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Das müssen Sie über Ihre Beurteilung durch Seminarlehrkräfte im Referendariat wissen

Das Referendariat ist Ihre Ausbildungszeit – und während dieser Zeit werden Ihre Leistungen immer wieder beurteilt. Machen Sie sich klar: Ihre Seminarlehrkräfte beurteilen Ihre Arbeit und Ihren Lernweg kontinuierlich – wenn sie die Lehrproben besuchen oder Ihre Mitarbeit im Seminar einschätzen. Es kommt also nicht nur auf Ihre Abschlussprüfung an, sondern auf die gesamte Ausbildungszeit. Wie Sie sich auf die Beurteilungen gut vorbereiten und damit umgehen, lesen Sie hier.
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So engagieren Sie sich erfolgreich im Seminar

Seminarzeit = Bewährungszeit. So überspitzt muss man es nicht sehen, aber machen Sie sich klar, dass Ihre Ausbilderinnen und Ausbilder Sie während der Seminarzeiten als Lernende ähnlich wahrnehmen wie Sie selbst Ihre Schülerinnen und Schüler im Klassenzimmer. Nutzen Sie die Seminarzeit aber vor allem als Lernzeit für sich selbst. Hier ist der Ort und die Zeit, Ihr Interesse an Ihrem zukünftigen Beruf, aber auch an Ihren Unterrichtsfächern zu entwickeln und zu erweitern – und das sollten Sie auch zeigen. Das A und O einer erfolgreichen Seminar-Mitarbeit ist natürlich Ihre Zuverlässigkeit. Seien Sie also pünktlich und nehmen Sie an den Seminaren regelmäßig teil. Können Sie einmal an einer Veranstaltung nicht teilnehmen – etwa aufgrund einer Schulveranstaltung oder einer Erkrankung, so entschuldigen Sie Ihr Fehlen rechtzeitig.

Auf Seminarthemen sollten Sie sich schon im Vorwege vorbereiten. Lesen Sie etwa Fachliteratur oder beschäftigen Sie sich damit, wie Sie bestimmte Materialien oder Methoden in Ihrem Unterricht anwenden würden. Legen Sie Ihre Meinung dar und stellen Sie Fragen. Sie werden sehen, wie viel Freude eine aktive Teilnahme am Seminar macht!

Lehrproben – hier geht es nicht nur um den Unterricht

Bei Ihren Lehrproben geht es für die Seminarlehrkräfte nicht nur darum, Ihren Unterricht an sich zu beurteilen. Sie achten vielmehr auf umfassendere Inhalte wie etwa:

  • Wie berücksichtigen Sie die Lernvoraussetzungen der Lerngruppe für die Unterrichtsplanung?
  • Beziehen Sie (Rück-)Meldungen Ihrer Schülerinnen und Schüler auch spontan in Ihren Unterricht ein?
  • Sind Ihre Lernarrangements und Materialien facettenreich und lernwirksam gestaltet?
  • Wie wird Ihr Unterricht moderiert – wie ist er organisiert?
  • Wie gehen Sie mit Störungen und Konflikten im Unterricht um? Können Sie diesen vorbeugen?

Bitten Sie Ihre Seminarlehrkraft um Transparenz bei der Beurteilung Ihrer Lehrproben. Versuchen Sie selbst vorweg möglichst viele Kriterien zu berücksichtigen.

Allgemeine Beurteilungen – und Ihr Umgang damit

Während Ihres Vorbereitungsdienstes werden Sie von Zeit zu Zeit schriftlich beurteilt. Diese Beurteilungen sind entweder Protokolle von Gesprächen oder aber ausformulierte Gutachten. Die Bereiche, in denen Sie hier beurteilt werden, sind vielschichtig. Möglich ist es beispielsweise, dass Ihre Seminarlehrkräfte auf folgende Aspekte achten:

  • Engagieren Sie sich im Rahmen von Schulveranstaltungen?
  • Arbeiten Sie auch im Team – so etwa im Seminar, im Unterricht oder im Bereich der Schulentwicklung?
  • Zeigen Sie sich verlässlich und belastbar?
  • Sind Sie bereit, Verantwortung zu übernehmen – und zum Beispiel auch Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern zu beraten?
  • Können Sie Ihr eigenes Handeln und Ihren Unterricht analysieren und evaluieren?
  • Zeigen Sie sich bereit, Alternativen zu versuchen?
  • Sind Sie interessiert daran, Ihren eigenen Lernweg optimal zu gestalten?

Besprechen Sie mit Ihren Ausbilderinnen und Ausbildern aus dem Seminar, welche Schwerpunkte Sie hinsichtlich Ihres Vorbereitungsdienstes setzen sollten. Sehen Sie die mündlichen und schriftlichen Beurteilungen als Chance, Ihren eigenen Lernweg ideal zu entwickeln –Tag für Tag.  AvP

Die Autorin Alexandra von Plüskow ist Grund- und Hauptschullehrerin. Sie war mehrere Jahre als Lehrerin und Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg und als Lehrbeauftragte für die Universität Koblenz-Landau tätig. Derzeit arbeitet die zweifache

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