Unterricht

E-Learning

E-Learning gewinnt immer mehr an Bedeutung – auch in den Schulen. Für fast alle Schülerinnen und Schüler spielen Computer, Internet und Handy eine sehr große Rolle – zumindest außerhalb der Schule. Denn viele Lehrer haben noch Berührungsängste und Bedenken, E-Learning-Maßnahmen in ihrem Unterricht einzusetzen. Dabei bieten sich hier zahlreiche Einsatzmöglichkeiten zur Bereicherung des Unterrichts und zur Motivationssteigerung der Schülerinnen und Schüler.
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Definition

Unter E-Learning versteht man i. A. das Lehren und Lernen anhand verschiedener elektronischer Medien, wie dem Internet, virtueller Lernplattformen, Lernsoftware etc. Häufig finden sich auch Begriffe wie Online-Lernen, computerbasiertes oder multimediales Lernen.

Einsatzmöglichkeiten im Unterricht

Für einen wirkungsvollen und zielgerichteten Einsatz von E-Learning-Maßnahmen müssen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung reflektieren, zu welchem Zweck und mit welchem Nutzen Sie diese einsetzen wollen.

Insbesondere müssen Schüler lernen, Computer und Internet sinnvoll zu nutzen. Wie recherchiert man richtig? Wie bewertet man die Seriosität von Quellen? Wie geht man mit (seinen) Daten im Internet um, und wie schützt man sie?

Einbezug des Internets

Der Einbezug des Internets ins tägliche Unterrichtsgeschehen beginnt bereits mit der Nutzung als Informationsquelle zur Recherche, zum Nachschlagen in Online-Lexika, die sehr oft aktueller sind als die Druckversion.

Nutzung von Lernplattformen

An vielen Schulen sind mittlerweile Lernplattformen im Einsatz, z. B. moodle oder mebis. Viele Schüler haben bereits Erfahrungen im Umgang mit Kursen auf solchen Lernplattformen, die insbesondere den Vorteil von zeit- und raumunabhängiger Kommunikation in Foren und Chats zur Bearbeitung von Gruppenarbeitsaufträgen bieten. Als Lehrkraft können Sie zusätzliche Übungen zur Binnendifferenzierung und Individualisierung zur Verfügung stellen, ohne jedes Arbeitsblatt kopieren zu müssen.

Sinnvoll ist auch, auf ausgewählte Internetseiten zu verlinken, sodass sich vor allem jüngere Schülerinnen und Schüler nicht bei Rechercheaufträgen im Netz „verlieren“.

Ein besonderer Vorteil der Kurse auf Lernplattformen ist die digitale Speichermöglichkeit. Alle textbasierten Vorgänge sind somit gespeichert nachhaltig verfügbar. Sie gewinnen auf diese Weise einen umfassenden Einblick in die Lernfortschritte Ihrer Schülerinnen und Schüler.

Virtuelle Klassenzimmer

Im Rahmen einer Projektwoche können Sie auch ein virtuelles Klassenzimmer mit einer Klasse ausprobieren. Hier treffen sie auf andere virtuell Lernende, mit denen sie sich austauschen können. Bevor Sie jedoch ein solches Projekt planen und realisieren, müssen Sie sich unbedingt mit den datenschutzrechtlichen Voraussetzungen vertraut machen.

Nachteile

Neben den bereits genannten Vorteilen dürfen Sie jedoch auch einige Probleme, die mit E-Learning verbunden sind, nicht aus den Augen verlieren.

Die Schüler müssen sukzessive an den Umgang mit den verschiedenen Medien herangeführt werden. Für viele stellen die erforderliche Selbstdisziplin und das eigenständige Lernen anfangs eine nicht zu unterschätzende Barriere dar. Hier muss die Lehrkraft insbesondere jüngere Lernende unterstützen.

Denken Sie auch daran, dass die mit der Online-Kommunikation einhergehenden reduzierten Kontakte zwischen Ihnen und Ihren Schülern manche Lernprozesse erschweren. Machen Sie sich auch mit den datenschutz- und urheberrechtlichen Voraussetzungen und Bestimmungen vertraut, bevor Sie die zahlreichen Möglichkeiten des E-Learnings nutzen.

E-Learning in der Fortbildung

Auch für sich selbst als Referendar sollten Sie E-Learning nutzen. Im Bereich der Lehrerfortbildung bieten sehr viele Landesinstitute Online-Kurse an, die Sie unkompliziert von Zuhause aus individuell und zeitlich flexibel absolvieren können. Sie gewinnen dadurch Erfahrung im Umgang mit den verschiedenen Angeboten und Werkzeugen und erhalten zahlreiche konkrete Anregungen für Ihren täglichen Unterricht.

Juliane Stubenrauch-Böhme, München Lehrerin für die Fächer Deutsch, Französisch und Spanisch; Referentin in der Lehrerfortbildung; derzeit abgeordnet an die Staatliche Prüfungsstelle für Übersetzer und Dolmetscher sowie pädagogische Mitarbeiterin für Deutsch und Fremdsprachen in der Abteilung Berufliche Schulen im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

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