Unterricht

Methodenvielfalt im Unterricht – wer die Wahl hat, hat die Qual!

Sie haben Themen für Ihren eigenständigen Unterricht gefunden? Nun müssen diese motivierend an Ihre Schülerinnen und Schüler vermittelt werden! Es ist wichtig, dass Sie sich nach und nach ein abwechslungsreiches Methodenrepertoire erarbeiten. Denn dieses ist eine wichtige Grundlage für einen guten und facettenreichen Unterricht – Tag für Tag.
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Was ist eine „Methode“?

Eine „Methode“ bezeichnet den Weg, der Ihre Lernerinnen und Lerner zu einem von Ihnen geplanten Ziel bringen soll. Dabei reicht die Spannbreite von lehrerzentriert bis offen. Man spricht von lehrergesteuerte Methoden, wenn Sie als Lehrkraft den Lernweg für Ihre Schülerinnen und Schüler von vorneherein festlegen. So übernimmt die Lehrkraft beispielsweise mithilfe von genauen Fragestellungen während des Unterrichtsgespräches oder bei der Anwendung von Arbeitsblättern die Verantwortung dafür, dass zuvor definierte Ziele erreicht werden. Bei sogenannten offenen Methoden werden diese Ziele oder Ergebnisse nicht in Gänze vorausgeplant. Etwa beim entdeckenden Lernen, bei der Stationenarbeit oder beim Projektlernen wird den Schülerinnen und Schülern ein individueller Lernweg ermöglicht.

So planen Sie abwechslungsreichen Unterricht

Ein guter und abwechslungsreicher Unterricht lebt von der Methodenvielfalt. Denn mithilfe unterschiedlicher Methoden vermitteln Sie effektiv die geplanten Themen und die damit verbundenen Inhalte. Eine wohldurchdachte Methodenwahl strukturiert den Lernweg Ihrer Schülerinnen und Schüler und vermag Ihre differenzierte Arbeit in der Lerngruppe zu unterstützen.

Überlegen Sie deshalb genau: Welche Methoden passen zu Ihrer Lerngruppe? Wie können einzelne Methoden die geplanten Themen und Inhalte schrittweise für Ihre Schülerinnen und Schüler erschließen? Begründen Sie Ihre Wahl stichhaltig und wägen Sie ab, aus welchem Grund Sie die jeweiligen Methoden anderen vorziehen.

Ihr Methodenrepertoire – ein Gefüge, an dem Sie ständig arbeiten sollten

Um möglichst alle Schülerinnen und Schüler zu erreichen, ist es wichtig, die Themen und Inhalte in einzelne Aspekte zu unterteilen und diese methodisch geschickt zu vermitteln. Dabei kommt es auf motivierende und abwechslungsreiche Herangehensweisen (= Methoden) an. Analysieren Sie deshalb möglichst genau Ihr persönliches Methodenrepertoire. Wo ist dieses noch erweiterbar? Versuchen Sie, sich und Ihren Schülerinnen und Schülern allmählich neue Methoden zu erschließen. Behalten Sie dabei unbedingt Ihre Lerngruppe im Blick. Gibt es Dinge, die Sie berücksichtigen müssen – etwa hinsichtlich einer Differenzierung oder ggf. hinsichtlich der Inklusion? Wechseln Sie ab zwischen Phasen der Lehrgangsarbeit und der freien Arbeit. Arbeiten Sie auch mit verschiedenen Sozialformen wie etwa der Arbeit im Plenum, in Teilgruppen oder auch der Einzelarbeit. Haben Sie Mut, mit offenen Unterrichtsmethoden die Verantwortung für den Lernweg teilweise an Ihre Schülerinnen und Schüler abzugeben.

Welche Methode ist die beste?

Bei aller Experimentierfreude: Setzen sie unterschiedliche Methoden nicht als „Mittel zum Zweck“ ein. Der Einsatz einer bestimmten Methode sollte sich stets aus dem Sachzusammenhang ergeben und nicht, weil „sie so nett ist“.

Folgende Hinweise unterstützen Sie beim Reflektieren über die geeignete Methodenwahl:

  • Analysieren Sie Ihr eigenes Methodenrepertoire – und das Ihrer Schülerinnen und Schüler!
  • Welche Methoden haben sich bislang in Ihrem Unterricht (bzw. in von Ihnen besuchten Hospitationsstunden) in besonderer Weise bewährt? Weshalb?
  • Welche weiteren Methoden haben Sie während Ihrer Ausbildung kennen gelernt?
  • Welche Methode würden Sie gerne in Ihr Methodenrepertoire aufnehmen? Aus welchen Gründen? Wie würden Sie diese neuen Methoden einführen? Welche Schwierigkeiten müssen Sie dabei im Blick behalten?
  • Wenn Sie neue Methoden eingeführt haben, so überlegen Sie, was dabei gelungen war – und was Sie beim nächsten Mal ändern würden.   AvP

Weitere Sozialformen, die Sie in Ihr Methodenrepertoire aufnehmen können, sind neben den o. g. die Partnerarbeit und die Lernwerkstatt

Die Autorin Alexandra von Plüskow ist Grund- und Hauptschullehrerin. Sie war mehrere Jahre als Lehrerin und Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg und als Lehrbeauftragte für die Universität Koblenz-Landau tätig. Derzeit arbeitet die zweifache

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