Unterricht

Manchmal kommt alles zusammen – die Kunst, den Alltag zu meistern

Sie befinden sich im Referendariat und haben das Gefühl, dass Sie keine Zeit mehr für sich haben? Unterrichtsstunden, Korrekturen, Elterngespräche, Schulveranstaltungen bestimmen Ihren Alltag – und es plagt Sie das schlechte Gewissen, wenn Sie einmal nichts für die Schule tun? Dann sollten Sie sich Gedanken über Ihre Work-Life-Balance machen. Welche Aspekte Sie hierbei berücksichtigen sollten, zeigt Ihnen der folgende Artikel auf.
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Pflichten

Im Rahmen Ihres Vorbereitungsdienstes sind Sie eingespannt in zahlreiche Pflichten. Einerseits wird von Ihnen eine aktive Teilnahme im Seminar erwartet. Nicht nur, dass Sie Mitschauen halten und an Hospitationen bei Ihren Mitreferendarinnen und -referendaren teilnehmen müssen. Es kommen außerdem mündliche Teilnahmen und kurze Referate auf Sie zu, auf die Sie sich vorbereiten müssen.

Ebenso sieht es in Ihrer Ausbildungsschule aus. Sie unterrichten, bereiten sich auf den Unterricht vor und werten ihn aus. Hinzu kommen die Zeiten, in denen Sie korrigieren, an Konferenzen oder Schulveranstaltungen teilnehmen und in denen Sie Elterngespräche führen sowie formellen Aufwand haben.

Wie finden Sie ein gesundes Maß an dienstlicher Anstrengung, ohne Ihre Freizeit und somit sich selbst zu vernachlässigen?

Zeitmanagement

Das A und O für eine gute Work-Life-Balance ist ein individuell abgestimmtes Zeitmanagement. Natürlich warten im Referendariat gleich mehrere Anforderungen auf Sie. Doch wenn Sie diese rechtzeitig einplanen, lässt sich Stress schon frühzeitig vorbeugen.

Überlegen Sie, wie viel Zeit Sie in der Schule und im Seminar verbringen. Rechnen Sie sich aus, wie viele Stunden Sie für Vorbereitungen und Nachbereitungen sowie für Korrekturen aufwenden müssen. Notieren Sie diese Zeiten und erstellen Sie unter Einbezug Ihres Stundenplanes und des Seminarplanes einen Stundenplan für die Arbeit am Schreibtisch. In diesen eigenen Stundenplan können Sie dann von Woche zu Woche auch Ereignisse wie Schulveranstaltungen einplanen.

Gut geplant …

Planen Sie größere Unterrichtseinheiten rechtzeitig und versuchen Sie, sich mit Fachkollegen auszutauschen. Setzen Sie sich bei der Planung bereits ein zeitliches Limit. Eine Stunde Recherche im Internet für eine Einheit kann bereits ausreichen, wenn Sie diese gezielt führen. Beenden Sie die Recherche nach dieser Zeit und lernen Sie, zu akzeptieren, dass Sie nicht jedes Detail ermittelt haben.

Fragen Sie auch Mitreferendare und Mitreferendarinnen oder erfahrene Kollegen nach deren Strategien beim Korrigieren. Gibt es evtl. Bewertungsbogen oder andere Hilfen, die sie nutzen, um effizient zu arbeiten?

Planen Sie darüber hinaus feste Zeiten für Ihre Haushaltstätigkeiten und für Freizeit ein. An diese Zeiten sollten Sie sich unbedingt halten.

Freizeit

Diese Zeit ist Ihre Zeit. Nutzen sie diese ganz bewusst, um etwa Sport zu treiben, rauszugehen oder auch, um einfach die Seele baumeln zu lassen beim Lesen oder Fernsehen. Auch Treffen mit Freunden sind wichtig, um einen Ausgleich zum Stress im Referendariat zu finden. Ob beim gemeinsamen Kochen oder bei einem Besuch im Restaurant, Kino oder Theater – genießen Sie die Zeit in der Gemeinschaft und lassen Sie hier Themen und Probleme aus dem beruflichen Bereich außen vor.

Grenzen ziehen

Sie haben einen Stundenplan für Ihren Beruf und Ihre Freizeit entwickelt? Dann sollten Sie sich auch an diesen halten. Sollten Sie auch in Ihrer Freizeit auf Dinge stoßen, die beruflich interessant sind – etwa Artikel oder Bücher etc. –, nehmen Sie diese mit und bewahren Sie sie dort auf, wo Sie während Ihrer Zeit am Schreibtisch darauf Zugriff haben. Gehen Sie nur zu festen Telefonzeiten ans Telefon und prüfen Sie Ihre dienstlichen E-Mails ausschließlich zu von Ihnen festgelegten Zeiten.

Das Referendariat ist bestimmt eine sehr aufwendige Zeit. Dennoch sollten Sie trotz der vielen Anforderungen nicht den Spaß an Ihrer Tätigkeit verlieren. Behalten Sie besondere Ereignisse wie Mitschauen im Blick und bereiten Sie sich rechtzeitig darauf vor. Achten Sie auf Ihren eigenen Rhythmus und lassen Sie sich von anderen nicht unter Druck setzen. Lernen Sie auch, Nein zu sagen und Prioritäten zu setzen. Und seien Sie von Zeit zu Zeit nachsichtig mit sich selbst. So lässt sich dieser anspruchsvolle Alltag meistern – mal mehr, mal weniger leicht.

Alexandra von Plüskow ist Grund-, Haupt- und Realschullehrerin. Als solche sowie als Fachberaterin für das Fremdsprachenlernen in der Grundschule war sie an der Landesschulbehörde tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin für verschiedene pädagogische Verlage sowie als Lehrbeauftragte.

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