Unterricht

Lernziele vermitteln: So erreichen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler

Jetzt, da Sie eigenständig unterrichten, gehört es zu Ihrem alltäglichen Geschäft, Unterrichtsstunden und ganze Einheiten zu planen. Dabei ist es häufig von besonderer Bedeutung, Lernziele für die Lektionen zu formulieren. Doch – wie vermitteln Sie Ihre geplanten Ziele effektiv? Und welche Gefahren birgt eine allzu strikte Lernzielorientierung?
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Was sind Lernziele?

In ihrem 1991 erschienenen Werk „Didaktische Modelle“ stellen Werner Jank und Hilbert Meyer fest: „Unterricht ohne Ziele ist überhaupt nicht denkbar “ (Jank/ Meyer 1994. S. 300).

Sie definieren ein Lernziel im weiten Sinne als „ die sprachlich artikulierte Vorstellung von der durch Unterricht (oder andere Lehrveranstaltungen) zu bewirkenden gewünschten Verhaltensdisposition eines Lernenden “ (ebenda, S. 302). Der Unterricht soll mit seinen Lernzielen folglich bei Ihren Schülerinnen und Schülern messbar etwas offensichtlich verändern.

Dabei werden die  Lernziele oftmals gruppiert in

  • kognitive Lernziele,
  • affektive Lernziele und
  • psychomotorische Lernziele.

Wie können Sie in Ihrem Unterricht die von Ihnen erarbeiteten Lernziele effektiv vermitteln?

So vermitteln Sie Ihre Lernziele effektiv

Um Ihre Lernziele wirkungsvoll zu vermitteln, sollten Sie einen möglichst ansprechenden Zugang zur Thematik für Ihre Schülerinnen und Schüler schaffen. Überlegen Sie, welche Bedeutung der Unterrichtsinhalt für diese hat - und ob dieser deren Erfahrungshorizont entspricht. Dies weckt von Anfang an das Interesse an der Thematik. Visualisieren Sie zudem die jeweilige Problemstellung der Unterrichtsstunde. Ganz mühelos ist dies beispielsweise mithilfe eines Tafelanschriebs zu erledigen. Auf diese Problemstellung sollten Sie während der Unterrichtsstunde immer wieder zurückkommen.

Während des weiteren Lernprozesses sollten Sie zum einen Ihre Medienwahl sorgfältig planen, um die Inhalte zu veranschaulichen. Achten Sie zum anderen darauf, dass die Materialien Ihre Schülerinnen und Schüler weder unter- noch überfordern. Wichtig ist ebenso, dass Sie den Lernenden bei der Bearbeitung der Aufgaben ausreichend Zeit geben.

Nach der Arbeitsphase ist es von besonderer Bedeutung, die Ergebnisse auszuwerten und zu fixieren. Dies kann beispielsweise mithilfe eines Tafelbildes geschehen oder aber mit einer Folie. Im Gespräch können die Lernenden ihre Ergebnisse diskutieren und dem Gelernten erneut eine persönliche Bedeutung zukommen lassen.

Gefahren eines lernzielorientierten Unterrichtes

Nach Jank und Meyer birgt der lernzielorientierte Unterricht einige Gefahren. Neben Faktoren wie etwa einer zu starken Lehrerzentrierung und einer Zerstückelung von sachlogischen Zusammenhängen nennen sie des weiteren die Gefahr, dass durch eine zu starke Lernzielorientierung die Spontaneität der Lehrkraft und ihrer Schülerinnen und Schüler blockiert wird  (ebenda, S. 309). Diesen Aspekt sollten Sie hinsichtlich Ihres Unterrichtes bedenken. Lernen kann nur effizient sein, wenn Lehrkräfte ihre Schülerinnen und Schüler mit all ihren Facetten im Blick haben. Unter Umständen heißt das für den eigenen Unterricht, Dinge kurzerhand zu ändern und auf aktuelle Fragestellungen der Lernenden einzugehen.

Checkliste „Lernziele vermitteln“

  • Schaffen Sie einen ansprechenden Zugang zur Thematik.
  • Visualisieren Sie die Problemstellung der Stunde.
  • Arbeiten Sie mit ansprechenden, motivierenden Medien und Materialien, die den Lernprozess begleiten und veranschaulichen.
  • Evaluieren Sie die Ergebnisse mit den Schülerinnen und Schülern sorgfältig und fixieren Sie diese.

Und nicht zuletzt:

  • Haben Sie Mut zur Spontanität im Unterricht.     AvP

 

 

Die Autorin Alexandra von Plüskow ist Grund- und Hauptschullehrerin. Sie war mehrere Jahre als Lehrerin und Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg und als Lehrbeauftragte für die Universität Koblenz-Landau tätig. Derzeit arbeitet die zweifache

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