Unterricht halten

Energizer – Entspannen und Kraft tanken durch Aktivierungsspiele

Fast jeder weiß, dass pure Wissensvermittlung im Unterricht schon mal eine trockene Angelegenheit werden kann. Aktivierungsspiele oder sog. Energizer können Abhilfe schaffen, indem sie das Unterrichtsgeschehen auflockern, zur Entspannung beitragen und somit Konzentration und Aufmerksamkeit fördern. Und das Beste daran: Sie bedürfen meist weniger Vorbereitung.
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Aktivierungsspiele sind nicht der eigentliche Gegenstand des Unterrichts, sondern ein unterstützendes pädagogisches Mittel, das zu unterschiedlichen Zwecken – Kennenlernen, Gruppen-/Teambildung, Entspannung, Konzentration, Koordinations- und Bewegungsförderung – eingesetzt werden kann. Im Mittelpunkt stehen Kommunikation, Spaß und Spontaneität, die Gruppe bekommt neue Energie oder baut überschüssige ab, und es wird eine entspannte Atmosphäre geschaffen. Die Spielregeln sind meist einfach, und mit folgenden Tipps gelingt der Einsatz von Energizern bestimmt:

  • Geben Sie klare, einfache und kurze Anweisungen.
  • Erklären Sie komplexere Sachverhalte nicht auf einmal, sondern Schritt für Schritt. So bleibt auch die Spannung erhalten.
  • Passen Sie die Energizer an ihre Klasse an.
  • Demonstrieren Sie ggf. einen etwas komplizierteren Ablauf.
  • Erläutern Sie im Vorfeld den Zweck des Energizers und thematisieren Sie am Ende die gewonnenen Erfahrungen.
  • Spielen Sie mit.

Im Folgenden einige Anregungen:

Star des Tages

Die Schüler gehen im Raum umher und begrüßen einander mit Handschlag. Sie selbst mischen sich unter die Gruppe, drücken einem Schüler besonders kräftig die Hand und zwinkern ihm zu. Damit ist er der Star des Tages und zwinkert nun seinerseits möglichst unauffällig jedem Mitschüler zu, dem er die Hand schüttelt. Nach einer kurzen Verzögerung (5 Sekunden) soll jeder vom Star des Tages begrüßte Mitspieler begeistert seine Freude ausdrücken (Jubeln etc.) und dann in Erstarrung stehen bleiben. Die Gehenden müssen raten, wer der Star des Tages ist. Rät ein Schüler falsch, muss er ebenfalls erstarren. Die Aufgabe für den Star ist es, möglichst viele Schüler zum Erstarren zu bringen, ohne erkannt zu werden.

Reiseführer

Alle Schüler stehen auf, Sie geben das Thema des Spiels vor, bspw. europäische Städte, nennen selbst eine, z. B. Rom, und rufen einen Schüler auf. Dieser muss nun eine Stadt nennen, die mit dem letzten Buchstaben der vorigen beginnt, bspw. Moskau. Die Schüler haben 5 Sekunden Zeit (zählen Sie mit den Fingern deutlich mit). Fällt jemandem kein Name ein, muss er sich setzen, darf vorher aber einen Mitschüler nennen, der mit einer neuen Stadt beginnt. Wiederholungen sind nicht erlaubt. (Variationen je nach Klassenstufe: Länder, Pflanzen, Tiere, …)

Spiegel

Die Schüler stehen sich paarweise mit Blickkontakt gegenüber. Es wird bestimmt, wer der aktive Partner ist und wer das Spiegelbild darstellt. Das Spiegelbild muss synchron auf seinen Partner reagieren, der sich langsam bewegt oder Grimassen schneidet, dabei aber stehen bleibt. Nach einiger Zeit wird gewechselt. Variation: Geben Sie den Schülern mündlich oder auf Karten Beschreibungen, die sie umsetzen sollen: Zähne putzen, Musikinstrument spielen, Luftballon aufblasen, Jacke anziehen …

Händereiben und Schulterklopfen

Anleitung für eine Selbstmassage im Sitzen:

  • Reibt eure Handflächen aneinander bis sie warm werden.
  • Legt eure warmen Hände auf die Wangen, die Stirn, den Mund und das Kinn.
  • Massiert mit euren Fingerspitzen eure Stirn, euren Nacken und den Kopf.
  • Knetet die Ohren und Ohrläppchen aufwärts und wieder zurück.
  • Streckt den linken Arm aus und klopft aufwärts über Unterarm, Oberarm und Schulter. Prima gemacht!
  • Streckt den rechten Arm aus und klopft aufwärts über Unterarm, Oberarm und Schulter. Prima gemacht!

Zeitlupe

Die Schüler bilden Paare und entscheiden, wer als Pantomimenstar beginnt. Er muss in (Super-)Zeitlupe konzentriert und genau Bewegungsabläufe von Sportarten darstellen, die das Gegenüber erraten muss. Anschließend wird gewechselt.

Vulkanausbruch

Alle Schüler stehen, neigen ihre Oberkörper nach vorne, lassen die Arme hängen und simulieren so den Rand eines Kraters. Sie machen blubbernde Geräusche, die an das Brodeln von Lava erinnern sollen und immer lauter werden. Bewegungen der Hände und der Arme verstärken den Eindruck eines bevorstehenden Vulkanausbruchs. Arme und Oberkörper richten sich auf, die Füße trampeln auf dem Boden, die Köpfe gehen in die Höhe und alle beginnen zu klatschen. Mit einem lauten Schrei bricht der Vulkan aus.

Die Autorin Patricia Mayer unterrichtet seit mehreren Jahren Deutsch und Geschichte am Gymnasium. Sie war Mitarbeiterin an einem Forschungsprojekt über mittelalterliche Handschriften im Bereich „Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters“ an der Universität Augsburg. Frau Mayer befindet sich ab Ende August 2014 im Mutterschutz mit anschließender Elternzeit.

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