Schule mitgestalten

Die Schülerzeitung: Das Sprachrohr der Schülerinnen und Schüler

Die Schülerzeitung ist eine Zeitung von Schülern für Schüler. Wenn es an Ihrer Schule bereits eine Schülerzeitung gibt, kann man in die bestehende Struktur einsteigen. Falls nicht, muss man bei der Gründung Einiges beachten: von der Absprache mit der Schulleitung, Fragen der Finanzierung bis zum rechtlichen Rahmen. 
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Die Gründung einer Schülerzeitung ist ein aufwendiges Projekt. Aber es lohnt sich. Nicht nur für die Leserinnen und Leser, sondern insbesondere für die Schülerinnen und Schüler, die die Zeitung erstellen.

Das Sprachrohr der Lernenden ist die Schülerzeitung. Die zentrale Zielgruppe ist dabei die Schülerschaft. Die Themen sind vielfältig. Interviews mit Lehrkräften, Berichte über Exkursionen und Klassenfahrten, Lehrer- und Schülerportraits, Karikaturen oder Lehrersprüche. Je näher die Themen an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler sind, umso mehr Anklang findet sie bei der Leserschaft.

Der Wert einer Schülerzeitung

Eine Schülerzeitung hat einen hohen pädagogischen Wert. Die Schülerinnen und Schüler lernen, eigenständig zu arbeiten, und übernehmen Verantwortung. Sie können sich kreativ austoben, müssen aber auch gleichzeitig das Team von ihren Ideen und Vorschlägen überzeugen können.

Ohne Teamwork läuft bei einer Schülerzeitung nichts – diese Tatsache fördert die Sozialkompetenz der jungen Redakteurinnen und Redakteure. Die Lernenden erfahren, wie journalistisches Arbeiten funktioniert. Wenn es um die Finanzierung des Drucks geht, müssen sie sich mit Themen wie Sponsoring und Vertrieb auseinandersetzen.

Die Aufgabe als betreuende Lehrkraft

Die Betreuungslehrkraft koordiniert häufig die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft im Hintergrund – oder eine andere Lehrkraft, die sich diesem Thema als AG-Leitung verschrieben hat. Die Schülerinnen und Schüler sollen so viel wie möglich eigenständig erarbeiten. Die betreuende Lehrkraft hilft aber bei Fragen wie Orthographie, Layout, Design und Vertrieb. Zusätzlich erteilt sie oder er die Genehmigung für den Druck der Schülerzeitung.

Sie wollen eine Schülerzeitung gründen?

Bevor Sie Schülerinnen und Schüler für eine Schülerzeitung rekrutieren, sollten Sie Ihre Pläne unbedingt mit der Schulleitung absprechen. Dabei müssen Sie zunächst die Rahmenbedingungen klären:

  • Darf ich als Referendar eine AG-Schülerzeitung ins Leben rufen?
  • Darf ich diese AG als Referendar auch betreuen?
  • Gab es zuvor an der Schule bereits eine Schülerzeitung? Wenn ja, wie war sie aufgebaut?
  • Was muss man bei der Gründung einer AG beachten?
  • Welche rechtlichen Vorschriften muss ich beachten?

Wenn Sie grünes Licht für Ihre Pläne bekommen, müssen Sie die Schülerinnen und Schüler für das Projekt Schülerzeitung begeistern. Vielleicht haben Sie ja schon den einen oder anderen Schüler im Kopf, der sich für die Arbeit in dieser AG eignen und interessieren könnte. Die Erfahrung anderer Referendare zeigt: Vor allem ältere Schüler, die bereits über gute PC-Kenntnisse verfügen, können mit so einer Aufgabe betraut werden.

Die grobe Planung

Wenn Sie genügend Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefunden haben, die eine AG gründen wollen, muss die Konzeption der Zeitung geklärt werden:

  • Wie ist die Arbeit in der AG organisiert?
  • Wie werden die Aufgaben verteilt und wer eignet sich für welche Aufgabe? Die Aufgaben in einer Schülerzeitung sind u.a.: Chefredaktion, Redakteure und Autoren, Zeichner/Fotographen, Layout/Design, Buchhaltung, Anzeigenleitung
  • Wie oft soll die Zeitung erscheinen?
  • Welche Themenrubriken eigenen sich für die Schülerzeitung?
  • Wie sollen die Kosten für den Druck finanziert werden? Dabei geht es v. a. darum, Geldmittel zu aquirieren (Anzeigen, Sponsoren, Schule und/oder Gemeinde)
  • Was soll die Schülerzeitung schließlich kosten?

Wenn Sie die Konzeption erstellt haben, geht die Arbeit der AG erst richtig los. Die Universität Magdeburg hat einen kompakten „Handzettel Schülerzeitung“ veröffentlicht, der von der Themenfindung bis zum Vertrieb und den Finanzen die Arbeit in einer AG begleitet (www.uni-magdeburg.de/didaktik/projekte_student/Projektseiten/Schuelerzeitung/Projekt2/HandzettelSchuelerzeitungorg..pdf). Detaillierte Informationen rund um das Thema Schülerzeitung finden Sie auf der Internetseite der Jugendpresse Deutschland www.schuelerzeitung.de/unterstuetzung-und-service/sz-handbuch/  

Die Rechtslage beachten und das Impressum nicht vergessen

Die Presse- und Meinungsfreiheit ist im Artikel 5 des Grundgesetzes verankert. Auf der Grundlage der Verfassung ist in den jeweiligen Landespressegesetzen das Presserecht der einzelnen Bundesländer geregelt. So besteht bundesweit die Pflicht, jedem Presseerzeugnis ein Impressum beizufügen, das über dessen Herkunft informiert. Dem Artikel 5 des Telemediengesetzes (TMG) „Allgemeine Informationspflicht“ können Sie die genauen Anforderungen entnehmen www.gesetze-im-internet.de/tmg/__5.html    

Informieren Sie sich unbedingt über die rechtlichen Voraussetzungen, unter denen die Schülerinnen und Schüler eine Schülerzeitung publizieren dürfen:

Beachten Sie bitte in diesem Zusammenhang auch unseren Beitrag zum Copyright in Schule und Unterricht. Hier erfahren Sie Nützliches und Informatives zu diesem Thema.

Der Autor Matthias Kley arbeitet seit über 15 Jahren als Texter und Autor für verschiedene Schulbuchverlage.

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