Unterricht

Die schriftliche Verlaufsplanung

Ein Besuch vonseiten des Seminars steht an? Dann wird es Zeit, sich über die Ausarbeitung des Stundenentwurfes Gedanken zu machen. Von besonderer Bedeutung ist die tabellarische Verlaufsplanung Ihrer Unterrichtsstunde. Wie Sie diese anfertigen und worauf Sie hierbei achten sollten, nennt Ihnen der folgende Beitrag.
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Der Besuch kommt …

Ihre Seminarlehrkraft hat sich zu einem Unterrichtsbesuch angekündigt? Dann werden Sie auf jeden Fall eine tabellarische Verlaufsplanung Ihrer Unterrichtsstunde anfertigen müssen. Hier zeigen Sie, in welche Phasen sich Ihr Unterricht gliedert und wann Sie diese Phasen durchführen möchten. Außerdem reflektieren Sie Ihr geplantes Lehrerverhalten und das erwartete Schülerverhalten. Auch die Medien und Sozialformen, die Sie im Unterricht anwenden möchten, werden hier verzeichnet.

Phasierung von Unterricht

Grob gesagt, teilt sich eine gute Unterrichtsstunde in drei Phasen ein: EEE. In die Einführung, die Erarbeitung und in die Ergebnissicherung. Die Einführung macht auf die Thematik neugierig und aktiviert das Vorwissen Ihrer Schülerinnen und Schüler. Die Erarbeitung ermöglicht es Ihren Schülerinnen und Schülern, sich individuell oder in der Gruppe mit der Thematik auseinanderzusetzen und diese zu entwickeln. Im Rahmen der Ergebnissicherung präsentieren die Lernerinnen und Lerner diese Erarbeitungen und erfahren eine Würdigung.

Gelenkstellen

Besonderen Wert sollten Sie auf die Gelenkstellen im Unterricht legen. Überlegen Sie genau, wie Sie diese gestalten – und ob Sie diese auch schon mithilfe von räumlichen Elementen wie etwa das Bilden eines Stuhlkreises oder das Formen von Gruppen wiedergeben. Notieren Sie sich genau, welche Anweisungen Sie im Rahmen der Gelenkstellen geben möchten – und üben Sie diese vor dem Unterrichtsbesuch ein. Umso ruhiger wirken Sie während der Hospitation.

Tabellarischer Verlauf

Der tabellarische Unterrichtsverlauf ist eine wichtige Hilfe zur Orientierung für Sie – er ermöglicht es Ihren Zuschauerinnen und Zuschauern aber gleichsam, dem geplanten Unterricht zu folgen. Verfassen Sie ihn möglichst so genau, dass eine andere Lehrkraft Ihren Unterricht halten könnte, falls Sie ausfallen würden. Erfragen Sie in Ihrem Seminar, welche Tabellenform von Ihnen erwartet wird.

Die folgenden Punkte finden sich häufig in den Formularen für die Verläufe wieder:

  • Phase/Zeit
  • geplantes Lehrerverhalten/erwartetes Schülerverhalten
  • didaktisch-methodischer Kommentar
  • Medien

Notieren Sie in der Spalte „geplantes Lehrerverhalten“ ruhig wichtige Arbeitsaufträge wörtlich und antizipieren Sie das „erwartete Schülerverhalten“. In der Spalte „Medien“ halten Sie als Spickzettel für sich selbst die Materialien und Medien bereit, die Sie in den einzelnen Phasen des Unterrichtes verwenden werden.

Abgabe des Entwurfs

Halten Sie vor dem Besuch für jeden Besucher möglichst ein Exemplar Ihres Stundenentwurfs bereit. In diesem können sich Ihre Hospitantinnen und Hospitanten dann eigene Anmerkungen und Beobachtungen notieren. Wenn möglich, haben Sie diesen Entwurf bereits ein bis zwei Tage vorher kopiert und zusammengeheftet.

Kurze tabellarische Verlaufspläne

Aber auch für Ihre alltägliche Unterrichtsplanung sind einfache tabellarische Entwürfe eine große Hilfe. In einigen Seminaren wird es sogar gefordert, diese Kurzentwürfe für jede einzelne Unterrichtsstunde, die Sie halten, zu führen. Erfragen Sie die jeweiligen Modalitäten bei Ihrem Seminar. Ansonsten hat sich die folgende Aufteilung bewährt:

  • Zeit/Phase
  • geplantes Lehrerverhalten/erwartetes Schülerverhalten
  • Medien/Sozialformen

Tabellarische Stundenentwürfe geben Ihnen Sicherheit und einen roten Faden im Unterricht – und Ihrem Besuch verschaffen Sie einen Überblick über diesen. Führen Sie Ihre Entwürfe sorgfältig und möglichst detailliert – nicht nur in Besuchszeiten.

Alexandra von Plüskow ist Grund-, Haupt- und Realschullehrerin. Als solche sowie als Fachberaterin für das Fremdsprachenlernen in der Grundschule war sie an der Landesschulbehörde tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin für verschiedene pädagogische Verlage sowie als Lehrbeauftragte.

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