Basics Referendariat

Der erfolgreiche Start ins Referendariat – Was Sie darüber wissen sollten

Sie haben Ihr Studium beendet – und es soll ins Referendariat gehen? Prima, dann geht jetzt die Praxisphase Ihrer Ausbildung los. Wie Sie die ersten Wochen in dieser aufregenden, neuen Zeit optimal nutzen, lesen Sie im folgenden Beitrag.
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Eingewöhnen

Sie haben Ihren Platz als Referendar in Aussicht – und ziehen an einen neuen Ort? Bei der Wohnungssuche sollten Sie darauf achten, wo Ihre Ausbildungsschule liegt, denn hier werden Sie einen großen Teil Ihres Referendariats verbringen. Ist die Wohnung verkehrsgünstig angebunden? Werden Sie in der Lage sein, spontan Büromaterialien und ähnliche Dinge zu besorgen? All diese Kleinigkeiten erleichtern das Referendariat ungemein.

Nutzen Sie diese Zeit vor dem Referendariat auch, sich an Ihrer zukünftigen Ausbildungsschule und ggf. im Seminar vorzustellen. Bitten Sie beispielsweise in einer kurzen E-Mail um einen Termin bei der Schulleitung und erfragen Sie, ob Sie Ihre Mentorinnen bzw. Mentoren kennen lernen können. Verschaffen Sie sich selbst einen ersten Überblick über Ihre Ausbildungsschule, indem Sie deren Webseite besuchen. Wie viele Schülerinnen und Schüler besuchen die Schule? Wie groß ist das Kollegium? Wie steht es um die Unterrichtszeiten – auch am Nachmittag? Gibt es eine Schulspeisung, welche Arbeitsgemeinschaften werden angeboten – und können Sie sich dort ggf. einbringen? Was erfahren Sie hinsichtlich des Schulprofils? Sichten Sie rechtzeitig Materialien für die Sekundarstufe I, die Sie im Unterricht verwenden können.

Es wird ernst …

An Ihrem ersten Tag in Ihrer Ausbildungsschule sollten Sie berücksichtigen, dass morgens alles planmäßig verläuft. Achten Sie auf eine angemessene Bekleidung und erscheinen Sie ca. eine halbe Stunde vor Beginn der Schulzeit in der Schule. Lassen Sie sich vonseiten Ihrer Mentorin bzw. Ihres Mentors einweisen, wo Sie beim Unterricht hospitieren. Zeigen Sie sich freundlich und aufgeschlossen und fragen Sie nach Regeln und Ritualen in den entsprechenden Lerngruppen.

Handelt es sich um eine größere Schule bzw. um ein Schulzentrum, so achten Sie darauf, welche Möglichkeiten zur Orientierung sich bieten. Fertigen Sie sich eventuell eine Skizze des Schulgebäudes an, in der Sie die Räume markieren, die für Sie relevant sind.

Im Lehrerzimmer gibt es häufig eine festgelegte Sitzordnung. Fragen Sie deshalb, wo Sie sich hinsetzen können und ob Sie ein Fach zur Verfügung bekommen. Kolleginnen und Kollegen, denen Sie noch nicht bekannt sind, sollten Sie sich kurz vorstellen. Besuchen Sie auch das Sekretariat sowie den Hausmeister Ihrer Ausbildungsschule und die pädagogischen Fachkräfte.

Im Seminar

Eine rege Seminarteilnahme ist im Referendariat erwünscht. Innerhalb der ersten Sitzungen werden Sie über die Gepflogenheiten sowie über die üblichen Maßstäbe der jeweiligen Einrichtung informiert. Auch zu den Einführungsveranstaltungen sollten Sie pünktlich und zuverlässig erscheinen. Bemühen Sie sich um eine rege Teilnahme an Gesprächen. Denken Sie daran: Der erste Eindruck zählt.

Versuchen Sie, ein gutes Netzwerk mit anderen Referendarinnen und Referendaren aufzubauen. So können Sie etwa Fahrgemeinschaften zu den Unterrichtsbesuchen oder zu den Seminarterminen bilden.

Von der Theorie in die Praxis

Nach einigen Wochen der Hospitation werden Sie zunächst in den begleiteten Unterricht gehen. Orientieren Sie sich hierbei an den Regeln, die die Klassen- bzw. Fachlehrkraft aufgestellt hat. Beschäftigen Sie sich bei der Unterrichtsplanung intensiv mit den für Sie geltenden Richtlinien sowie mit eventuell vorhandenen schulinternen Lehrplänen. Ob diese vorhanden sind, wird Ihnen Ihre Mentorin bzw. Ihr Mentor mitteilen können oder auch die jeweiligen Fachkonferenzleitungen.

Gemeinsam mit den Sie betreuenden Lehrkräften sollten Sie sich für ein Thema entscheiden, das für Sie und Ihre Schülerinnen und Schüler von Interesse ist. Erfragen Sie, mit welchen Methoden die Klassen bereits vertraut sind – und welche Sie folglich im Rahmen Ihrer ersten Stunden einsetzen können.

Die ersten Unterrichtserfahrungen

Nun ist es so weit – Sie halten die ersten Unterrichtsstunden. Von besonderer Bedeutung ist – neben einer sorgfältigen Vorbereitung – eine aufgeschlossene, ehrliche Reflektion. Bitten Sie Ihre Mentorin bzw. Ihren Mentor um eine möglichst offene Kritik und zeigen Sie sich kritikfähig. Erbitten Sie zusätzlich Vorschläge, wie Sie Ihre Unterrichtsstunden optimieren können und versuchen Sie, diese umzusetzen.

Aller Anfang ist schwer – so muss es in Ihrem Referendariat nicht sein! Gehen Sie Ihre Aufgabe aufgeschlossen und authentisch an. Falls Fragen auftauchen, scheuen Sie sich nicht, die dafür zuständigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zu befragen. Je offener Sie mit brenzligen Situationen bzw. mit möglichen Problemen umgehen, umso einfacher können Sie hierbei unterstützt werden. So werden die ersten Wochen Ihres Referendariats zu einer guten Basis für die kommende Zeit in der Schule. AvP

Alexandra von Plüskow ist Grund-, Haupt- und Realschullehrerin. Als solche sowie als Fachberaterin für das Fremdsprachenlernen in der Grundschule war sie an der Landesschulbehörde tätig. Derzeit arbeitet die zweifache Mutter als freie Fachjournalistin für verschiedene pädagogische Verlage sowie als Lehrbeauftragte.

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