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Selbstmanagement: Top organisiert im Referendariat

Auch im Referendariat fällt auf, dass manche die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen in der Schule leichter bewältigen, mehr in kürzerer Zeit erledigen und effizienter arbeiten können, was auch daran liegt, dass diese Referendare bestimmte Dinge anders angehen. Wenn man einige einfache Regeln beachtet, kann jeder die eigenen Potenziale besser entfalten und sich Freiräume schaffen für die wesentlichen Aufgaben.

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Selbstmanagement – was ist das?

Der Begriff „Selbstmanagement“ beschreibt die Methode, seine Arbeit und sein Leben so zu organisieren, dass man sich als erfolgreich und zufrieden erlebt. Auf den Schulalltag bezogen meint das vor allem, dass man die verschiedenen anfallenden Arbeiten strukturiert, planvoll und selbstbestimmt erledigt.

In der Regel unterscheidet man verschiedene Teilkompetenzen wie ein effektives Zeitmanagement zur Arbeitsorganisation, die Fähigkeit zur Priorisierung von Aufgaben, die Übernahme von persönlicher Verantwortung für Planung und Gestaltung des Beruf- und Privatlebens, die Wahrung einer ausgewogenen Work-Life-Balance sowie die Fähigkeit zur Selbststeuerung.

Sieben Grundsätze eines effektiven Selbstmanagements

1. Planen Sie sorgfältig

A und O eines effektiven Selbstmanagements ist eine sorgfältige Zeit- und Terminplanung. Werden Sie sich zunächst Ihrer Zeiträuber bewusst: Wo verschenken Sie Zeit und wie können Sie dies abstellen? Auf welche Zeitfenster können Sie zeitraubende Tätigkeiten am besten verlegen?

Überlegen Sie im Anschluss, welche Aufgaben und Tätigkeiten in welcher Dringlichkeit erledigt werden müssen. Tragen Sie diese Aufgaben in einen genauen Terminplan ein – egal ob digital oder analog – und vergessen Sie auch die Termine nicht, die die Schule vorgibt, z. B. Konferenzen, Elternabende oder Veranstaltungen.

Denken Sie insbesondere auch daran, nur 50–60 % Ihrer Zeit zu verplanen, damit Sie genügend Puffer für Unvorhergesehenes haben.

2. Gehen Sie systematisch vor

Arbeiten Sie die verschiedenen Aufgaben systematisch nach Ihrem Zeitplan ab. Beachten Sie dabei unbedingt auch Ihren persönlichen Biorhythmus. Denn jeder Mensch hat entsprechend seiner Konstitution im Laufe des Tages Phasen, in denen er besonders leistungsfähig ist. In diese Phasen sollten Sie die anspruchsvollsten Tätigkeiten legen, wie z. B. die Konzeption von Schulaufgaben.

3. Bleiben Sie konsequent

Führen Sie einmal angefangene Aufgaben konsequent zu Ende und lassen Sie sich nicht ablenken. Eine erfolgreich durchgeführte Arbeit motiviert zu weiteren. Sind manche Aufgaben nicht an einem Stück zu bewältigen, teilen Sie diese Aufgaben in machbare kleine Schritte, damit Sie nicht in Versuchung geraten, wichtige Aufgaben ständig aufzuschieben.

4. Überlegen Sie sich ein durchdachtes Ordnungssystem

Investieren Sie insbesondere zu Beginn Ihres Referendariats Zeit in ein sinnvoll durchdachtes Ordnungssystem und disziplinieren Sie sich, dieses auch einzuhalten. Sie werden schnell erleben, dass sich diese Investition auszahlt und Sie sich viel Suchen ersparen.

Nach jeder erledigten Aufgabe sollten Sie Ihren Arbeitsplatz aufräumen – und vor allem konsequent wegwerfen, was Sie vermutlich nicht mehr benötigen werden. Dann können Sie sich an die Planung und Umsetzung der kommenden Unterrichtseinheiten machen.

5. Schaffen Sie sich Abwechslung

Gestalten Sie Ihren Tagesablauf abwechslungsreich: Belohnen Sie sich nach der Bewältigung einer anspruchsvollen Tätigkeit mit der Erledigung einer Aufgabe, die Ihnen leichtfällt oder die Ihnen Freude bereitet.

6. Überprüfen Sie sich selbst und geben Sie sich Zeit

Bewerten Sie Ihre Fortschritte ehrlich und überwachen Sie sie kontinuierlich. Aber setzen Sie sich nicht unter Druck und verfolgen Sie Ihre Ziele hartnäckig. Haushalten Sie mit Ihren Ressourcen so, dass diese dauerhaft zur Verfügung stehen und nicht durch Überlastung beeinträchtigt werden. Dies heißt im Schulalltag durchaus auch, einmal „Nein“ zu sagen zu bestimmten zusätzlichen Aufgaben.

7. Achten Sie auf eine für Sie stimmige Work-Life-Balance

Entscheidend für die Lebenszufriedenheit ist auch ein privater Ausgleich zum fordernden Schulgeschehen. Gönnen Sie sich daher regelmäßig Zeit für Ihre aktive Freizeitgestaltung, für Treffen und Gespräche mit Freunden, für sportliche Aktivitäten.

Umsetzung in die Praxis

Beim Selbstmanagement liegen die Schwierigkeiten weniger in der Theorie als vielmehr in der Praxis. Alte Gewohnheiten und Vermeidungsstrategien stehen häufig der Umsetzung im Wege. Lassen Sie sich durch die Widrigkeiten des Schulalltags nicht entmutigen und fangen Sie „klein“ an:

  • Beginnen Sie besser heute als morgen.
  • Nehmen Sie sich eine Veränderung vor – und zwar die, die Sie am leichtesten realisieren können.
  • Denken Sie daran, dass die Umsetzung einer Maßnahme zunächst ggf. mit Mehraufwand verbunden sein kann, bevor sich eine Arbeitserleichterung einstellt.

Juliane Stubenrauch-Böhme, München, Gymnasiallehrerin für die Fächer Deutsch, Französisch und Spanisch; Referentin in der Lehrerfortbildung; derzeit abgeordnet an die Staatliche Prüfungsstelle für Übersetzer und Dolmetscher sowie pädagogische Mitarbeiterin für Deutsch und Fremdsprachen in der Abteilung Berufliche Schulen im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

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