ­– durch einen sozialen und respektvollen Umgang miteinander kann jeder einzelne dazu beitragen, dass diese Gemeinschaft von allen als bereichernd und wertvoll angesehen wird.  MK

Der Autor Matthias Kley arbeitet seit über 15 Jahren als Texter und Autor für verschiedene Schulbuchverlage.

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