Gespräche

Elternkontakte: Kooperative Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern

Die Zusammenarbeit von Eltern und Lehrkräften ist von entscheidender Bedeutung für erfolgreiches pädagogisches Wirken. Immer mehr Schüler zeigen Verhaltensauffälligkeiten, leiden unter Lernschwierigkeiten oder sind unerzogen in der Schule. Daher ist die Schule mehr denn je auf die Mitarbeit des Elternhauses angewiesen. Die Schule sollte daher aktiv auf die Eltern zugehen und sie für die Zusammenarbeit gewinnen.
Fotolia 62987337 XS stockWERK - Fotolia

Gelingende Elternarbeit

Nicht immer läuft die Zusammenarbeit von Eltern und Schule ohne Schwierigkeiten ab. Dies ist durchaus normal, da Eltern und Lehrer im Erziehungsprozess andere Rollen einnehmen: Eltern lieben ihre Kinder und verteidigen diese, selten gelingt ihnen eine objektive Sicht und Einschätzung. Von Ihnen als Lehrkraft erwartet man eine distanzierte Betrachtung und gerechtes Verhalten. Sehen Sie die Eltern als Partner, die sich gegenseitig beraten und unterstützen, und nicht als Gegner. Suchen Sie nach sinnvollen Möglichkeiten, die Eltern in die Gestaltung des Schullebens einzubeziehen.

Kontakt- und Begegnungsmöglichkeiten

In einem Klima, das von Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist, gelingen auch schwierige Gespräche leichter. Gehen Sie daher kooperativ und offen auf die Eltern Ihrer Schüler zu.

Individuelle Beratung

An den meisten Schulen stehen die Lehrkräfte eine Stunde pro Woche für unangemeldete Elternbesuche zur Verfügung. Selbstverständlich bietet es sich auch an, Eltern gezielt zu einem informativen Gespräch über den Lern- und Entwicklungsstand ihres Kindes einzuladen. Eignen Sie sich (in der Lehrerfortbildung) Grundlagen in der Gesprächsführung an, um Ihre kommunikativen Fertigkeiten weiter auszubauen.

Elternstammtische

An manchen Schulen sind informelle Elterntreffen z. B. in Form von Elternstammtischen fest etabliert. Häufig werden Lehrkräfte auch dazu eingeladen. Solche Gesprächsrunden dienen u. a. auch dem Abbau von Hemmschwellen und dem gegenseitigen Kennenlernen. So können sich Eltern besser über Probleme oder auch Erfolge ihrer Kinder austauschen.

Elternabende

Elternabende sind eine gute Gelegenheit, dass Lehrer und Eltern sich gegenseitig kennenlernen und miteinander sprechen. Häufig übermitteln Schüler nicht immer alles treffend, und so ist der Elternabend eine sehr gute Gelegenheit, manches zu berichtigen, nochmals zu betonen und auch ggf. Missverständnisse zu beheben. Nutzen Sie diese Abende dazu, die Eltern Ihrer Schüler aufzuklären über das, was im aktuellen Schuljahr ansteht, wo Sie die Unterstützung der Eltern wünschen oder einfordern, und legen Sie den Eltern dar, worauf Sie im Unterricht und in der Erziehung Wert legen.

Vermeiden Sie es aber unbedingt, die Eltern mit Informationen zu überhäufen. Geben Sie ihnen die Gelegenheit, sich zu äußern, ihre Sorgen und Nöte vorzubringen und ggf. ihren Frust loszuwerden. Bedenken Sie auch die Bedeutung der Sitzordnung: Ein offener Sitzkreis fördert den gemeinschaftlichen Austausch.

Eine aktive Beteiligung am Elternabend gibt nicht nur den Eltern das Gefühl, ernst genommen zu werden, sondern es entlastet Sie, und Sie haben die Möglichkeit, auf Expertenwissen der Eltern zurückzugreifen. Über den pädagogischen Austausch erhalten Sie Einblick in das Leben Ihrer Schüler außerhalb der Schule. Gemeinsam mit den Eltern können Sie so Anregungen und neue Lösungsansätze für den Schulalltag gewinnen.

Fachbezogene Themenabende

Daneben können auch Informationsveranstaltungen durchgeführt werden, die den Eltern Einblicke in die fachliche Unterrichtsarbeit bieten. Sie tragen so zur Transparenz des unterrichtlichen Geschehens bei. Als Themen sind z. B. denkbar:

  • Wahl des Ausbildungszweigs bzw. der 2. oder 3. Fremdsprache
  • Einsatz neuer Medien
  • Lern- und Arbeitsstrategien

Beteiligung der Eltern am Schulleben

Im Laufe des Schuljahres ergeben sich immer wieder Gelegenheiten, die Eltern der Schüler aktiv in das Schulleben einzubinden. So z. B. bei der Planung und Durchführung von:

  • Festen und Feiern
  • Ausflügen
  • Wandertagen
  • Projekttagen und -wochen
  • Schulpartnerschaften und Schüleraustausch
  • Unterrichtsgängen

Auch als Experten können Eltern einbezogen werden, indem sie z. B. Arbeitsgemeinschaften erweitern und Zusatzkurse anbieten wie:

  • Computerlehrgang
  • Beratung ausländischer Eltern
  • Vorstellen von Berufsbildern
  • Schulwegsicherung
  • Mittags- und Ganztagsbetreuung

Treten Sie mit den Eltern Ihrer Schüler in einen aktiven Dialog und gewinnen Sie sie als Partner. Denn je häufiger Sie mit den Eltern kommunizieren und diese regelmäßig informieren, desto stärker bildet sich ein Gemeinschaftsgefühl zwischen allen am Schulleben Beteiligten heraus.

Juliane Stubenrauch-Böhme, München, Gymnasiallehrerin für die Fächer Deutsch, Französisch und Spanisch; Referentin in der Lehrerfortbildung; derzeit abgeordnet an die Staatliche Prüfungsstelle für Übersetzer und Dolmetscher sowie pädagogische Mitarbeiterin für Deutsch und Fremdsprachen in der Abteilung Berufliche Schulen im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: