Unterricht

Differenzierter Unterricht - so werden Sie Ihren Schülerinnen und Schülern gerecht

Sie haben mit Ihrem eigenständigen Unterricht begonnen oder praktizieren diesen schon seit einiger Zeit? Doch Sie haben das Gefühl, Ihren einzelnen Schülerinnen und Schülern nicht gerecht werden zu können? Dann sollten Sie in Ihrem Unterricht differenzieren. Wie Sie dies auch in Ihrem Alltagsunterricht erfolgreich anwenden, lesen Sie hier.
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Das ist differenzierter Unterricht

Wenn Sie Ihren Unterricht differenzieren möchten, so können Sie dies einerseits in Form von äußerer Differenzierung und auf der anderen Seite in Form von innerer Differenzierung machen. Äußere Differenzierung meint vornehmlich, dass Ihre Schülerinnen und Schüler in möglichst einheitliche Gruppen eingeteilt werden. So etwa in gleiche Jahrgänge oder auch in Förder- bzw. Fordergruppen. Innere Differenzierung wird von Hilbert Meyer so definiert: „Innere Differenzierung bezeichnet alle Formen der zeitlich befristeten und/ oder dauerhaften Aufteilung eines Lernverbands (einer Klasse, eines Kurses) in arbeitsfähige Teilgruppen. “ (Meyer 2004, S. 102).

Meyer empfiehlt, bei der Differenzierung folgende Überlegungen bei der Einteilung der Gruppen zu berücksichtigen:

  • die personale Differenzierung
  • (z. B. nach Leistungsfähigkeit oder nach Förderbedarf bzw. Interesse)
  • die didaktische Differenzierung
    (z. B. nach Zielen, Inhalten oder auch Methodenkompetenz)
  • die Differenzierung nach dem „Zufallsprinzip“
    (z. B. durch Abzählen, durch zufällige Festlegung nach dem Alphabet usw.) (vgl. Meyer 2004, S. 102 ff.).

So differenzieren Sie in Ihrem Unterricht

Die Gründe für eine innere Differenzierung im Unterricht liegen auf der Hand. In einer Klasse, in der viele unterschiedliche Lernerinnen und Lerner aufeinandertreffen, gilt es, eine Lernumgebung zu schaffen, die diese anspricht und ihnen gerecht wird. Doch die will gut organisiert sein. Überlegen Sie deshalb gut, welche Arbeitsformen und Methoden Sie anwenden möchten. Beziehen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler in die Planung mit ein. Erfragen Sie beispielsweise, welche differenzierenden Maßnahmen diese interessant finden – und welche Themen sie gerne mithilfe welcher Medien bearbeiten würden.

Kernpunkt der Differenzierung: Ihre sorgfältige Planung

Möglichkeiten zur Differenzierung stehen Ihnen zahlreich zur Verfügung. So etwa die Planarbeit (Wochenpläne, Themenpläne), Lerntheken oder auch die Arbeit an Stationen. Überlegen Sie zunächst, wie Sie die einzelnen Gruppen zusammensetzen. Welche Gruppe soll beispielsweise mit welchen Medien arbeiten? Wie viele Aufgabenstellungen bzw. Stationen sollen entstehen? Wie soll der Plan bzw. der Laufzettel aussehen? Formulieren Sie die Arbeitsanweisungen präzise und gut verständlich, sodass sich die Aufgaben aus sich heraus erklären. Beziehen Sie verschiedene Medien in die Differenzierung ein, so etwa Arbeitsblätter, Lernkarteien, Schulbücher und Computer. Überlegen Sie außerdem mit den Schülerinnen und Schülern Regeln für die Zusammenarbeit, die das Miteinander und den Umgang mit einer eventuellen Lautstärke in der Klasse festlegen.

Bedenken Sie des Weiteren, dass es zu kritischen Situationen kommen kann. So zum Beispiel, wenn Arbeitsaufträge nicht verstanden werden oder aber manche Schülerinnen und Schüler nicht an den Aufgaben arbeiten. Planen Sie, wie Sie sich in einem solchen Fall verhalten.

Auch die Kontrolle der Ergebnisse sollte festgelegt werden. Soll diese im Unterrichtsgespräch, durch eigene Überprüfung oder durch die Lehrkraft erfolgen?

Unterricht differenziert zu gestalten erfordert einige Organisation und eine wohldurchdachte, sehr strukturierte Planung Ihrerseits. Wenn Sie diesen Schritt wahrnehmen, gelingt es Ihnen allerdings, Ihre Schülerinnen und Schüler dort abzuholen, wo sie gerade stehen – und sie individuell zu fördern und zu fordern.  AvP

Die Autorin Alexandra von Plüskow ist Grund- und Hauptschullehrerin. Sie war mehrere Jahre als Lehrerin und Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg und als Lehrbeauftragte für die Universität Koblenz-Landau tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin und Referentin für verschiedene Verlage.

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