Unterricht

Zur Ruhe kommen – Yoga-Elemente im Unterricht

Yoga makes you smile – warum diese Tatsache nicht auch für den eigenen Unterricht nutzen? Yoga ist mittlerweile ein Trend, der mit Körperbeherrschung, Ruhe, Entspannung und Ausgeglichenheit in Verbindung gebracht wird. Wie diese Eigenschaften in den schulischen Alltag integriert werden können und zu einem produktiven Unterrichtsklima beitragen, soll folgender Artikel erhellen.
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Um leistungsfähig und aufnahmebereit zu sein, ist es wichtig, ein gewisses Maß an Konzentration aufzubringen. Einerseits gibt es die Möglichkeit, dass Sie die Schüler aktivieren und im wahrsten Sinne des Wortes in Bewegung bringen. Ein aufregender Schulalltag verlangt aber zuweilen auch Entschleunigung und Beruhigung. Hierzu eignen sich einfache Yoga-Übungen, die oftmals meditative Elemente beinhalten und gleichzeitig Körper und Geist beleben.

Atemübungen für zwischendurch

Wenn Sie merken, dass die Konzentration in der Klasse nachlässt und Unruhe aufkommt, lassen Sie die Schüler ein paar Mal konzentriert durchatmen. Und so geht’s:

  • Fenster öffnen
  • aufrechte, aber auf keinen Fall verkrampfte Sitzhaltung einnehmen
  • tief durch die Nase einatmen, bis Brustkorb und Bauch gefüllt sind
  • den Atem anhalten und bis drei zählen
  • langsam ausatmen, dabei den Bauch so weit wie möglich einziehen, um die komplette Luft auszustoßen
  • die Übung zwei bis drei Minuten lang wiederholen, dabei aber betonen, dass jeder Schüler seinen eigenen Rhythmus finden soll

 Verspannte Schultern

Gerade in längeren Schreibphasen nimmt man oft eine verkrampfte Haltung ein, die Schultern und Nacken stark belastet. Geben Sie den Schülern zwischen zwei Arbeitsphasen die Gelegenheit, eine der folgenden Übungen auszuführen:

Übung 1

  • bequeme Sitzhaltung auf dem Stuhl einnehmen
  • Hände in Schulterhöhe heben, die Handflächen zeigen nach oben, die Finger in Richtung Hals, die Ellenbogen nach außen
  • Hände heben, als ob man ein schweres Gewicht über den Kopf drücken müsste
  • wenn die Arme gestreckt sind, die Hände ebenso langsam wieder senken
  • 3–5 Wiederholungen

Übung 2

  • bequeme Sitzhaltung auf dem Stuhl einnehmen
  • Ellenbogen beugen und in Schulterhöhe heben, sodass sich die Fingerspitzen berühren
  • Schulterblätter nach hinten zusammenziehen, als ob man ein Blatt Papier dazwischenklemmen müsste, die Ellenbogen dabei so hoch wie möglich halten, Schultern aber nicht hochziehen
  • 5–7 Sekunden in dieser Stellung verharren
  • die Anspannung langsam lösen, zur Entspannung einige Male mit den Schultern zucken
  • 3–5 Wiederholungen

Ganzheitliche Entspannung

Nicht nur zur Lockerung eines verspannten Nackens, sondern auch zur Entspannung des ganzen Körpers und zum Energietanken, dient folgende Übung:

  • bequeme Sitzhaltung auf dem Stuhl einnehmen
  • Schultern zurückziehen, den Kopf langsam nach vorne kippen und hängen lassen
  • nach einigen Sekunden den Kopf langsam wieder aufrichten – die Schultern bleiben gerade – und vorsichtig nach hinten fallen lassen
  • nach einigen Sekunden – der Mund bleibt geschlossen – langsam wieder aufrichten und vorsichtig erst auf die eine, dann auf die andere Seite beugen; jeweils ein paar Sekunden verharren
  • anschließend den Kopf hängen lassen, dann bei geschlossenen Augen sanft in alle Richtungen kreisen
  • die gesamte Übung dreimal wiederholen

Aktivierung müder Beine

Langes Sitzen verursacht oft einen Bewegungsdrang, der Unruhe in die Klasse bringt. Folgende kurze Übung fördert die Durchblutung der Beine und kann dazu beitragen, dass die Schüler wieder ruhiger sitzen:

  • aufrecht hinstellen, die Füße wenige Zentimeter auseinander
  • die Füße nach rechts rollen, sodass man auf der Außenseite des rechten und der Innenseite des linken Fußes steht
  • beide Knie ebenfalls nach rechts und nach vorne beugen, die Hüften und das Becken dabei gerade lassen
  • einige Sekunden verharren
  • die gesamte Übung zur linken Seite wiederholen
  • anschließend einen Fuß nach vorne strecken und vom Knöchel aus erst gegen, dann im Uhrzeigersinn kreisen lassen
  • diese Übung mit dem anderen Fuß wiederholen
  • beide Übungen noch zweimal wiederholen

Die Autorin Patricia Mayer unterrichtet seit mehreren Jahren Deutsch und Geschichte am Gymnasium. Sie war Mitarbeiterin an einem Forschungsprojekt über mittelalterliche Handschriften im Bereich „Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters“ an der Universität Augsburg. Frau Mayer befindet sich ab Ende August 2014 im Mutterschutz mit anschließender Elternzeit.

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