Gespräche

Das Lehrerkollegium: Tipps für ein erfolgreiches Miteinander zur Entlastung aller Lehrkräfte

"Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ein Erfolg.“ (Henry Ford 1863-1947)

Wie kann Zusammenarbeit unter Kolleginnen und Kollegen im Schulalltag angebahnt und erfolgreich ausgebaut werden? Auf welche Weise können sich Lehrerinnen und Lehrer gegenseitig unterstützen, entlasten und stärken?  

Fotolia 33507445 XS contrastwerkstatt - Fotolia

Ziehen Sie gemeinsam an einem Strang

Lehrkräfte gehören zu den am höchsten belasteten Berufsgruppen und erkranken deshalb immer häufiger am sogenannten Burn-out-Syndrom. Die Erwartungen sind hoch – sei es aus dem Kollegium, von den Schülerinnen und Schülern und deren Eltern, den Ausbildungslehrkräften oder an sich selbst – und ein gesunder Umgang mit einem eventuell entstehenden Druck ist deshalb sehr wichtig. Eine Möglichkeit, sich in dieser Situation zu entlasten, ist, mit den Kolleginnen und Kollegen zusammenzuarbeiten. Statt sich abzukapseln, gilt es, die Klassenzimmertür und damit auch sich selbst zu öffnen.

Hürden gegen eine wirkungsvolle Zusammenarbeit

Nichtsdestotrotz ist die Intensität der Zusammenarbeit an den Schulen sehr unterschiedlich. Häufig bestimmen informelle Kontakte zwischen den Lehrkräften den Alltag und weniger eine pädagogisch wirkungsvolle Zusammenarbeit. Die Gründe dafür können vielschichtig sein.

  • Nicht allein durch die Einführung der Beurteilungsstufen wächst der Konkurrenzdruck unter den Referendarinnen und Referendaren und später den Lehrkräften, der einer grundlegenden Offenheit in der Regel entgegenwirkt.
  • Oftmals sinkt mit steigendem Dienstalter auch die Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Die „alten Hasen“ wollen sich von einer jungen Kollegin entweder nichts sagen lassen („Ich mach das schließlich schon seit Ewigkeiten so!“) oder sie sind nicht selbstbewusst genug, sich einem Vergleich zu stellen und schrecken deshalb davor zurück.
  • Ein Teil der Lehrerschaft sieht in einer engen Zusammenarbeit auch die Gefahr, die eigene Freiheit innerhalb ihres pädagogischen Wirkens aufgeben zu müssen. Doch wie eng Sie zusammenarbeiten, bleibt in jedem Fall Ihnen und Ihren Kollegen überlassen!

Auch wenn die beschriebenen Tendenzen zur Abschottung nicht zu verallgemeinern sind und bei Weitem nicht bei allen Kolleginnen und Kollegen feststellbar sind – es gilt, diese im Hinterkopf zu behalten.

Ihre Offenheit ist gefragt – sprechen Sie Problem an

Vor allem aber ist es wichtig, Offenheit zu bewahren. Nur wenn Sie selbst signalisieren, dass Ihnen die Meinung Ihrer Kollegin oder Ihres Kollegen wichtig ist, können Sie erwarten, dass man Sie als Ansprechpartner wahrnimmt. Sprechen Sie gezielt Personen Ihres Vertrauens an, wenn Sie einen Rat benötigen. Das kann im Bereich der Unterrichtplanung sein, bei Fragen zur Motivation der Schülerinnen und Schüler oder bei Disziplinschwierigkeiten. Sehr oft werden Sie feststellen, dass Sie mit „Ihrem Problem“ nicht allein sind. Und auch dies ist eine wertvolle Erfahrung, die Lehrerinnen und Lehrer zusammenhält: Selten ist man mit seiner Schwierigkeit allein. Auch wenn Herr X oder Frau Y dieses Problem momentan nicht haben, können Sie sicherlich von ähnlichen Erfahrungen berichten.

Desweiteren gibt es sehr konkrete Möglichkeiten, die die Zusammenarbeit und den Austausch im Kollegium unterstützen – es muss nicht immer das persönliche Gespräch sein. Häufig findet eine Annäherung über die gemeinsame Arbeit statt. Diese kann folgende Formen haben:

Die Autorin Julia Schlimok ist Lehrerin an der Grundschule Mertingen und betreut seit mehreren Jahren regelmäßig Lehramtsanwärterinnen und -anwärter im 1. Ausbildungsjahr.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: