Basics Referendariat

Konkurrenzdruck im Referendariat …

… und wie Sie diesem gelassen begegnen. Sie stecken mitten im Referendariat – und langsam macht sich der Konkurrenzdruck breit? Kollegin X hat eine besonders interessante Stunde gehalten und brüstet sich damit, Kollege Y bereitet sich tagelang auf einzelne Stunden vor und stöhnt, während Kollegin Z ein tolles Verhältnis zu allen Lehrkräften an ihrer Ausbildungsschule hat und gerne kundtut, dass sie sowieso dort übernommen wird? Dies alles macht Ihnen Sorge? Grund genug, sich auf sich und die eigenen Leistungen zu konzentrieren. Der folgende Beitrag zeigt Ihnen auf, wie dies gelingen kann.
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Viele Köche verderben den Brei …

Oder anders gesagt: Wenn Sie sich die Meinungen vieler Mit-Referendare und Mit-Referendarinnen anhören, so geraten Sie zwangsläufig unter Druck. Natürlich stehen Sie in gewisser Hinsicht in einer Konkurrenzsituation mit Ihren Seminarkolleginnen und Seminarkollegen. Dennoch sollten Sie sich verdeutlichen, dass Kernpunkt des Referendariates ist, sich selbst treu zu bleiben. Genauso, wie später in einem Lehrerkollegium die unterschiedlichsten Charaktere aufeinandertreffen, ist dies auch in Ihrem Seminar der Fall. Machen Sie sich also zunächst klar, welche Ziele Sie haben.

Ziele definieren

Welche Ziele haben Sie in Ihrem Referendariat?

Möchten Sie:

  • möglichst viel in Ihren Fächern lernen?
  • einen guten Kontakt zu Ihren Schülern aufbauen?
  • verschiedene Methoden kennenlernen und anwenden?
  • in das Kollegium integriert werden?
  • eine effiziente Vorbereitungstechnik entwickeln?
  • Leistungen Ihrer Schülerinnen und Schüler gerecht bewerten lernen?
  • oder … ?

Halten Sie ca. fünf dieser Ziele schriftlich fest.

Wege finden

Schreiben Sie nun je eines dieser Ziele mittig auf ein Blatt Papier und entwickeln Sie in Form eines Clusters Möglichkeiten, wie Sie diese Ziele konkret umsetzen können. Verfahren Sie mit jedem Ihrer Ziele in dieser Weise. Haben Sie diese gedankliche Arbeit erledigt, so sollten Sie Merksätze formulieren, z. B.:

„Ich möchte eine gute Vorbereitungstechnik für meinen Unterricht entwickeln, indem ich innerhalb von … Stunden Materialien sichte und zusammenstelle. Zeit hierfür nehme ich mir immer abends von … Uhr bis ... Uhr.“

Umsetzen

Setzen Sie diese Merksätze in Ihrem Schulalltag um und konzentrieren Sie sich auf die wesentlichen fünf Punkte, die Sie für sich definiert haben. Halten Sie sich konsequent an Ihr Vorhaben und überprüfen Sie von Mal zu Mal, ob diese Vorgehensweise auch in der Praxis anzuwenden ist.

Das eigene Süppchen kochen

Es ist sicherlich gut, mit Ihren Mit-Referendaren in einem guten Austausch und in einer kollegialen Beratung zu stehen. Sollten Sie jedoch merken, dass der eine oder andere Kontakt Sie unter Druck setzt, so schalten Sie bewusst ab, wenn Ihnen gute Tipps gegeben werden. Viele Wege führen oftmals zum Ziel. Das, was für eine Person mit links zu schaffen ist, muss nicht von einer anderen in genau demselben Pensum oder in derselben Schnelligkeit erledigt werden. Das ist ganz normal. Denken Sie daran, Sie allein sind der Experte für Ihren Lernweg. Jede Situation – sei es in der Schule oder im Umgang mit Kollegen und Kolleginnen – ist anders. Holen Sie stattdessen von Zeit zu Zeit neutralen Rat von außen ein und versuchen Sie, die Tipps, die aus dieser Beratung resultieren, in Ihrem Schulalltag umzusetzen.

In einer immer schneller werdenden Zeit und in einer Zeit, in der häufig „nur“ die Leistung zählt, geraten Referendare und Referendarinnen schnell unter Druck. Das ist kein Wunder, betrachtet man die mannigfaltigen Anforderungen, die sich Ihnen heutzutage stellen. Dann ist es hilfreich, eigene Ansprüche, eigene Ziele bewusst zu definieren – und diese dann Schritt für Schritt in die Tat umzusetzen. Und zwar Tag für Tag!

Alexandra von Plüskow ist Grund-, Haupt- und Realschullehrerin. Als solche sowie als Fachberaterin für das Fremdsprachenlernen in der Grundschule war sie an der Landesschulbehörde tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin für verschiedene pädagogische Verlage sowie als Lehrbeauftragte.

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