Gespräche

Aktives Zuhören in der Elternarbeit

Was Sie hierbei beachten sollten ... Ihr Referendariat hat begonnen, Sie unterrichten eigenständig? Dann sollten Sie rechtzeitig das Potenzial einer guten Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Schule nutzen, um Ihre Schüler optimal zu fördern und zu fordern. Ein wichtiger Baustein dieses Bündnisses ist das Führen von Lehrer-Eltern-Gesprächen. Wie Sie hierfür die Methode des Aktiven Zuhörens anwenden können, zeigt Ihnen der folgende Beitrag in ersten Grundzügen.
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Erziehungs- und Bildungspartnerschaft

Die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Schule ist durch die Schulgesetze und durch die jeweiligen Schulprofile geregelt. Ziel dieser Allianz ist es, gemeinsam für das Wohl des Kindes einzutreten. Jeder einzelne Schüler, jede einzelne Schülerin soll so erleben, dass Eltern und Schule kooperieren, um ihn bzw. sie auf seinem oder ihrem Lern- und Lebensweg optimal zu unterstützen.

Lehrer-Eltern-Gespräche

Damit diese Partnerschaft funktioniert, sollte eine rege Gesprächskultur zwischen Elternhaus und Schule herrschen. Einerseits gehören die sog. „Tür- und-Angel-Gespräche“ zum festen Repertoire, auf der anderen Seite sollten mindestens zwei geplante Lehrer-Eltern-Gespräche pro Schuljahr durchgeführt werden. Diese vorbereiteten Gespräche dienen dazu, dass Eltern und Lehrkräfte sich austauschen und gemeinsam Gedanken über den weiteren Lern- und Lebensweg des jeweiligen Schülers oder der Schülerin machen. Sinnvoll ist es an dieser Stelle, diesen Dialog mithilfe der Methode des „Aktiven Zuhörens“ zu gestalten.

Aktives Zuhören

Die Methode des Aktiven Zuhörens geht zurück auf den US-amerikanischen Psychologen und Psychotherapeuten Carl Rogers, der diese Technik maßgeblich in seiner sog. klientenzentrierten Gesprächstherapie eingesetzt hat. Der Ansatz basiert darauf, dass sich die Gesprächsteilnehmer mit besonderer Wertschätzung und Respekt begegnen. Sie als Lehrkraft nehmen während des Gesprächs sowohl die verbalen als auch die nonverbalen Signale Ihres Gegenübers auf und gehen auf diese ein. Prägend für diese Herangehensweise ist außerdem die Empathie, die Sie den Eltern entgegenbringen.

So wenden Sie das Aktive Zuhören an

Der Termin für das Gespräch rückt näher? Dann sollten Sie so vorgehen: Notieren Sie sich zunächst die Punkte, die Sie selbst ansprechen möchten, und das Ziel, welches Sie mit dem Austausch verfolgen.

Sorgen Sie dafür, dass ein angenehmer und angemessener Rahmen geschaffen wird. Bieten Sie ggf. ein Glas Wasser an, dies wird in der Regel gerne angenommen.

Achten Sie während des Gesprächs auf die nonverbalen Zeichen Ihres Gegenübers. Geben Sie Pausen während des Gesprächs Raum, diese dienen häufig dazu, dass sich die Teilnehmenden sammeln und die Gedanken ordnen können. Lassen Sie die Eltern ausreden und haben Sie Geduld mit ihnen.

Ein wichtiger Punkt beim Aktiven Zuhören ist es, Ihr Gegenüber kurz zu bestätigen, durch nonverbale Gesten, wie etwa einem Kopfnicken, oder verbale kurze Bestätigungen. Halten Sie während des Gesprächs den Blickkontakt und bleiben Sie authentisch. Das heißt, dass Sie die Gefühle Ihres Gegenübers wahrnehmen und gleichzeitig auf Ihre Gefühle achten. Lassen Sie sich beispielsweise bei Vorwürfen nicht aus der Ruhe bringen und bleiben Sie objektiv. Während des Gesprächs sollten Sie mithilfe von Ich-Botschaften arbeiten und Du-Botschaften vermeiden.

Sie müssen das Gehörte nicht gutheißen, wichtig ist aber, dass Ihr Gegenüber sich als Individuum angenommen fühlt und Sie sich empathisch zeigen und versuchen sollten, sich in die andere Person einzufühlen.

Stecken Sie gemeinsam Ziele fest, und vereinbaren Sie gleich einen Termin für ein Folgegespräch, an dem Sie über diese reflektieren.

Schule ist für Eltern häufig noch mit negativen Erfahrungen besetzt. Viele von ihnen kommen mit Sorgen und Ängsten, die noch aus der eigenen Schulzeit resultieren, in das Gespräch mit Ihnen. Die Methode des Aktiven Zuhörens vermag diesen Befürchtungen entgegenzukommen, diese aufzunehmen und mithilfe von Empathie und Respekt beiseitezuschaffen.

Alexandra von Plüskow ist Grund-, Haupt- und Realschullehrerin. Als solche sowie als Fachberaterin für das Fremdsprachenlernen in der Grundschule war sie an der Landesschulbehörde tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin für verschiedene pädagogische Verlage sowie als Lehrbeauftragte.

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