Schule mitgestalten

Streitschlichter: Reden statt Raufen – Schüler helfen Schülern

Wo viele Menschen aufeinandertreffen, kann es zu Konflikten kommen. So auch an Schulen. Mittlerweile lösen an einigen Schulen speziell ausgebildete Schülerinnen und Schüler diese Konflikte, die Streichschlichter. Dabei werden sie von der Betreuungslehrkraft unterstützt. Hier erfahren Sie, wie Sie sich in das Streitschlichterprogramm einbringen können.
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Streitschlichter sind Schülerinnen und Schüler

Als Streitschlichter fungieren weder Lehrkräfte noch Eltern. Ausgebildete Schülerinnen und Schüler helfen sich, wenn es zu Problemen kommt. Mit Streitschlichterprogrammen – auch Peer-Mediation genannt – sollen Konflikte unter den Schülerinnen und Schülern konstruktiv gelöst werden. Übergreifendes Ziel ist die Förderung eines positiven Schulklimas. Ein Streitschlichterprogramm beruht auf Freiwilligkeit. Seitens der Schülerinnen und Schüler, die als Streitschlichter aktiv sind, und seitens der Lehrkräfte, die das Programm betreuen.

Es ist erwiesen: Gleichaltrige haben Vorbild- und Modellcharakter. Sie verstehen die Probleme und Konflikte ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler meist besser als Erwachsene. Und es ist für die streitenden Parteien leichter, sich einem Gleichaltrigen gegenüber zu öffnen. Die Schülerinnen und Schüler kommunizieren also mit den Streitschlichtern auf Augenhöhe, was häufig allein schon ausreicht, um eine Situation zu deeskalieren.

Warum lohnt sich das Programm?

Streitschlichter sorgen dafür, dass auch kleine Konflikte ohne Einbezug der Eltern und Lehrkräfte gelöst werden können. Langfristig wird durch ein solches Programm an Schulen die Konflikt- und Gesprächskultur verbessert und führt dazu, dass an der Schule weniger psychische oder physische Gewalt an der Tagesordnung ist. Der Einsatz des Streitschlichterprogramms findet meistens erst in der Sekundarstufe I statt. Allerdings lohnt es sich bereits, Schülerinnen und Schüler in der Grundschule in Sachen Konfliktlösung zu schulen – das bietet sich allerdings dann nicht nur für einzelne Schülerinnen und Schüler an, sondern für den ganzen Klassenverband.

An vielen Schulen ist das Streitschlichterprogramm bereits etabliert und fest in der Schulkultur verankert. Wenn Sie sich einbringen wollen, nehmen Sie Kontakt mit der zuständigen Betreuungslehrkraft auf. Die Betreuungslehrkraft bildet Schülerinnen und Schüler zu Streitschlichtern aus und unterstützt deren Arbeit an der Schule im Hintergrund.

Sie wollen das Streitschlichterprogramm einführen?

Sie interessieren sich dafür, das Streitschlichterprogramm an Ihrer Schule einzuführen? Am besten sprechen Sie zunächst Ihren Ausbildungskoordinator und die Schulleitung an. Vielleicht hatte sich schon ein Kollege um die Etablierung der Streitschlichtung bemüht – das können Sie dann zusammen in Angriff nehmen. Falls nicht, sollten Sie sich Informationen einholen, wo regionale Fortbildungen für Mediatoren/Betreuungslehrkräfte stattfinden. Nur mit dieser Fortbildung haben Sie die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler in Ihrer Arbeit als Streitschlichter auszubilden und zu unterstützen.

So bilden Sie sich fort

Wenn möglich, nutzen Sie die Fortbildungsangebote an Ihrer Schule. Die Ausbildung sowie andere Seminare und Kurse werden auch von verschiedenen lokalen Institutionen angeboten, z. B. von Volkshochschulen, privaten Akademien (z. B. Thomas-Morus-Akademie in NRW, www.tma-bensberg.de), Bildungswerken (z. B. www.dgb-bildungswerk.de ), staatlichen Seminaren für Lehrerbildung (z. B. in Baden-Württemberg) oder von Gewerkschaften (z. B. www.verdi-bildungsportal.de). Weitere Details zur zertifizierten Ausbildung zum Schulmediator/der Schulmediatorin erhalten Sie beim Bundesverband Mediation e.V. (www.bmev.de).  MK

Der Autor Matthias Kley arbeitet seit über 15 Jahren als Texter und Autor für verschiedene Schulbuchverlage.