Unterricht

Planen, reflektieren, evaluieren: So arbeiten Sie an der Qualität Ihres Unterrichts

Sie beginnen mit dem eigenständigen Unterricht? Dann haben Sie einige Planungsarbeit zu leisten. Weshalb Sie dabei auch Wert auf die Reflexion und Evaluation bereits gehaltener Unterrichtsstunden legen sollten, lesen Sie hier.
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Erste Schritte bei der Unterrichtsplanung

Sie übernehmen Ihre ersten eigenständigen Unterrichtsstunden? Gewiss haben Sie bereits mit Ihrer Mentorin oder Ihrem Mentor erste Unterrichtseinheiten für die Lerngruppen geplant. Allerdings sollten Sie es bei der Planung nicht belassen. Um erfolgreich guten Unterricht zu halten, ist eine sorgfältige Reflexion und Evaluation der bislang gehaltenen Unterrichtsstunden wichtig. Gewöhnen Sie es sich deshalb an, Ihre Unterrichtsstunden kurz zu reflektieren. Dies können Sie anhand der Kriterien für guten Unterricht durchführen, wenn Sie nach dem Unterrichtstag wieder zu Hause sind. Doch – was genau kennzeichnet guten Unterricht?

Daran erkennen Sie „guten Unterricht“

In seinem 2004 erschienenen Buch „Was ist guter Unterricht?“ legt Hilbert Meyer zehn Merkmale eines guten Unterrichts fest (Meyer, 2004). Es handelt sich dabei um folgende Kriterien:

  • Der Unterricht ist klar strukturiert, d. h., ein „roter Faden“ ist zu erkennen.
  • Es besteht ein hoher Anteil an echter Lernzeit. Dies geschieht etwa durch ein gutes Zeitmanagement und durch einen rhythmisierten Tagesablauf.
  • Es herrscht ein lernförderliches Klima. Sowohl die Lehrkraft als auch die Schülerinnen und Schüler halten Regeln ein und zeigen gegenseitigen Respekt.
  • Es liegt eine inhaltliche Klarheit vor. Diese entsteht etwa durch eine verständliche Aufgabenstellung und einen offensichtlichen thematischen Gang sowie eine verbindliche Ergebnissicherung.
  • Es wird sinnstiftend kommuniziert, indem die Lernenden einbezogen werden. Dies geschieht beispielsweise durch eine Beteiligung an der Planung und durch das Führen von Lerntagebüchern.
  • Der Unterricht ist geprägt durch eine Methodenvielfalt.
  • Jede Schülerin, jeder Schüler wird individuell gefördert - etwa mithilfe von individuellen Lernstandsanalysen und Förderplänen.
  • Die Übungsphasen im Unterricht sind intelligent. Das heißt, es wird ausreichend und abwechslungsreich geübt.
  • Hinsichtlich der Leistungserwartungen herrscht eine Transparenz. Die Schülerinnen und Schüler erhalten zuverlässig und rasch Rückmeldung zu ihren Lernwegen und Lernfortschritten.
  • Die vorbereitete Umgebung ist wohl durchdacht. Erkennbar ist dies an einer funktionalen Einrichtung und einem praktikablen Lernwerkzeug.

So reflektieren und evaluieren Sie effizient Ihren Unterricht

Machen Sie es sich zur Gewohnheit, jede Unterrichtsstunde, die sie gegeben haben, mithilfe des Formulars zu reflektieren. Beziehen Sie Ihre Ergebnisse in Ihre weitere Unterrichtsplanung ein und seien Sie bereit, Änderungen vorzunehmen.

In einigen Fällen ist es hilfreich, die Schülerinnen und Schüler in die Evaluation einzubeziehen. Beteiligen Sie diese etwa an der Unterrichtsplanung. Sind sie mit der Lernatmosphäre und ihrem eigenen Lernfortschritt zufrieden? Besprechen Sie die Klarheit Ihres Unterrichts und berücksichtigen Sie auch Wünsche der Lernenden hinsichtlich der Methoden.

Guter Unterricht entsteht aus der eigenen Reflexion und Kritikfähigkeit. Seien Sie offen für Anregungen und zeigen Sie sich stets bereit, Ihren Unterricht zu ändern und zu optimieren. Diese Haltung wird Sie während Ihrer gesamten Tätigkeit als Lehrkraft begleiten.  AvP

Die Autorin Alexandra von Plüskow ist Grund- und Hauptschullehrerin. Sie war mehrere Jahre als Lehrerin und Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg und als Lehrbeauftragte für die Universität Koblenz-Landau tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin und Referentin für verschiedene Verlage.

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