Unterricht

Damit es besser wird – positive Verstärker im Klassenalltag

Im Klassenalltag entwickeln sich häufig Routinen, die einfach praktiziert werden, weil man sich an diese gewöhnt hat. Auch der stressige Alltag lässt ein wirkliches Miteinander, bei dem sich alle Beteiligen – Schüler, Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter sowie Schulleitung und Eltern – wertschätzend begegnen, manchmal nicht zu. Welche positiven Verstärker gibt es für den Alltag in der Klasse? Welche Faktoren sind hier wichtig? Und welche Haltung solltest du als Lehrkraft mit in die Klasse bringen, damit der Alltag positiv verstärkt wird? Der folgende Beitrag beantwortet diese Fragen in Grundzügen.
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Als Klassenlehrkraft handeln

Im Klassenalltag bist du als Klassenlehrkraft nicht nur verantwortlich dafür, dass die Lernprozesse gelingen. Du bist auch verantwortlich für das soziale Miteinander der Schüler untereinander und mit mit allen anderen an der Schule beteiligten Personen.

Dafür solltest du dir bewusst machen, dass du Vorbild für deine Schüler bist. Wie trittst du mit ihnen in Kommunikation? Wie authentisch bist du in positiven wie negativen Situationen im Klassenalltag? Welches Handwerkszeug hast du, um mit eher unangenehmen Situationen umzugehen? Wie reagierst du auf Unterrichtsstörungen? Wie auf Stress? Welche professionelle Haltung möchtest du leben?

Dafür ist es natürlich wichtig, zu verstehen, aus welchen Gründen du in bestimmten Situationen wie reagierst, und dir entsprechende Strategien zu überlegen, in genau diesen Situationen professionell zu handeln. Welche Möglichkeiten schaffst du im Klassenalltag für authentische und ehrliche Kommunikation zwischen dir und den Schülern – und auch mit Eltern?

Aktives Zuhören

Egal, ob du mit Schülern, Eltern oder Kollegen sprichst. Hilfreich ist es, wenn du im Rahmen solcher Gespräche die Technik des „Aktiven Zuhörens“ anwendest. Dabei achtest du auf deinen Gesprächspartner und auf das, was er sagt, sowie die nonverbalen Hinweise. Du fragst gezielt nach oder wiederholst, wie du bestimmte Inhalte verstanden hast. Das Gesagte deines Gegenübers kommentierst du verbal, aber auch durch deine Gestik und Mimik (Kopfnicken, offene Körperhaltung, …).

Im Rahmen dieser Gespräche trefft ihr Vereinbarungen und haltet etwa mithilfe von Zeitplänen fest, wann bestimmte Ziele erreicht werden sollten.

Am besten vereinbart ihr wieder einen neuen Termin, um beispielsweise Ergebnisse zu reflektieren und Strategien zu modifizieren.

Resonanzerfahrungen

Um im Klassenalltag positiv verstärkt zu werden, benötigen Kiinder, Jugendliche und Erwachsene sog. „Resonanzerfahrungen“. Hartmut Rosa pägt diesen Begriff gemeinsam mit Wolfgang Endres in seinem Werk „Resonanzpädagogik“.

Resonanzerfahrungen beschreiben den Prozess, in denen etwa ein Schüler mit seiner Umgebung in Beziehung tritt. Um jedem deiner Schüler diese Resonanzerfahrungen zu ermöglichen, solltest du genau im Blick haben, was er braucht, damit sein Lernweg sinnhaft verläuft. Welche Stärken, Kompetenzen und Ziele hat er – und was benötigt er, um diese zu erreichen? Was steht an mancher Stelle ggf. im Weg?

Positive Verstärker

Eine wertschätzende, professionelle Haltung, die ganz im Sinne einer Resonanzerfahrung das Individuum im Blick hat, ist die Ausgangsbasis für einen gelingenden Klassenalltag. Dazu gehört es, dass die Lehrkraft sich selbst reflektiert und ggf. an bestimmten Stellen dafür sorgt, Strategien zu entwickeln, um etwa mit Stress besser umzugehen.

Lob, aktives Zuhören und Empathie sind die grundlegenden Dinge, die im Klassenalltag alle an diesem Alltag Beteiligten unterstützen und tragen. So lassen sich positive Tage, aber auch kritische Situationen meistern.

 

 

Alexandra von Plüskow-Kaminski arbeitet seit 1998 als Grundschullehrerin im Landkreis Lüneburg. Sie ist derzeit vom Land Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis in die Stabsstelle Schulverwaltung, Bildung und ÖPNV in Soltau abgeordnet. Die zweifache Mutter verfasst als Fachjournalistin Texte und Materialien für verschiedene Verlage und Magazine.

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