Unterricht

Wandtafel vs. Visualizer und Beamer

Im Sinne eines Produktchecks soll es hier darum gehen, die gute alte Tafel dem modernen Beamer mit Visualizer (Dokumentenkamera) und Computer gegenüberzustellen und die Vor- und Nachteile von beiden Medien zu beleuchten.
Fotolia 147357 XS Carlos Matesanz - Fotolia

Mithilfe der Tafel können Sie …

  1. ein dynamisches Tafelbild entwickeln. Die Inhalte sind für alle Schüler präsent und verschwinden erst, wenn die Aufforderung zum Tafelputzen gegeben wird.
  2. spontan etwas visualisieren oder festhalten (z. B. die korrekte Schreibung eines Wortes, das Ergebnis einer Rechenaufgabe, das Datum des nächsten Schulausfluges, die Namen der Schüler, die am Ende der Stunde vorstellig werden müssen etc.).
  3. die gängige Einteilung nutzen, um das Abzuschreibende in die Mitte, zusätzliche Infos, die nicht in das Tafelbild bzw. in den Hefteintrag gehören, auf die Seitenflügel zu schreiben. Erläutern Sie diese Vorgehensweise zu Beginn des Schuljahres, dann halten sich die Nachfragen, ob das eben an der Tafel Notierte auch mitzuschreiben sei, in Grenzen.
  4. schnell und unkompliziert falsch Notiertes verschwinden lassen.
  5. einen Teil des Tafelbildes wegwischen und etwas Neues aufschreiben, während ein anderer Teil stehen bleibt.
  6. ein Post-it mit einer Nachricht hinterlassen, damit die Tafel von folgenden Kollegen, der Putzfrau oder sich langweilenden Schülern nicht gewischt wird.
  7. mit bunten Kreiden und Stiften Farbe ins Spiel bringen, die Farbpalette ist hier allerdings begrenzt.

Mithilfe eines Beamers, an dem ein Visualizer und ein Computer angeschlossen sind, können Sie …

  1. auf einem Blatt Papier – blanko, kariert, liniert – ein dynamisches Tafelbild entstehen lassen. Ihr Schriftbild ist durch normale Stifte auf Papier oft sauberer und lesbarer als mit Kreide auf der Tafel oder mit speziellen Stiften auf einer Folie. Die Inhalte sind so lange präsent, wie Sie das Blatt unter dem Visualizer liegen lassen bzw. den Beamer angeschaltet lassen. Sie drehen den Schülern beim Schreiben nicht den Rücken zu, sondern haben zu jeder Zeit alle im Blick.
  2. spontan etwas visualisieren, zeichnen, notieren etc. Allerdings ist dies nicht ganz so unkompliziert möglich, da Sie ein neues Blatt hervorholen müssen, wenn Sie das entstehende Tafelbild nicht stören möchten.
  3. verschiedene Blätter heranziehen, beschreiben, wieder weglegen und neu auflegen, falls das vorher Notierte wieder relevant wird. Dabei werden die Schüler häufiger nachfragen, wo denn das eben Aufgeschriebene seinen Platz im Hefteintrag habe.
  4. falsch Notiertes verschwinden lassen – aber nicht komplett, wenn Sie keinen Tintenkiller oder Korrekturroller verwenden.
  5. vgl. 3. und 6.
  6. den Anschrieb später wieder aufleben lassen, indem Sie das Blatt wieder unter die Kamera legen.
  7. diverse Stifte, Marker und die komplette Farbpalette verwenden, um Inhalte hervorzuheben, zu markieren, einzuteilen etc.
  8. Grafiken, Fotos, Musterlösungen usw. zeigen, ohne diese auf Overheadfolien zu kopieren.
  9. Seiten aus dem Schulbuch zeigen. Vor allem, wenn Sie nur einen bestimmten Ausschnitt bearbeiten möchten und die Schüler den Rest der Seite nicht sehen sollen, ist der Visualizer hilfreich.
  10. Aufgaben aus dem Schulbuch bearbeiten, auch wenn nicht alle Schüler ihre Bücher dabei haben.
  11. über den angeschlossenen Computer jegliche Software und das Internet nutzen.

Die einfache Wandtafel hat ihre Berechtigung im Klassenzimmer, dennoch sind Beamer und Visualizer die „Sieger“ im Check. Diese Gerätekombination ist unkompliziert nutzbar und erleichtert das alltägliche Unterrichtsgeschehen. Oft ist weniger Vorbereitung nötig, da Inhalte spontan gezeigt werden können. Andererseits können Sie zu Hause schöne Tafelbilder, Präsentationen etc. vorbereiten und sind dann im Unterricht nicht damit beschäftigt, die Infos in sauberer Form an die Tafel zu bringen. Außerdem ist es weniger anstrengend, im Sitzen ein Blatt Papier zu beschreiben, als im Stehen mit erhobenem Arm ein lesbares Tafelbild zu kreieren.

 

 

Die Autorin Patricia Mayer unterrichtet seit mehreren Jahren Deutsch und Geschichte. Sie war Mitarbeiterin an einem Forschungsprojekt über mittelalterliche Handschriften im Bereich „Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters“ an der Universität Augsburg.

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