Unterricht

Das steht drin: Wissenswertes zu Zwischenzeugnis und Jahreszeugnis

Zeugnisse dokumentieren nicht nur die Leistungen der Schülerinnen und Schüler und entscheiden über ihre Versetzung, sie geben auch Auskunft über die Persönlichkeit und deren schulisches Engagement.
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Jahreszeugnisse sind Verwaltungsakt

Weil das Dokument urkundlichen Charakter besitzt und Versetzungsentscheidungen enthält, gilt das Jahreszeugnis als Verwaltungsakt. Es trägt die Unterschrift der Klassenleiterin oder des Klassenleiters und der Schulleiterin oder des Schulleiters.

Zwischenzeugnisse dienen nur der Information

Zwischenzeugnisse hingegen haben ausschließlich Informationscharakter und müssen daher nicht zwangsläufig nach einem behördlichen Muster ausgestellt sein. Da Zwischenzeugnisse dem Zweck dienen, Schülerinnen, Schüler und Erziehungsberechtigte über den aktuellen Leistungsstand in Kenntnis zu setzen, kann – wie z. B. in Bayern – das Halbjahreszeugnis schuleinheitlich auch durch mindestens zwei schriftliche Informationen über das Notenbild der Schülerinnen und Schüler ersetzt werden.

Zwischenzeugnisse informieren über Erfolgsaussichten

Das Zwischenzeugnis sollte den gegenwärtigen Leistungsstand zuverlässig abbilden, damit den Schülerinnen und Schülern und ihren Erziehungsberechtigten die Erfolgsaussichten bewusst sind und sie rechtzeitig sinnvolle Maßnahmen ergreifen können (Nachhilfe, Rücktritt o. ä.). Da Sie nicht davon ausgehen können, dass die Versetzungsregelungen allgemein bekannt sind, müssen Sie als Klassenleiterin oder Klassenleiter eigens schriftlich darauf hinweisen, dass die Versetzung gefährdet ist, falls das Notenbild zeigt, dass eine Schülerin oder ein Schüler das Klassenziel nicht erreichen könnte. Unter welchen Gegebenheiten dies der Fall ist und welche Formulierungen Sie dafür wählen, erfahren Sie von der Schulleitung.

Bemerkungen über Sozial- und Arbeitsverhalten

An manchen Schulen werden die Klassenleiterinnen und Klassenleiter dazu angehalten, standardisierte Formulierungsvorschläge zu verwenden, an anderen wird auf eine individualisierte Charakterisierungen der Schülerinnen und Schüler Wert gelegt. Erkundigen Sie sich danach, was an Ihrer Schule Usus ist, bevor Sie Bemerkungen formulieren. So können Sie sich im Falle eines Falles viel Arbeit sparen.

Bemerkungen über Besonderheiten und Engagement

Spezielle Tätigkeiten wie das Amt der Klassensprecherin bzw. des Klassensprechers oder die Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften werden ebenso im Jahreszeugnis vermerkt wie Besonderheiten bei der Leistungsbeurteilung (z. B. bei anerkannter Legasthenie oder Befreiung vom Sportunterricht). JS

Die Autorin Julia Schlimok ist Lehrerin an der Grundschule Mertingen und betreut seit mehreren Jahren regelmäßig Lehramtsanwärterinnen und -anwärter im 1. Ausbildungsjahr.

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