Unterricht

Damit deine Stimme nicht versagt …

Tipps, wie du im Referendariat deine Stimme gezielt und effektiv im Unterricht einsetzt

Mehr als die Hälfte aller Lehrerinnen und Lehrer klagt im Laufe des Berufslebens über beruflich bedingte Probleme mit der Stimme. Dabei schätzen fast alle Lehrkräfte ihre Stimme als ihr wichtigstes Werkzeug ein. Du als Referendar bist auf deine Stimme ebenso angewiesen. Denn du vermittelst nicht nur Inhalte, sondern deine Stimme prägt auch maßgeblich die emotionale Beziehung zu deinen Schülerinnen und Schülern.
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Der tägliche Einsatz deiner Stimme im Unterricht

Du moderierst, organisierst, disziplinierst, unterstützt, ermutigst und vermittelst tagtäglich in Klassen mit teilweise mehr als 30 Schülern. Häufig ist es daher unvermeidlich, die Stimme zu heben und lauter zu sprechen.

Bewusster Stimmeinsatz und Stimmhygiene sind sehr wichtige Elemente deines Selbstverständnisses als Lehrkraft und deiner Selbstfürsorge.

Steuere die Belastung und schone deine Stimme

Als belastend werden meist laute, undisziplinierte, große Klassen, Lehrervorträge und überwiegender Frontalunterricht eingeschätzt. Plane daher für dich entlastende Phasen in deinen Unterricht ein: Nutze Lerntutorials, Lernvideos, Eigentätigkeit der Schüler. Lege auf diese Weise Sprechpausen für dich als Lehrkraft ein. Reduziere deinen Redeanteil auf die tatsächlich elementar nötigen Dinge. Dann ist den Schülerinnen und Schülern klar, dass nun aufgepasst werden muss und nicht geschwätzt werden darf.

Wecke morgens deine Stimme auf

Wärme bereits zu Hause deine Stimme mit einfachen Stimmübungen wie Summen etc. auf. Trainiere eine deutliche, wenig anstrengende Artikulation bei weit geöffnetem Mund. Nimm dazu einen Korken zwischen die Zähne und übe sprechen. Du wirst sehen, wie verändert sich deine Sprechweise nach dieser Übung anfühlt.

Gönne dir eine Auszeit bei Erkältung und beginnenden Stimmproblemen

Sobald erste Warnsymptome wie Schluckbeschwerden, Heiserkeit, Halsschmerzen auftreten, solltest du dich und vor allem deine Stimme konsequent schonen. Sollte die Ursache der Stimmprobleme eine Erkältung sein, kuriere diese aus; sollte die Ursache jedoch in einem zu großen Redeanteil und/oder einer falschen Sprechtechnik begründet liegen, stell deine Unterrichtsmethodik um oder nimm die Dienste und Fertigkeiten eines Logopäden in Anspruch.

Warten statt schreien

Versuche nicht, gegen die Lautstärke einer Klasse von mehr als 30 Schülern anzubrüllen. Dieser Kampf ist von vornherein verloren. Warte lieber, bis sich die Klasse beruhigt hat. Geduld zahlt sich in diesem Fall aus. Sehr schnell ist den Schülerinnen und Schülern das Warten zu langweilig und sie bringen sich gegenseitig zum Schweigen.

Oder sprich Störer gezielt an. Häufig sind es nur einige wenige, die den Unterricht stören.

Oft hilft es auch, einfach sehr leise, statt laut zu sprechen. Die Klasse wird von selbst ruhig werden.

Pflege deine Stimme

Achte durch deine Lebensweise und dein Verhalten auf eine gesunde Stimme. Rauche am besten gar nicht. Meide scharf gewürztes Essen, Alkohol und Milch und trinke täglich zwei bis drei Liter Wasser, vor allem am Vormittag, wenn du viel unterrichtest. Sorge weiterhin für ausreichend frische und unverbrauchte Luft im Klassenzimmer.

Last but not least: Schenk ein Lächeln her

Gute Laune entspannt: die Klasse, dich und deine Stimme. Ein Lächeln lässt deine Stimmer weicher und freundlicher klingen – eine nicht zu unterschätzende Motivation.

Juliane Stubenrauch-Böhme, München Lehrerin für die Fächer Deutsch, Französisch und Spanisch; Stellvertretende Schulleiterin am Oskar-Maria-Graf-Gymnasium Neufahrn bei Freising

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