Unterricht

Sinnvolle Sanktionen im Unterricht

Luisa hat zum fünften Mal ihre Englischhausaufgaben vergessen. Caspar stört fortwährend Ihren Unterricht. Und die Gruppe rund um Ayse verweigert schlichtweg die mündliche Mitarbeit im Unterricht. Diese Störungen kommen tagtäglich im Schulalltag vor. Wie Sie hier gezielt mit Sanktionen entgegenwirken können, nennt Ihnen der folgende Beitrag.
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Die täglichen Störungen

Unterrichtsstörungen passieren täglich und können von verschiedenen Faktoren bestimmt werden. Einerseits gibt es Störungen von außerhalb – so etwa Baulärm, starke Sonneneinstrahlung oder ein Probe-Feueralarm innerhalb der Schule.

Natürlich gehen Unterrichtsstörungen auch von den Schülerinnen und Schülern aus. Sie unterhalten sich während des Unterrichts, rufen dazwischen oder aber verweigern die Mitarbeit.

Letztendlich gehen einige Unterrichtsstörungen auch von der Lehrkraft aus. Diese kann etwa durch unsicheres Verhalten oder auch durch zu wenig Differenzierung oder Methodenwechsel im Unterricht sowie unklare Arbeitsanweisungen die eine und auch andere Unterrichtsstörung provozieren.

Klare Regeln …

… für sich selbst

Zunächst einmal sollten Sie ergründen, woher die Unterrichtsstörungen kommen – und ob sich diese beeinflussen lassen. Liegen diese eher in Ihrem Verhalten begründet, so sollten Sie – mithilfe Ihrer Ausbildungslehrkraft – und festen Regeln für sich selbst daran arbeiten. Etwa nach dem Motto:

  • Ich achte bei meinen Unterrichtsplanungen ab sofort verstärkt darauf, Methodenwechsel einzubauen.
  • Arbeitsanweisungen notiere ich vor der Unterrichtsstunde wörtlich und lerne diese auswendig.

… für Ihre Schüler

Aber auch Ihren Schülerinnen und Schülern sollten die Regeln in Ihrem Unterricht transparent sein. Im optimalen Fall bestehen sog. Schul-Regeln oder Klassen-Regeln, die in einem Regelkatalog sogar per Schulkontrakt mit den Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern festgehalten wurden. Existieren solche Regeln nicht, so besprechen Sie mit der Klassenlehrkraft und der begleitenden Lehrkraft sowie im Rahmen eines Seminares, welche Regeln Ihnen wichtig sind – und auch, welche Regeln an anderen Schulen gelten und auch greifen.

Partizipation

Bei der Gestaltung der Regeln für Ihren Unterricht sollten Sie auf die Partizipation der Schülerinnen und Schüler Wert legen. Erklären Sie, wobei es Ihnen bei der Festschreibung dieser Regeln geht und erörtern Sie gemeinsam, welche Dinge Ihnen wichtig sind.

Die Schülerinnen und Schüler nennen dann ihre eigenen Bedürfnisse – und so entwickeln Sie zusammen einen Regel-Katalog, der für die Lerngruppe in Ihrem Unterricht gilt. Dieser wird schriftlich fixiert, von allen Schülerinnen und Schülern unterschrieben und anschließend gut sichtbar im Klassenraum ausgehängt.

Konsequenzen

Für jeden Regel-Katalog sollte es aber auch einen sog. Maßnahmen-Katalog geben. Den Schülern sollte von Anfang an klar sein, was geschieht, wenn Regeln nicht eingehalten werden. Halten Sie dies bereits bei der Absprache der Regeln fest.

Dabei helfen Ihnen die sog. Erziehungsmaßnahmen wie etwa das Umsetzen eines Schülers oder einer Schülerin, das Erteilen von Zusatzaufgaben, die Nacharbeit unter Aufsicht oder das zeitweise Wegnehmen von Gegenständen.

Manche Lehrkräfte arbeiten mit einem sog. Warn-System – also beispielsweise mit dem Vorwarnen mithilfe einer gelben und einer roten Karte. Kann die Schülerin oder der Schüler das störende Verhalten dann nicht abstellen, greift die zuvor festgelegte Erziehungsmaßnahme.

Die sog. Ordnungsmaßnahmen sollten nur angewendet werden, wenn die pädagogischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Diese Maßnahmen sind z. B. das Versetzen in eine Parallelklasse oder ein zeitweiser Ausschluss vom Unterricht.

Das A & O der Sanktionen im Unterricht ist also eine gute Kommunikation und Absprache mit der Klassenlehrkraft und Ihrer betreuenden Lehrkraft – und mindestens ebenso bedeutsam ist Ihre Klarheit und Authentizität in der Bestimmung und Umsetzung von Regeln und Sanktionen, wenn diese Regeln nicht eingehalten werden.

Alexandra von Plüskow arbeitet seit 1998 als Grundschullehrerin im Landkreis Lüneburg. Sie ist derzeit vom Land Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis in die Stabsstelle Schulverwaltung, Bildung und ÖPNV in Soltau abgeordnet. Die zweifache Mutter verfasst als Fachjournalistin Texte und Materialien für verschiedene Verlage und Magazine.

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