Diagnose und Förderung

Der Förderplan: so unterstützen Sie Ihre Schüler

Sie wollen jeder Schülerin und jedem Schüler in Ihrem Förderunterricht gerecht werden? Dann ist es sinnvoll, dass Sie nach einer umfassenden Diagnose einen individuellen Förderplan erstellen. Was Sie dabei beachten sollten und wie Sie Ihre Lernerinnen und Lerner in die Förderung einbeziehen können, lesen Sie hier.
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Wozu dient ein Förderplan?

Mithilfe eines individuellen Förderplanes bestimmen Sie im Team, an welchen Schwerpunkten einzelne Schülerinnen und Schüler in der nächsten Zeit arbeiten sollten. Der Förderplan zeigt deren Stärken auf, aber auch etwaige Lücken, die im Lernstoff aufgearbeitet werden müssen. Doch ein Förderplan kann mehr. Er arbeitet vielschichtig und legt nicht nur dar, wo Defizite vorliegen, sondern auch, welche persönlichen Aspekte berücksichtigt werden sollten. Wie steht es etwa um die Lernmotivation? Wie um das Verhalten im Unterricht? Der Förderplan beschreibt den Ist-Zustand und legt fest, mithilfe welcher Möglichkeiten bestimmte Ziele erreicht werden sollen.

So erstellen Sie einen Förderplan

Jost Schneider spricht vielen Lehrkräften aus der Seele: „Es darf auf keinen Fall so weit kommen, dass die Dokumentation der Förderung mehr Zeit in Anspruch nimmt, als die Förderung selbst!“ (Kress/Rattay/Dirk Schlechter/Jost Schneider (2011), S.48). Er schlägt vor, einen Förderplan zu entwickeln, der nicht mehr Raum einnimmt als eine DIN-A4-Seite. Überlegen Sie sich deshalb gut, worauf Sie bei der Erstellung des Förderplanes Ihr Augenmerk legen. Notieren Sie in der Kopfzeile, für welche Schülerin bzw. welchen Schüler der Förderplan gilt. Halten Sie die Klasse fest, die sie oder er besucht und nennen Sie sich als zuständige Förderlehrkraft. Bestimmen Sie ferner, welche anderen Lehrkräfte in Ihrem Team mitarbeiten, etwa die Klassenlehrkraft oder weitere Fachlehrkräfte. Ein Teil des Planes sollte sich dem Verhalten der Schülerin bzw. des Schülers im Unterricht widmen. Welche Beobachtungen gibt es hinsichtlich des Arbeits- und Sozialverhaltens? Welche wichtigen Rückschlüsse ziehen Sie aus Gesprächen mit Lehrkräften, mit der Schülerin bzw. dem Schüler oder den Eltern? Gibt es besondere Vorkommnisse bzw. Umstände, z. B. im privaten Bereich?

Definieren Sie die Schwerpunkte, die gefördert werden sollen. Das sind in der Grundschule zumeist inhaltliche Aspekte der Fächer Deutsch und Mathematik. In der Sekundarstufe kommt häufig eine Fremdsprache hinzu. Ferner sollten Sie allgemein festlegen, wie die Schülerin bzw. der Schüler in seiner allgemeinen Entwicklung sowie hinsichtlich des Arbeits- und Sozialverhaltens gefördert werden soll. Notieren Sie, welche Fördermaßnahmen Sie im Team beschließen und legen Sie fest, wann Sie das Ergebnis der Förderung erfassen möchten.

Vorschläge für das Erstellen von Förderplänen finden Sie u. a. im Materialteil des folgenden Werkes:

Karin Kress/ Cathrin Rattay / Dirk Schlechter / Jost Schneider (2011). Individuell fördern. Das Praxisbuch. Profi-Tipps und Materialien aus der Lehrerfortbildung. Grundschule / Sekundarstufe I und II. Auer, Donauwörth. 2. Auflage.

Beziehen Sie alle Betroffenen ein

Um die Verbindlichkeit des Förderplans zu verdeutlichen, sollten Sie alle Betroffenen einbeziehen. Laden Sie außerdem die betroffene Schülerin bzw. den betroffenen Schüler sowie die Eltern ein, um ihnen den Förderplan zu eröffnen. Erläutern Sie gegebenenfalls die Förderziele und stellen Sie dar, wie Sie diese erreichen wollen. Sprechen Sie zudem ab, welche Möglichkeiten es im Elternhaus gibt, die Förderung zu unterstützen. Verbindlichen Charakter erhält der Förderplan, wenn alle Betroffenen diesen als „Vertrag“ unterzeichnen.  AvP

Die Autorin Alexandra von Plüskow ist Grund- und Hauptschullehrerin. Sie war mehrere Jahre als Lehrerin und Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg und als Lehrbeauftragte für die Universität Koblenz-Landau tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin und Referentin für verschiedene Verlage.