Basics Referendariat

Anpassen oder auffallen? – Regeln im Referendariat

„Bei uns ist es üblich, dass …“ – „Ich halte nichts von …“ – „Wenn ich Ihnen einen guten Rat geben darf, …“ Diese oder ähnliche Aussagen kommen Ihnen bekannt vor? Im Referendariat gilt es, gut abzuwägen, ob Sie sich den Anforderungen Ihrer Ausbildungsschule oder Ihres Seminars anpassen oder aber davon abweichen möchten. Was Sie hierbei beachten sollten, nennt der folgende Beitrag in Grundzügen.
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Erkennen Sie Ihre Bedürfnisse

Überlegen Sie vor dem Referendariat, was Ihre eigenen Schwerpunkte sind. Wo liegen Ihre pädagogischen Überzeugungen – was möchten Sie gerne erproben und anwenden? Und – wie sieht es mit Ihrer Persönlichkeit aus? Wo liegen Ihre Grenzen? An welcher Stelle könnten Sie nachgeben? Inwieweit können Sie sich anpassen?

Sobald Sie diese wichtigen Punkte für sich erkannt haben, sollten Sie diese schriftlich fixieren.

Aufgeschlossen in die Ausbildung

Dass Sie nun diese Erkenntnisse für sich festgelegt haben, soll nicht heißen, dass Sie von diesen nicht abweichen. Gehen Sie mit einer aufgeschlossenen Haltung in Ihr Referendariat und hören Sie sich zunächst die Meinungen Ihrer Ausbildungslehrkräfte und der Lehrkräfte am Seminar an. Gleichen Sie diese mit Ihren eigenen Vorstellungen ab – und schauen Sie, inwieweit sich diese Auffassungen begegnen können.

Toleranz und Akzeptanz

Diese Haltungen sollten auf beiden Seiten – auf der der Auszubildenden als auch auf der der Ausbilder und Ausbilderinnen herrschen. Suchen Sie das Gespräch, versuchen Sie, Ihre Einstellung zu kommunizieren. Hören Sie sich in diesem Gespräch sehr genau an, was Ihren Ausbildern wichtig ist. Wenn Sie damit nicht übereinkommen können, versuchen Sie, dies in der „Ich-Form“ möglichst objektiv zu kommunizieren.

Das ziehe ich durch …

Sollten Sie auf keinen gemeinsamen Nenner kommen, gilt es für Sie, abzuwägen, ob Sie zu Ihren Vorstellungen stehen – oder sich eher den Vorstellungen der Ausbildungslehrkräfte anpassen. Dies sollten Sie von Fall zu Fall gründlich überlegen. Es lohnt sich nicht, aufzufallen, um eine bestimmte Sache „durchzuziehen“. Wägen Sie gut ab, welche Gründe für und welche gegen etwa eine bestimmte Methode sprechen. Planen Sie Ihre Unterrichtsstunde gut und begründen Sie sauber, weshalb Sie sich für Ihr Vorhaben entschieden haben. Sprechen Sie offen an, wo es haken könnte – und aus welchen Gründen Sie das Wagnis dennoch eingehen.

Formalitäten einhalten

Wo Sie allerdings kein Risiko eingehen sollten, ist das Einhalten der Formalitäten. Jedes Seminar und jede Ausbildungsschule besteht darauf. Erfragen Sie gleich zu Beginn des Referendariates, auf welche Punkte es ankommt – was also nicht zu verhandeln ist.

Sich selbst treu bleiben

Anpassen oder auffallen? Natürlich sollten Sie gut abwägen, welches Risiko Sie in welchem Fall eingehen. Lohnt es sich, um jeden Preis aufzufallen – nur, um eine bestimmte Methode ausprobiert zu haben? Ist es sinnvoll, sich selbst zu verleugnen – damit Sie im Seminar und in der Schule „gut dastehen“? Dies sollten Sie von Fall zu Fall gut abwägen – und vor allen Dingen eines machen: Sich selbst treu bleiben. Nur durch diese Authentizität kommen Sie Schritt für Schritt erfolgreich durch das Referendariat.

Alexandra von Plüskow ist Grundschullehrerin und Bildungskoordinatorin im Landkreis Heidekreis. Darüber hinaus arbeitet sie seit einigen Jahren als freie Fachjournalistin und als Lehrbeauftragte in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung.

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