Unterricht

Optimaler Förderunterricht: Voraussetzungen, Planung und Durchführung

Sie sollen Förderunterricht erteilen? Doch was genau sind die Voraussetzungen für eine optimale Förderung? Was sollten Sie beachten, damit Sie alle Schülerinnen und Schüler erreichen? Erste Antworten finden Sie hier.
Fotolia 44192118 XS Gennadiy Poznyakov - Fotolia

Förderunterricht – was sich hinter dem Begriff verbirgt

In welcher Form und mit welcher Stundenanzahl Förderunterricht in Ihrer Schulform und in Ihrer Schule erteilt wird, regeln die Gesetze bzw. Erlasse der einzelnen Bundesländer. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Schulleitung oder bei den Betreuungslehrerinnen und –lehrern nach den für Sie geltenden Richtlinien.

Im Rahmen der Ganztagsschule werden Förderstunden in der Regel am Nachmittag erteilt. Gewöhnlich finden sich Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen zur individuellen Förderung zusammen, die Lücken aus dem regulären Unterricht schließen müssen, fehlende Lernvoraussetzungen aufzuarbeiten haben oder aber bestimmte Inhalte vertiefen möchten. In diesen Funktionen ist Förderunterricht eine Form der äußeren Differenzierung. In den meisten Fällen wird im Primarbereich in den Fächern Deutsch und Mathematik gefördert, in der Sekundarstufe kommt häufig das Fach Englisch hinzu.

Dies sollten Sie im Vorwege des Förderunterrichts beachten

Erkundigen Sie sich bei den zuständigen Kolleginnen und Kollegen, wie die betroffenen Schülerinnen und Schüler bislang gefördert wurden. Bitten Sie um Materialien, die deren bisherigen Lernweg dokumentieren. Erarbeiten Sie mit den Fach- bzw. Klassenlehrkräften individuelle Förderschwerpunkte für jede Lernerin und jeden Lerner. Erfragen Sie, welche didaktischen und methodischen Werkzeuge besonders aussichtsreich erscheinen. Soll etwa mit einem speziellen Förderprogramm gearbeitet werden – oder sind Sie frei in Ihrer Materialwahl?

Die Förderschwerpunkte sollten in einem gemeinsamen Gespräch mit Ihnen, der Klassen- bzw. Fachlehrkraft und mit den jeweiligen Schülerinnen bzw. Schülern und deren Eltern festgelegt und veranschaulicht werden.

Das A und O: Ihre genaue Planung und Dokumentation

Nun geht es an die Planung und Dokumentation der individuellen Förderung. Sinnvoll ist es, für die Schülerinnen und Schüler ein Portfolio anzulegen, in dem die Förderziele festgelegt werden – und in dem die Lernerinnen und Lerner ihren eigenen Lernweg reflektieren. Beobachten Sie die Schülerinnen und Schüler genau. Welche Aufgabentypen sprechen diese besonders an, durch welche Methoden werden sie vor allem motiviert? Welche Materialien sollten Sie also im Sinne einer inneren Differenzierung zusätzlich bereitstellen? Notieren Sie sich Ihre Beobachtungen und modifizieren Sie den Förderplan gegebenenfalls.

Ihre Rolle als Förderlehrkraft

Ihnen selbst als Lehrkraft kommt im Rahmen des Förderunterrichts eine besondere Rolle zu. Hier ist nicht nur Ihre fachliche Kompetenz gefragt, sondern auch Ihre erzieherische. Neben den zahlreichen Beobachtungen, die Sie durchführen, ist es Ihre Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler zum Lernen zu ermutigen und ihnen Wege zu zeigen, den eigenen Lernweg erfolgreich zu gestalten. Dies ist oftmals kleinschrittig, und es ist an Ihnen, Frustrationen seitens der Lernenden vorzubeugen oder auch im Einzelfall diese aufzufangen. Versuchen Sie, beispielsweise Schülerinnen und Schüler, die trödeln, sich in Details verlieren oder bei Schwierigkeiten ärgerlich werden, Möglichkeiten an die Hand zu geben, diese Probleme zu meistern. Allein dies erfordert viel Feingefühl Ihrerseits. Von besonderer Bedeutung ist es, dass Sie ein lernfreundliches Klima schaffen – beispielsweise, indem Sie Regeln für den Förderunterricht vereinbaren, einen respektvollen und würdigenden Umgangston pflegen und die Schülerinnen und Schüler loben und ermutigen.

Unerlässlich für den Erfolg Ihres Förderunterrichtes ist der beständige Dialog: zwischen Ihnen, den Fach- und Klassenlehrkräften, den Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern. AvP 

Als nützliche Hintergrundinformation lesen Sie auch die Beiträge zur Schülerbeobachtung, zum persönlichen Lehrer-Schüler-Gespräch und zu Elterngesprächen.

Die Autorin Alexandra von Plüskow ist Grund- und Hauptschullehrerin. Sie war mehrere Jahre als Lehrerin und Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg und als Lehrbeauftragte für die Universität Koblenz-Landau tätig. Derzeit arbeitet die zweifache

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: