Unterricht

Machen Sie den Frühling zum Thema

Karneval ist vorbei und die letzten Masken von den Fenstern verschwunden. Welches Projekt kann nun in Angriff genommen werden? Bei den frühlingshaften Temperaturen, die schon jetzt draußen zu spüren sind, wird es höchste Zeit, auch den Frühling ins Klassenzimmer einziehen zu lassen. Oder gehen Sie, wenn es sich anbietet, mit den Kindern nach draußen und schauen Sie, wie viel Grünes und Buntes überall sprießt.
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Frühling kann aus mehreren Blickwinkeln betrachtet und untersucht werden. Zum einen erwacht draußen die Landschaft zu neuem Leben, zum anderen ist die Zeit nach dem Faschingstreiben auch die Zeit, in der man einen Moment innehalten und sich darauf besinnen kann, was wirklich wichtig. Frühling kann in vielen Fächern einbezogen und thematisiert werden.

Es macht Sinn, etwas in den Unterricht mit einzubeziehen, was die Schüler tagtäglich erleben. So können sie bessere Verknüpfungen zwischen dem Erlebten und Erlernten herstellen und Gelerntes besser behalten. Und weil Frühling ein überwiegend positiv besetztes Thema ist, wird auch das Gelernte eher positiv bewertet.

Im Deutschunterricht können z. B. Gedicht geschrieben und gelesen werden. Probieren Sie auch einmal mit Ihren Schülern andere Gedichtformen wie beispielsweise Elfchen oder Haikus aus. Auch Wortformen können so noch einmal wiederholt werden.

All das, was in der Natur vor sich geht, kann im Sachunterricht angesprochen und untersucht werden. Besonders gut lassen sich z. B. Frühblüher im Klassenzimmer anpflanzen. So können die Schüler mitverfolgen, wie sich ihre Pflanzen entwickeln. Aber auch das Thema Ernährung kann besprochen werden. Auf was kann der Körper problemlos verzichten? Und was benötigt er dagegen unbedingt, um gesund zu bleiben?

Im Mathematikunterricht können Sie die Schüler berechnen lassen, wie viel länger die Tage nun hell sind. Wie sieht das im Verhältnis zu den dunkelsten Tagen im Dezember und den längsten Tagen im Juni aus? Wie viel Zeit vergeht zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang?

Vermitteln Sie im Englischunterricht den grundlegenden Wortschatz rund um das Thema Frühling.

Im evangelische und katholische Religions- sowie im Ethikunterricht können Sie sich natürlich im Frühling mit der Ostergeschichte auseinandersetzen. Woher kommen die Osterbräuche? Welche Bedeutung haben die Ostersymbole? Wird Ostern auch in anderen Ländern gefeiert, und wenn ja, wie? Aber auch: Wer fastet und warum eigentlich? Wie lange dauert die Fastenzeit? Womit endet sie?

Der Kunstunterricht eignet sich auch sehr gut, die Schüler auf die Osterzeit vorzubereiten. Ein Ei hat eine ganz eigene Form, die man toll künstlerisch erfassen kann. Dazu eignen sich nicht nur ausgepustete Eier, sondern auch Eier aus Pappmaschee oder Geschenkeier, die Sie aus Luftballons und Pappmaschee fertigen lassen können. Dieses plastische Arbeiten sollte dem zweidimensionalen Malen auf Papier unbedingt vorgezogen werden.

Wenn das Wetter es zulässt, können Sie auch den Sportunterricht nach draußen verlegen. Frische Luft tut besonders im Frühjahr gut. Geben Sie nur einen Tag vorher Bescheid, dass die Schüler daran denken, sich geeignetes Sportzeug mitzubringen.

Einen geschichtlichen Aspekt können Sie einbringen, wenn Sie mit Ihren Schülern erarbeiten, seit wann in Europa das Osterfest überhaupt gefeiert wird.

Fazit

Der Frühling an sich und Ostern im Speziellen bieten vielseitige Möglichkeiten, in den Unterricht aufgenommen zu werden. Eine schöne und interessante Art, den Alltag der Schüler zu thematisieren.

Manon Sander hat als Lehrerin an Grund-, Haupt- und Realschulen unterrichtet. Sie ist Lehrbeauftragte an der Universität in Bielefeld und betreut dort die Lehramtsstudierenden im Praktikum. Frau Sander ist außerdem akademische Mitarbeiterin am Institut für Unterrichtsentwicklung an der Pädagogischen Hochschule. Die Mutter von sechs Kindern ist als Autorin für verschiedene Verlage und Magazine tätig.

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