Unterricht

Hausaufgabenbetreuung an der Ganztagsschule – darauf müssen Sie als Lehrer achten

Sie arbeiten an einer offenen oder gebundenen Ganztagsschule – und sind dort im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung eingesetzt? Lesen Sie hier, worauf Sie achten sollten  - und wo die Grenzen bei der Hausaufgabenbetreuung in der Schule liegen.
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Hausaufgaben – das sollten Sie wissen

In den sogenannten „Hausaufgabenerlassen“ regeln die einzelnen Bundesländer, wie sie mit dem Thema „Hausaufgaben“ umgehen. Wie soll der zeitliche Umfang aussehen? Dürfen Hausaufgaben über das Wochenende aufgegeben werden? Fließen Hausaufgaben in die Bewertung ein – und wenn ja, in welchem Umfang? Erkundigen Sie sich bei Ihrer Schulleitung, im Seminar oder bei der Schulbehörde nach den Regelungen Ihres Bundeslandes.

Ein Aspekt ist allerdings überall gleich: Hausaufgaben müssen einen direkten Bezug zum Unterricht haben. Ferner sollten sie so gestellt sein, dass die Schülerinnen und Schüler sie selbstständig bearbeiten können. Hausaufgaben bereiten den Unterricht nach und festigen das Gelernte – oder aber sie haben vorbereitenden Charakter. Insbesondere Letzteres erhält in der Ganztagsschule zunehmend Gewicht.

Hausaufgaben – idealerweise differenziert und variabel

Einheitlich gestellte Hausaufgaben werden oftmals nicht allen Schülerinnen und Schülern in einer Lerngruppe gerecht. Häufig erfolgt die Forderung nach differenziert gestellten Hausaufgaben. Dies ist bei einer großen Klassenstärke von mehr als zwanzig Lernenden in vielen Fällen jedoch schwierig zu realisieren. Die Ganztagsschule ermöglicht es allerdings zunehmend, auch im Bereich der Hausaufgaben differenziert zu arbeiten. So lassen sich in Form einer Planarbeit Hausaufgaben nach einem individuellen Tempo bearbeiten. Aber auch vorbereitende Hausaufgaben können beispielsweise in einer Gruppenarbeit bearbeitet werden. Einzelne Gruppen sammeln hier etwa zu bestimmten Themen Informationen und erarbeiten hierzu ein kurzes Referat.

So betreuen Sie Ihre Hausaufgabengruppe

Im Rahmen der Ganztagsschule erhalten Ihre Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die im Unterricht gestellten Hausaufgaben in der Schule zu bearbeiten. Hierbei bieten Sie als betreuende Lehrkraft Unterstützung. Erfragen Sie bei Ihrer Schulleitung, in welcher Form die Betreuung erfolgen soll. Wie groß ist Ihre Gruppe? Ist sie jahrgangshomogen oder jahrgangsheterogen?

Nehmen Sie Kontakt zu den jeweiligen Lehrkräften auf und erfragen Sie, in welcher Form diese die Hausaufgaben stellen. Vereinbaren Sie einen Kommunikationsweg wie etwa ein Mitteilungsheft, in dem sowohl Sie als auch die Fach- und Klassenlehrkräfte eintragen, welche Aspekte für die jeweilige Schülerin bzw. den Schüler zu berücksichtigen sind.

Besteht ferner die Möglichkeit, dass die Hausaufgaben offener - etwa in Form eines Wochenplanes - gestellt werden, sodass Sie individuell mit den Lernerinnen und Lernern arbeiten können? Gibt es die Gelegenheit, Kontakt zu einer Fachlehrkraft aufzunehmen, falls Sie während der Hausaufgabenbetreuung eine fachliche Angelegenheit klären müssen?

Erfragen Sie außerdem bei Ihrer Schulleitung, ob Sie einen bestimmten Raum zugeteilt bekommen, den Sie individuell einrichten können. Welche Materialien, welche Medien stehen Ihnen hier zur Verfügung? Für vorbereitende Hausaufgaben beispielsweise wären das Vorhandensein einer kleinen Bibliothek mit verschiedenen Lexika und Zeitschriften sowie das Bereitstellen eines Computers mit einem Internetzugang sinnvoll. Dass Sie das Surfen der Schülerinnen und Schüler im Internet beaufsichtigen, ist selbstverständlich.

Das können Sie im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung leisten

Die Hausaufgabenbetreuung ist – insbesondere im Rahmen der Ganztagsschule – als Chance zu sehen, da Ihre Schülerinnen und Schüler diese Aufgaben in der Schule erledigen können. Dadurch erfahren Sie oftmals mehr Hilfe als dies im häuslichen Umfeld an Nachmittag der Fall sein kann.

Nach wie vor müssen die Hausaufgaben so gestellt sein, dass sie von den Lernerinnen und Lernern selbstständig gelöst werden können. Sie können während Ihrer Betreuung zwar auf einzelne Schwierigkeiten eingehen und diese an die zuständigen Lehrkräfte rückmelden. Dies ermöglicht das frühzeitige Erkennen bei Problemen. Diese erhalten so ggf. rasch die Gelegenheit, Inhalte individuell zu wiederholen und zu üben.

Eines können Sie allerdings nicht – und das sollte sowohl im Kollegium als auch für die Eltern deutlich sein: Sie erteilen weder Kleingruppenunterricht noch leisten Sie Nachhilfe.  AvP

Die Autorin Alexandra von Plüskow ist Grund- und Hauptschullehrerin. Sie war mehrere Jahre als Lehrerin und Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg und als Lehrbeauftragte für die Universität Koblenz-Landau tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin und Referentin für verschiedene Verlage.

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