Unterricht

AG am Nachmittag: Was Sie über die Leitung einer Arbeitsgemeinschaft wissen sollten

Sie übernehmen die Leitung einer Arbeitsgemeinschaft am Nachmittag? Dann heißt es, gut organisiert zu sein. Wie Sie Ihre Schülerinnen und Schüler optimal in die Konzeption einbinden und während der gemeinsamen Arbeit motivieren, lesen Sie hier.
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Ihre Schulleitung hat Sie darum gebeten, eine Arbeitsgemeinschaft außerhalb des Unterrichts zu übernehmen – etwa im Rahmen der Ganztagsschule? Oder aber Sie möchten freiwillig eine AG anbieten? Bei der Planung hierfür sollten Sie einige Dinge beachten.

Arbeitsgemeinschaften suchen Ihre Schülerinnen und Schüler entsprechend ihren Interessen und Neigungen aus. Von besonderer Bedeutung ist die Partizipation Ihrer Schülerinnen und Schüler. Sie wählen Inhalte und Methoden, an denen und mit denen sie arbeiten möchten. Vonseiten Ihrer Ausbildungsschule muss Ihre Arbeitsgemeinschaft genehmigt sein, damit diese als Schulveranstaltung auch hinsichtlich des Versicherungsschutzes abgesichert ist. Diese Genehmigung erteilt in der Regel Ihre Schulleitung.

Schritt für Schritt zur motivierenden Arbeitsgemeinschaft

An einigen Schulen existieren bereits Theater-, Chor-, Leichtathletik- oder Schülerzeitungs-AGs. Erkundigen Sie sich zunächst, wie das Angebot an Ihrer Ausbildungsschule aussieht. Wo gibt es evtl. eine „Lücke“, die Sie schließen könnten?

Bevor es an die Planung geht, sollten Sie überlegen, welche Themen einer Arbeitsgemeinschaft Ihren Neigungen entsprechen. Interessieren Sie sich eher für sportliche oder musikalische Themen – oder aber für naturwissenschaftliche?

Ist ein Thema gewählt, so sollten Sie etwa in Form eines Brainstormings oder einer Mindmap mögliche Inhalte notieren. Gibt es außerschulische Lernorte, die hinsichtlich Ihrer Arbeitsgemeinschaft interessant sind? Verfassen Sie einen kurzen, motivierenden Text, aus dem deutlich wird, was das Thema der Arbeitsgemeinschaft ist – und wie mögliche Inhalte aussehen könnten.

Stellen Sie diese Ideen Ihrer Schulleitung und ggf. im Rahmen einer Dienstbesprechung auch Ihrem Kollegium vor.

So sind Sie gut organisiert

Besprechen Sie mit Ihrer Schulleitung, in welchem Zeitrahmen Ihre Arbeitsgemeinschaft stattfinden kann. Gibt es evtl. Tage, an denen Sie Seminarverpflichtungen haben? Welche Räumlichkeiten können Ihnen zur Verfügung gestellt werden? Steht Ihnen das nötige Material für eine erfolgreiche Durchführung des Vorhabens bereit? Welche Medien können Sie einsetzen? Wie aufgeschlossen ist Ihre Schulleitung möglichen Exkursionen gegenüber – und genehmigt sie diese?

Lassen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler teilhaben

An einigen Schulen werden die AG-Vorhaben beispielsweise in Form eines Plakats ausgehängt. Die Schülerinnen und Schüler können so in Ruhe das Angebot betrachten und sich eine Arbeitsgemeinschaft aussuchen, die ihren Interessen entspricht. Andernorts informieren Sie die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern in Form eines kurzen Informationsschreibens.

Während eines ersten Treffens sollten Sie Ihren Schülerinnen und Schülern verdeutlichen, dass diese diejenigen sind, die aktiv an der Umsetzung der Arbeitsgemeinschaft teilhaben. Ferner erörtern sie gemeinsam die Inhalte und mithilfe welcher Methoden sie arbeiten möchten.

Nehmen Sie sich zurück und moderieren Sie das Geschehen. Stellen Sie dabei klar, dass während eines bestimmten Zeitraumes gearbeitet wird, an dessen Ende ein Ergebnis beispielsweise in Form einer Aufführung oder einer Dokumentation steht. Geben Sie Ihren AG-Teilnehmerinnen und AG-Teilnehmern Materialien an die Hand, mit deren Hilfe sie eigenständig arbeiten können und variieren Sie die festgelegten Methoden.

Das Begleiten einer Arbeitsgemeinschaft ist auch für Sie eine gelungene Abwechslung im Schulalltag. Hier lernen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler in zwangloser Atmosphäre kennen. Die Schülerbeteiligung und Ihre Rolle als Moderatorin bzw. Moderator tragen hierzu wesentlich bei. AvP

Die Autorin: Alexandra von Plüskow ist Grund- und Hauptschullehrerin. Sie war mehrere Jahre als Lehrerin und Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg und als Lehrbeauftragte für die Universität Koblenz-Landau tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin und Referentin für verschiedene Verlage.

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